Wie tief muss der Mensch sinken, bevor er Gott annehmen kann?

Ich gestehe, eine sehr provokante Frage, die auch viel Negativität in sich trägt. Und doch ist sie essentiell für den Beginn eines erfüllten Glaubenslebens. Erst wenn der Mensch sich selbst aufgegeben hat, kann Gott eintreten und alles reparieren.

Der Mensch muss sich selbst aufgeben

So hart es klingt, der Mensch glaubt erst an Gott, wenn er irgendwann auf den Trichter kommt, dass er sein Leben nicht mehr selbst auf die Reihe bekommt.

Manche kommen leider nie an diesen Punkt. Manche benötigen sehr viel Leid in ihrem Leben, bevor sie nach Gott fragen und manche kapieren es zum Glück, bevor sie ganz am Ende sind und ziehen rechtzeitig die rettende Reißleine.

Harte Worte.

Doch warum ist das so? Weil der Mensch alles aus eigener Kraft schaffen möchte. Der Mensch will etwas sein, etwas darstellen und aufgrund seiner Leistung und seinem Sein anerkannt und positiv bewertet werden. Es geht den Menschen im Grunde nur um Liebe und Annahme und um dies zu erreichen, tun manche die merkwürdigsten Dinge. Manche sogar sehr schädigende Dinge. Und es ist ihnen nicht einmal bewusst, da sie vergessen haben was richtig und falsch ist. Die Grenze zu dem was gut und was böse ist verschwimmt immer mehr, desto länger man sich mit für sich schädigenden Dingen, Taten und Personen abgibt.

Ich behaupte jeder Mensch wüsste im Grunde seines Herzens was richtig und was falsch wäre, man könnte es auch Moral nennen, aber aufgrund verschiedenster Lebensumstände oder Prägungen, im Laufe des Lebens, wird es vergessen und regelrecht abgetötet.

Ich weiß, ich halte mich hier gerade sehr allgemein, da es mir schlichtweg unmöglich ist für alles Beispiele zu nennen, denn dann säßen wir morgen noch dran.

Ein Erlebnis dazu

Ich unterhielt mich diese Woche mit einer Bekannten, der ich die Buchvorstellung “Tochter Gottes, erhebe dich”, per Whatsapp zusandte. Ich weiß, dass sie Gott entschieden ablehnt und doch bin ich der Meinung, dass Gott bei dieser Person noch nicht das letzte Wort gesprochen hat. Und so direkt wie ich manchmal bin, schrieb ich ihr das auch so. Sie ist auch eine sehr direkte Person, wir schenken uns nicht viel. Sie Atheistin, ich Christin. Sie legt einen sehr hohen Wert auf ihren Verstand und ihren Intellekt. Menschen die sich auf Gott verlassen, sieht sie als schwach an. Demzufolge ist sie stark und ich schwach.

Ein hohes Konfliktpotenzial! Trotz allem bin ich der Meinung, gerade erst recht! Sie hat eine recht schlechte Vorgeschichte mit dem Glauben, aber sie wüsste im Grunde alles, sie muss es nur noch annehmen. Bei ihr ist es leider wie bei so vielen, sie ist von Menschen enttäuscht und beschämt worden, die ihr eigentlich hätten ein Vorbild im Glauben sein sollen. Ihr wurden religiöse, menschengemachte Regeln zum Verhängnis und auf ihre provokanten und auch sehr legitimen Fragen ist niemand eingegangen. Und ehrlich? Ich verstehe sie. Wenn ich nicht an Gott glauben würde, wäre ich vermutlich auch Atheistin.

Bisher hat sie sehr erfolgreich alle Probleme selbst gemeistert und Hilfe von Menschen bekommen. Schön für sie! Wirklich! Sie hat in der letzten Zeit viel Mist erlebt. Aber ich vermute, das war noch nicht alles…

Bei denjenigen die sich am vehementesten wehren, tut es oft am meisten weh, wenn sie erkennen, dass sie es selbst nicht mehr schaffen.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Anni Side | andererseits.at
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