Wir waren gestern bei meinem Onkel zu Besuch. Er wohnt in herrlicher Alleinlage auf einem alten Bauernhof, mit ein paar Schafen außen herum. Diese Ruhe! Herrlich! Diese Freiheit, vor allem für die Kinder. Herrlich! Und wieder einmal fragte ich Gott, warum wir in der Stadt leben müssen.

Wir leben hier wunderschön! Ich darf mich nicht beklagen und trotzdem tue ich es. Unsere Wohnstätte ist für die örtlichen Bedingungen ein Traum. Wir haben genügend Platz und einen großen Garten. Wenn, ja wenn die ganzen Häuser außen herum nicht wären.

Ich bin ein Landei, ein Dorfkind. Ich bin stolz drauf. Ich liebe die Freiheit, die die Natur schenken kann. Ich fühle mich frei, wenn ich auf eine endlos scheinende Wiese blicken kann. Ohne Menschen, ohne Häuser. Wenn ich die Möglichkeit habe, spazieren zu gehen, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Wenn ich Ruhe für mich habe um sinnieren zu können, ohne von den Umweltgeräuschen gestört zu werden. Wenn ich nackt ums Haus laufen kann, ohne dass mich dabei ein Fremder sieht. 😉

Ich mag es nicht, von Menschen und äußerlichen Gegebenheiten eingeschränkt zu werden.

Ich bin stur. Ich bin ein Dickkopf. Eine Querulantin, die nie das genommen hat, was ihr vorgesetzt wurde. Ich möchte selbst entscheiden, für was ich mich entscheide. Gesellschaftliche Vorgaben, wie man sich zu verhalten halt, nahm ich immer nur sehr bedingt an und die sogenannte Political Correctness hat für mich etwas von einem Maulkorb. Zum Glück bin ich nicht in der Politik! Was andere Menschen (über mich) denken ist mir im Grunde egal. Dabei kommt es jedoch immer darauf an, wie wichtig mir ein Mensch ist. Und damit einem ein Mensch wichtig sein kann, muss man diesen gut kennen. Ich habe einige Menschen in meinem Leben, die mir wichtig sind und von denen ich auch Kritik annehmen kann, wenn auch manchmal nicht sofort. Denn Kritik beinhaltet immer, dass man sich mit sich selbst und seinem Dasein auseinander setzen muss, um zu entscheiden ob die Kritik berechtigt war oder nicht.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

Im Netz lerne ich viele Menschen “kennen”. Auch viele Nette und Lustige, die mit mir auf einer Wellenlänge sind, bei denen ich mir vorstelle, wir könnten uns auch im realen Leben gut verstehen. Aber auch Menschen, bei denen die Chemie einfach nicht stimmt.

Ich mag Menschen, die sich selbst nicht zu ernst nehmen. Ernst und nachdenklich bin ich selbst viel zu oft. Ich brauche den Ausgleich. Leider wohnen die Meisten viel zu weit weg und da ich ein typischer Heimscheißer bin, werde ich diese Menschen wohl nie in real zu Gesicht bekommen.

Die Frage ist, muss man sich mit allen Menschen gut verstehen können? Nein.

Jeder Mensch auf dieser Erde ist von so vielen verschiedenen Dingen geprägt und es gibt so viele verschiedene Sichtweisen vom Leben, dass man sich gar nicht mit allen verstehen kann. Man kann über gewisse Dinge hinwegsehen, aber bei näherem Betrachten wird es immer Dispute geben. Manche Menschen können dauerhaft große Kompromisse eingehen. Ich kann das nicht. Wenn mir ein Mensch nicht in Kram passt, gehe ich auf Abstand. Quasi Deeskalation. 😁

Ich möchte mein Leben genießen! Man lebt nur einmal auf dieser Erde.

Aber manchmal kommt es mir so vor, ich kann es gar nicht genießen, bei dem ganzen Irrsinn, den die Menschen da draußen tagtäglich produzieren. Eigentlich sollte ich keine Nachrichten mehr sehen, keine Zeitungen und Zeitschriften mehr lesen, keine anderen Blogs mehr lesen, all meine Accounts löschen. Dann hätte ich vermutlich Frieden. Dafür bin ich jedoch leider zu neugierig und zu informationsgeil. Man könnte es auch als wissbegierig umschreiben. Der Begriff ist wenigstens positiv belegt.

“Werdet sie die Kinder!”

Der Vers geht mir immer wieder durch Kopf.

Kinder leben einfach in den Tag hinein. Machen sich keine Sorgen um das Morgen. Kinder lieben echt und ohne Vorurteile. Kinder müssen sich noch nicht an Spielregeln halten (außer sie werden dazu gezwungen). Kinder machen, was ihnen gerade Spaß macht (wenn man sie lässt). Kinder halten sich nicht an gesellschaftliche Vorgaben, wie der Mensch zu sein hat (wenn man sie lässt). Kinder sagen was sie denken, tun was sie möchten.

Ich glaub, ich mach mal eine Pause.

2 thoughts on “Freiheitsgedanken”

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