“Mama, du bist so gemein!”

Mamas, die konsequent auch hin und wieder NEIN sagen, bekommen diese Aussage unter Umständen von ihren Sprößlingen öfter mal zu hören.

“Mama, du bist so gemein!”

Als ich diese Aussage von meinem Kind das ersten Mal hörte, war ich ehrlich gesagt schockiert. Ich fühlte mich bis tief in mein Innerstes erschüttert und fühlte mich angegriffen. Warum sagt mein Kind so etwas zu mir? Ich meine es doch nur gut mit ihm! Warum versteht es das nicht?

Heute weiß ich: Es sind Kinder! Einfach nur Kinder!

Kinder können und müssen noch nicht alles verstehen! Es sind Kinder! Kinder müssen von uns Erwachsenen beschützt, begleitet und geleitet werden. Sie müssen von uns den Weg gewiesen bekommen. Unter anderem und vor allem dafür, wie man sich auf dieser Welt zu verhalten hat und um zu erlernen, was ihnen gut tut und auch was schädlich für sie ist. Dafür sind Eltern da!

Komme ich dieser Verantwortung nach? Ich hoffe es! Ich tue tagtäglich mein Bestes dafür, dass meine Kinder verantwortungsvolle Erwachsene werden, die selbstständig denken, fühlen und handeln. Trotz allem darf ich nicht vergessen, sie einfach Kinder sein zu lassen.

Ja, Kinder dürfen Widerworte geben! Sie dürfen auch zur Mama sagen: “Du bist gemein!”, oder “Du bist doof!”. Dies ist kein Ausdruck dafür, dass sie nun ihre Mama nicht mehr lieben, denn Kinder lieben ihre Eltern immer und würden alles tun, um sie zufrieden zu stellen, sondern es ist ein Ausdruck dafür, dass sie mit der Situation überfordert sind. Sie wissen nicht, wie sich zu verhalten. Sie hätten gerne etwas und verstehen nicht, warum die Mama ihnen dies nun verbietet oder ihnen vielleicht in dem Moment nicht zuhört. Die Mama hingegen hat sehr gute Gründe für ihr Verhalten gegenüber dem Kind, einfach weil es schädlich ist oder halt derzeit nicht in den Zeitplan hineinpasst. Hier wäre das beste Beispiel: Süßigkeiten kurz vor dem Familienessen, oder gängeln wenn die Eltern sich gerade mit jemand anderem unterhalten und sie aber die volle Aufmerksamkeit wollen.

©Pixabay

Ein Kind allerdings versteht dies nicht! Soweit denkt ein Kind noch nicht! Es versteht nicht, dass es nun gleich Essen gibt und wenn es jetzt etwas Süßes isst, keinen Hunger mehr auf eine ordentliche Mahlzeit hat, die wichtig ist. Das Kind sieht nur die leckere Süßigkeit und hätte diese gerne und versteht hinten und vorne nicht, warum es die nun nicht haben darf!

Wenn es sich um ein größeres Kind handelt kann und darf man selbstverständlich an seine Vernunft appellieren und es höflich, sachlich und liebevoll erklären. Aber auch dann muss man mit Gegenwind rechnen und es einfach aushalten. Das Kind trauern lassen, weil seine Wünsche nicht erfüllt wurden.

Trotz allem finde ich es wichtig, meine Kinder in ihrem Schmerz nicht alleine zu lassen und sie zu trösten, wenn sie es zulassen. Oder sie einfach gehen zu lassen, wenn sie ihren Schmerz alleine verarbeiten möchten. Individuell auf die Kinder eingehen und nicht auf biegen und brechen Regeln durchsetzen, “weil es sich so gehört”.

In unserem Haushalt gibt es z.B. so gut wie keine Regeln. Absichtlich. Je mehr Regeln, desto mehr Stress für alle Beteiligten.

Wie handhabt ihr es mit euren Kindern?

Bild mit freundlicher Genehmigung von Anni Side | andererseits.at
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