Verschenken oder verkaufen? Gebrauchte Dinge aus dem Internet.

Weihnachten ist vorüber und die Geschenke wurden gesichtet und bewertet. Nun beginnt das Verkaufen und Umtauschen von ungeliebten Geschenken. Für mich ein No-Go, aber für viele Menschen eine durchaus akzeptable Lösung um Geschenke wieder “loszuwerden” oder in Dinge umzutauschen, die man wirklich möchte. Der Konsumrausch geht weiter!

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten für den Handel. Nun wird alles Geld, welches an Weihnachten geschenkt wurde, ausgegeben. Zumindest das Meiste und davon will der Handel profitieren! Wer meint nun Schnäppchen zu bekommen, der irrt sich wohl gewaltig.

In Zeiten von Ebay Kleinanzeigen (DE), Shpock, Facebook Marketplace, willhaben (AT) und zigtausend anderen diversen Verkaufsplattformen und Verkaufsgruppen meint man alles immer verkaufen zu müssen. So geht es mir mal.

Warum verschenken, wenn man noch Geld dafür bekommt? 

Also fotografiert man alles mühsam, bearbeitet die Fotos, damit diese möglichst ansprechend aussehen, stellt alles auf einer oder mehreren Plattformen ein (um die Verkaufschancen zu erhöhen) und wartet ob jemand anbeißt. Wenn jemand Interesse zeigt muss man Fragen über Fragen beantworten. Klar, das Gegenüber will Details wissen, wenn es für ein Produkt Geld ausgibt- ist sinnig. Bei kleinen Eurobeträgen nervt es mich, gelinde gesagt, jedoch oft nur noch enorm. Warum können die Leute es nicht einfach kaufen und Ruhe ist? Es sind nur ein paar Euro! 

Mittlerweile finde ich die ganzen Verkaufsplattformen sehr anstrengend. Klar, nutzen tu ich diese schon noch- ich bin Schnäppchenjägerin vom Dienst, wenn ich Zeit und Muße habe… ABER, selbst was einstellen? Viel zu aufwendig. Mittlerweile. Obwohl ich es schon ab und an noch tue, nur nicht mehr im “großen Stil”, sprich alles, was man verkaufen könnte, online einstellen. Für manche ist dies ihre Geldquelle und mit ein bisschen Tipps und Tricks und vor allem viel Einsatz und Zeit lässt sich damit durchaus etwas verdienen! Auch wenn es illegal ist, da Gewinn versteuert werden muss. Müsste. Es ist halt sehr schwer nachzuweisen. Wenn man etwas Gebrauchtes kauft und es dann zu einem minimal höheren Betrag wieder verkauft ist es Handel und müsste versteuert werden.

Der Preis muss dann je nach Zustand, Alter und Aussehen beurteilt werden. Zugrunde liegt der ehemalige Neupreis. Diesen herauszufinden, ist heute kein Problem mehr. Dies tue ich bei jedem Teil, welches gebraucht zum Verkauf steht und mich interessiert! Manche Dinge sind “hipper”, mit denen lässt sich mühelos Geld machen. Manche Dinge sind oft jahrelang online und keiner will es. Risiko! Es gibt durchaus professionelle “Händler”, die den Markt sehr gut beobachten und durch Kauf und Verkauf so in kleinen Eurobeträgen pro Produkt gut Geld verdienen. Alles illegal, versteht sich von selbst. Trotz allem heißt es nicht, dass die Produkte von diesem Händler schlecht oder überteuert sind! Es ist oft einfach nur schlaue Füchse, die wissen, wie man das System umgehen kann.

Verkaufen oder verschenken?

Vor ein paar Wochen stellte ich all meine übrige Kinderkleidung, auf zu verschenken, in einer regionalen Secondhand- Plattform ein und schwupps: am nächsten Tag wurde alles abgeholt!

Wetten, wenn ich nur € 5,– verlangt hätte, hätten sich nur Menschen gemeldet, die gefragt hätten, was denn alles in den Paketen ist? Welche Größen, welcher Zustand? Und am Ende wäre ich Stunden vor dem PC oder dem Smartphone gesessen um den Leuten zu erklären, dass sie doch bitte vorbeikommen sollen um sich auszusuchen, was sie benötigen…
Beim verschenken fragt niemand. Es wird alles abgeholt, ALLES. Keine Fragen. Wenn jemand nett ist, bekommt man vielleicht eine Tafel Schoki o.ä. als Dankeschön.

Negativ erwähnt werden muss, dass es wirklich Menschen gibt, die aus Scheiße Geld machen wollen. Sorry. Anstatt es auf den Sperrmüll zu fahren, wird es verkauft und spart sich so auch noch den Gang zum Wertstoffhof und vor allem die Bezahlung der Entsorgung, was regional unterschiedlich geregelt ist. Der Käufer ist dann vollkommen enttäuscht von seinem vermeintlichen Schnäppchen und ärgert sich grün und blau.

Merke:
Alte, defekte, kaputte Dinge bitte entsorgen oder ganz klar als Bastelartikel deklarieren!
Wenn du dir nicht sicher bist, wie deklarieren, mach Detailfotos über den wahren Zustand! Das ist fair und korrekt!

Blöd, wer da mitmacht, oder? Ja und nein.

Man kann echt gute Schnäppchen machen, wenn man dranbleibt und genau auf jedes Detail achtet. Gerade beim Onlinekauf sind viele Detailbilder und eine gute Beschreibung Hauptkriterium. Sobald dies fehlt, fällt der Gegenstand bei mir durchs Raster. Wenn mich trotzdem etwas interessiert, hake ich genau nach. Manchmal kommt eine Antwort, manchmal nicht. Grundsätzlich muss man den Faktor Zeit mit einrechnen. Davon benötigt man viel in diesem Geschäft… Schnellkäufe sind meistens Fehlkäufe. Unnötige Geldverschwendung. Aber nun gut, dies ist beim Neukauf auch der Fall. Vorteil beim Gebrauchtkauf: Fehlkäufe werden je nach Ware besser verkraftet, da es eben meistens keine hohen Geldbeträge sind.

Was tun bei höheren Geldbeträgen?

Manche Waren wie z.B. gebrauchte Technikartikel werden auch auf dem Gebrauchtmarkt, je nach Ware, noch ziemlich hoch gehandelt. Was tun, wenn der Wert so hoch ist, dass man sich keinen Fehlkauf leisten kann? Auch hier gibt es eine Lösung: Mit PayPal zahlen! Und zwar mit der “richtigen” Funktion und nicht nur mit der Freundefunktion. Wenn man mit PayPal zahlt ist man bei Internetgeschäften abgesichert. Egal, ob das Paket nie abgeschickt wurde, oder auf dem Versandweg verloren gegangen ist, beschädigt angekommen ist oder eben nicht der Beschreibung entspricht. PayPal regelt dies für einen! Dafür muss der Verkäufer einen kleinen Obolus zahlen, auf den Kaufpreis angerechnet. Es sind wirklich nur Centbeträge. Wenn ein Verkäufer dafür nicht bereit ist, gar nicht erst kaufen! Bei der Freundefunktion funktioniert das nicht! Diese ist zwar für den Verkäufer kostenlos, beinhaltet jedoch keinerlei Käuferschutz! Da sind schon einige “auf die Schnauze gefallen”. Zudem steht die Freundefunktion in Verdacht, Daten über Sender und Empfänger und über das Nutzungsverhalten weiterzuleiten. Ich las einmal einen entsprechenden Beitrag darüber.

Ansonsten gibt es von der EU seit 2015 noch eine Verordnung die die Gewährleistung auch bei Gebrauchtkauf regelt. Dies gilt auch bei dem Verkauf unter Privatpersonen!

Gewährleistung
 
Jeder europäische Konsument hat Anspruch auf gesetzliche Gewährleistung. Diese gilt mindestens 
zwei Jahre, so auch in Österreich (Achtung: Bei Gebrauchtwaren ist sie auf ein Jahr reduziert). Manche europäischen Länder haben diese Geltungsdauer sogar verlängert oder an die jeweilige durchschnittliche “Lebensdauer” des Produkts angepasst.
 
Die Gewährleistungsansprüche sind an den 
Verkäufer zu richten. Innerhalb der ersten sechs Monate nach Kauf der Ware muss dieser beweisen, dass der Mangel nicht bereits zum Zeitpunkt des Verkaufs vorhanden war. Danach liegt die Beweispflicht beim Konsumenten. In Österreich gibt es keine Frist, innerhalb derer ein Mangel gemeldet werden muss. Alle Ansprüche erlöschen nach zwei Jahren.
 
Der Mangel kann durch einen unabhängigen 
Gutachter, etwa eine Reparaturwerkstatt, geprüft werden. Der Verkäufer ist jedoch nicht verpflichtet, dieses Gutachten anzuerkennen. Im Falle eines Gerichtsprozesses entscheidet der Richter, ob das Gutachten ausreicht oder er ein neues in Auftrag gibt.
 
Der Konsument kann kostenlose 
Reparatur oder Ersatz der Ware innerhalb einer angemessenen Frist verlangen. Wenn das nicht möglich ist, sollte der Verkäufer den Kaufpreis rückerstatten oder vermindern(unter gewissen Voraussetzungen). Wenn das Produkt repariert oder ersetzt wurde, beginnt danach eine neue Gewährleistungsfrist zu laufen, wiederum mit einer Dauer von zwei Jahren.

http://europakonsument.at/de/page/gewaehrleistung-und-garantie-im-eu-raum

Wie kann man dies als Verkäufer umgehen? Indem man in den Bezugstext zum Produkt mit einschließt, dass diese Gewährleisung für das zu verkaufende Produkt nicht gilt! Und der Konsument/ Käufer ist immer in der Beweispflicht!

Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie etwas von Privatpersonen kaufen. In Verträgen zwischen Privatpersonen kann die Gewährleistung ausgeschlossen werden. Prüfen Sie den Vertrag gut, sonst schauen Sie schlimmstenfalls durch die Finger!

https://www.arbeiterkammer.at/beratung/konsument/EinkaufundRecht/Gewaehrleistung.html

Bist du nun abgeschreckt vom Gebrauchtkauf auf Onlinesecondhand Plattformen?

Nein, muss du nicht. Man kann so wirklich enorm viel Geld sparen! Wir kaufen z.B. die Spielsachen für unsere Kinder zu einem sehr großen Teil gebraucht. Bisher hat alles gepasst. Der Verkäufer ist auch nur ein Mensch, der möchte, dass seine nicht mehr gebrauchten Waren einen neuen zufriedenen Besitzer kommen. Klar, Betrüger gibt es überall, aber mit diesen paar Tipps und Tricks hier, hält es sich in Grenzen.

Kleidung würde ich für mich persönlich allerdings nicht mehr gebraucht online kaufen. Ein paar mal probiert, aber es hat nie etwas gepasst. Die Dinge dann wiederum loszuwerden ist fast unmöglich, wenn man ehrlich beschreibt, was mit dem Produkt nicht stimmt, oder warum ich es wieder abstoße. Ehrlichkeit macht sich eben seltenst bezahlt! Wenigstens nicht in Geld gemessen. Allerdings macht Ehrlichkeit ein reines Gewissen. Mir ist ein reines Gewissen lieber, als Geld.

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