Ein Thema, welches uns als Eltern eigentlich fast täglich beschäftigt. Wie lernen wir unsere Kindern den richtigen Umgang damit?

Mein Mann meint immer: “Wir als Eltern sind die Vorbilder. Wir können noch so viel reden und Regeln aufstellen, wenn wir uns selbst nicht daran halten, machen es die Kinder auch nicht.”

Und ja, das stimmt!

Wenn ich als Mutter den ganzen Tag das Smartphone in der Hand halte, kann ich meinen Kindern nicht den Umgang mit der modernen Technik verbieten! Geschweige denn, ihnen einen vernüftigen Umgang nahe legen. Wenn ich möchte, dass meine Kinder verantwortungsvoll damit umgehen, muss ich mich selbst auch so verhalten.

Doch was ist verantwortungsvoll? Was ist vernünftig? Was ist normal?

In unserer Zeit ist es normal, dass jeder Erwachsene und jeder junge Heranwachsende ein Smartphone hat.

Wenn man im Bus sitzt sieht alle (viele) mit den Ohrenstöpseln im Ohr auf ihrem Smartphone herum daddeln und die kleinen Kinder eigentlich die Einzigen sind, die “Lärm” im Bus machen: die sich also normal unterhalten, da fragt man sich schon manchmal, wohin das noch führt!?

Ich schiebe es jetzt einfach mal auf die Stadtsituation. Auf dem Land fährt man ja nun eher selten Bus. Da muss man froh sein, wenn überhaupt einmal am Tag ein Bus kommt… Aber natürlich beschränkt sich diese Verhaltensweise nicht nur auf den Bus, sondern auf jeden öffentlichen Raum.

Ich höre immer wieder, wie über Mütter geschimpft wird, die auf ihr Smartphone sehen, während ihre Kinder z.B. schlafend im Kinderwagen liegen. Auch wenn die Kinder wach sind: die Kinder sind im Kinderwagen zumeist angeschnallt. Für das Kind besteht also keine Gefahr. Wenn diese Frau ohne Kind unterwegs wäre, würde sich niemand aufregen, wenn sie zwischendurch auf ihr Smartphone sieht. Sobald jedoch ein Kinderwagen im Spiel ist, ist es eine schlechte Mutter, weil sie sich eher auf das Smartphone konzentriert, als auf ihr Kind.
Ich merke immer wieder, dass diese Aussagen oft ältere Mütter und junge Frauen tätigen, die keine Kinder haben.
Diese Freiheit, sich auf etwas anderes als sein Kind konzentrieren zu können, erledigt sich ohnehin, sobald das Kind einmal gehen kann und die Welt selbstständig erkunden möchte.

Schlimm wird es dann, wenn das Smartphone mehr Aufmerksamkeit als das Kind bekommt. Was durchaus ein sehr reale Angst ist!

Klar, der Spruch: “Früher haben wir das nicht so gemacht”, stimmt. Bis vor 20 Jahren gab’s auch noch keine Smartphones! Sprich die vorherige Generation Eltern, allgemein die Gesellschaft, kannten das Problem Smartphone noch nicht.

Heute stehen die Erziehungsberechtigten vor einem Problem: Der Nachwuchs muss mit dem Umgang vertraut gemacht werden, sollte es jedoch nicht zu viel nutzen, da mögliche Spätfolgen drohen könnten.

Wir sind selber noch mitten in der Lernphase und kommen mit den neuesten Entwicklungen manchmal nicht mit. Wie sollen wir als Eltern also wissen, was “normal” ist und was nicht? Wie sollen die Kinder wissen, was “normal” ist und was nicht?

In den nächsten 20 Jahren, bis meine Kinder erwachsen sind, wird sich noch enorm viel in der technischen Welt verändern. Darauf muss der Nachwuchs vorbereitet werden! Man kann jedoch nur etwas lernen, wenn man es auch anwenden darf.

Ich vermute, dass der klassische TV verschwunden sein wird, bis meine Kinder 30 sind. Formate, in der Art von Amazon Prime oder Netflix, sind die Zukunft. Der Konsument möchte jederzeit und immer selbst entscheiden, was und wann und wo er sich etwas ansieht. Möglichst unkompliziert und überall und auf einer möglichst hohen Anzahl an Endgeräten.

Aber darauf wollte ich im Grunde gar nicht hinaus.

Mütter, die auf ihr Smartphone sehen, während sie ihre Kinder um sich haben…

Ich liebe das Internet mit seinen Möglichkeiten! Ich bin gerne im Internet und in den sozialen Netzwerken unterwegs. Es ist für mich eine Abwechslung zum oft tristen Alltag und eine Möglichkeit, auch während ich zu Hause bin, mich mit Erwachsenen gepflegt (manchmal auch ungepflegt) unterhalten zu können, ohne aus dem Haus zu müssen. Was mit drei kleinen Kindern oft einem Marathon gleich kommt.

Wenn ich mit älteren Müttern spreche, die mehrere Kinder aufgezogen, erzählen diese, dass sie z.T. jahrelang nicht mehr “unter die Leute gekommen sind”.

Dieses Problem hat die Mutter von heute dank Internet nicht mehr. Die moderne Mutter ist gut vernetzt. Sie kann sich jederzeit an ihre Community wenden, wenn sie Smalltalk möchte oder Tipps und Tricks im Umgang mit Kindern und Haushalt. Das ist doch wunderbar! Früher musste man sich an die, vielleicht ungeliebte, Mutter oder Schwiegermutter wenden, heute wendet man sich an die Community im Internet.

Der Verlust der traditionellen Familienstrukturen und Ansiedlung der Familien in anonymen städtischen Gebieten ist wahrscheinlich auch ein Grund, warum die Foren und sozialen Netzwerke, besonders unter uns Müttern, so boomen.

Aber dies können wohl nur die Mütter mit kleinen Kindern verstehen, die ebenso technikbegeistert sind. Es gibt durchaus Mütter, die damit nichts anfangen können, aber die kenne ich nicht, da ich die auch nicht in den sozialen Netzwerken antreffe… *haha*

Sobald die Kinder älter sind und den Eltern wieder mehr Freiraum lassen, wird sich dies vielleicht auch wieder einschränken- hoffe ich für mich jedenfalls nun mal. Ich würde gerne wieder aktiver sein im Bezug auf den Umgang mit anderen Menschen. Jede Zeit hat seine Vorzüge und Tücken!

Man kann es negativ sehen, oder positiv und das Beste daraus machen! Ich für meinen Teil mache das, für mich, Beste daraus.

Es gibt durchaus Tipps von Wissenschaftlern, die sagen, dass man Kinder nicht mehr als drei Stunden täglich (oder waren es zwei) vor dem TV lassen sollte. Dies halte ich für eine absolut akzeptable Ansage. Nur eben, wie gesagt, der klassische TV verschwindet wohl immer mehr.

Doch, wie verhält es sich mit dem ständig präsenten Smartphone, welches ja meistens nur für ein paar Sekunden oder Minuten benutzt wird?

  • Geht es da um den zeitlich andauernden Konsum, oder wird alles zusammen gezählt?
  • Wie kann ich meinem Kind verlässlich den Zugang zum Internet einschränken?
  • Wie kann ich seine Zeit im Internet reglementieren?
  • Kann man in Zukunft überhaupt noch ohne Internetzugang sein Smartphone nutzen?
  • In Zeiten von Whatsapp und Co. ist ständiges Internet ein muss! Benötigen die Kinder diese Apps schon?
  • Wird es in Zukunft ohne solche Apps überhaupt noch geben? Vielleicht wird die klassische Telefonie irgendwann verschwunden sein, ebenso wie Textnachrichten via SMS versenden.
  • Wird alles irgendwann nur noch auf der Basis vom Internet funktionieren?

Fragen über Fragen für die Zukunft!

Und dann noch die als nächstes zu lösende Frage für mich, für die Zukunft meiner Kinder: Ab wie viel Jahren kann ein Kind ein Smartphone überhaupt erst selbstständig und verantwortungsvoll nutzen?

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