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Frauen bekommen immer später ihr erstes Kind

Mein erstes Kind habe ich 2013, mit 28 Jahren bekommen. Zum damaligen Zeitpunkt ungefähr der Durchschnitt als Erstgebärende. Inzwischen ist der Durchschnitt der Erstgebärenden in Österreich auf 29,2 Jahre angestiegen.Was geschieht durch die Altersverschiebung? Die Mütter und somit auch die Großeltern werden immer älter- logisch. Was sind die Folgen?

Großeltern sind wichtig

Bei den Großeltern darf man zumeist um einiges mehr, als zu Hause. Sie sind meistens nicht so streng. Sie machen mit den Kindern Dinge, für die die Eltern vielleicht oft keine Zeit haben- basteln, spielen, kochen, backen… Sie hören zu. Sind da.

Wenn es sie noch gibt. Besser gesagt, wenn sie noch zur Verfügung stehen.

Meine Kinder haben wirklich das große Glück Großeltern zu haben und sogar noch Urgroßeltern! Alles ganz liebe Menschen und die Kinder lieben sie!

Ich kenne einige Erst-Mamas die Ende 30, Anfang 40 sind und sagen, dass ihre Eltern nicht mehr in der Lage sind auf ihre Enkel aufzupassen. Sie fühlen sich dem Kleinkind nicht mehr gewachsen.
Dies stellt laut mir ein enormes Problem dar!

Die Oma die auf die Enkel aufgepasst hat, während Mama mal einkaufen gehen, einen Friseurbesuch wahrnehmen und vielleicht sogar arbeiten gehen konnte, gehört, wie es scheint, immer mehr der Vergangenheit an. Zudem, wenn die Kinder keine Chance mehr bekommen, die Großelterngeneration kennen zu lernen und in Folge von ihnen zu lernen, geht enorm viel Wissen verloren! Auch die Feinfühligkeit auf die ältere Generationen, vielleicht auch in späterer Folge, eingehen zu können und auf diese acht zugeben, geht verloren. Wo keine Beziehung da ist, erfolgt auch kein Verständnis! Zu jung Kinder bekommen ist selbstverständlich auch ein Problem, wenn die eigenen Eltern noch erwerbstätig sind und somit nicht verfügbar sind. Die Zeiten, in denen die Mutter zu Hause bleibt, auch über das Kleinkindalter hinaus und folglich später auch für die Enkel verfügbar ist, wird es wohl leider immer weniger geben.

Was geschieht?

Die heutigen Eltern benötigen dadurch mehr Geld, da sie für die Betreuung ihrer Kinder zahlen müssen und mehr Nerven, da sie zwischendurch niemand haben, der ihnen mal aushilft. Auch arbeiten gehen wird für eine Mama mühsamer, wenn dann das Geld größtenteils dazu benötigt wird, für die Betreuung der Kinder zu bezahlen. Die Kleinkinderbetreuung ist gar nicht so billig! Wir reden da von über € 300,– im Monat, wenn es um eine Ganztagesbetreuung geht (Österreich). Das Geld muss erst einmal erwirtschaftet werden! Wenn die Frau dann auch noch Alleinerziehend ist und nicht Vollzeit arbeiten gehen kann, reißt dies ein ganz schön großes Loch in die Haushaltskasse!
Sind wir mal ehrlich. Wie viele Mütter gehen Vollzeit zum arbeiten und dann auch noch in hochbezahlten Führungspositionen? Ich kenne keine. Der Fokus liegt weiterhin ganz klar auf dem Nachwuchs, da sich die Sorge und das Kümmern um den Nachwuchs nicht mit einer Vollzeitstelle, vielleicht auch noch mit Verantwortung, vereinbaren lässt. Kein Wunder dass Frauen im Vergleich zu Männern weniger verdienen! Aber anstatt die Erziehungsarbeit der Kinder auch finanziell zu werten, wird die Frau finanziell abgewertet, die den Fokus auf den Nachwuchs legt.

Der Staat muss bei der Betreuungsleistung einspringen und immer mehr für den Ausbau von Kinderbetreuungsstätten ausgeben, was den Müttern garantieren soll, dass sie ihre Arbeit ohne Probleme wieder aufnehmen können. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht bei vielen Politikern ganz groß im Vordergrund. Ebenso das Vorhaben der Gratisbetreuung, damit die Familien eben dadurch keine finanzielle Belastung mehr und mehr von ihrem erwirtschafteten Geld haben.

Schön und gut in der Theorie. Praktisch funktioniert es nicht. Müsste es laut mir auch nicht, wenn man bei den jungen Frauen und Männern den Wert von Job und Karriere nicht so hoch ansetzen würde. Ja, ein guter Job und folglich ein gutes Einkommen ist bestimmt nicht schlecht! Aber nur wegen Job, Studium und Karriere die Sache mit dem Kinder bekommen so lange nach hinten schieben, bis es eigentlich fast schon zu spät ist?

Aber dafür gibt es auch schon eine Lösung: Eier einfrieren lassen!

Große Firmen wie Google bieten dies ihren Mitarbeiterinnen sogar an und bezahlen die anfallenden Gebühren, damit ihnen die Fachkräftinnen, aufgrund Babypause und Erziehungszeiten, nicht verloren gehen. Wer viel in die Bildung und Fortbildung investiert, möchte dann auch davon zehren können!

Die Reproduktionsmedizin verdient sich eine goldene Nase an den Menschen, die die Sache mit dem Kinder bekommen so lange nach hinten verschoben haben, bis es eigentlich rein körperlich gar nicht mehr möglich wäre. Viele werden in Folge enttäuscht, da auch die Medizin ihre Grenzen hat.

Bekommt jung eure Kinder! Wartet nicht! Den “richtigen” Zeitpunkt gibt es nicht.

Dies hat mehr Vorteile als Nachteile. Der Job, die Karriere, kann gegebenenfalls nachgeholt werden oder man merkt, dass dies nicht wichtig ist im Leben. Mir persönlich wäre eine berufliche Karriere nicht wichtig. Für was? Mir erschließt sich der Sinn dahinter nicht. Zudem die Sorge um das fehlende Verständnis für die ältere Generation. Was man, laut mir schon, an der fehlenden Bereitschaft der jungen Menschen sieht, einen Pflegeberuf zu erlernen und somit für die ältere Generation zu sorgen.

Einzelkind

Kinder von älteren Müttern werden zudem auch mit größter Wahrscheinlichkeit Einzelkinder bleiben. Manchmal klappt es einmal und ein zweites Mal dann nicht mehr, weil der Zahn der Zeit an dem Körper nagt. Menopause. Manchmal klappt es noch ein zweites Mal. Schön, wenn dem so ist! Wahrscheinlich reicht es vielen jedoch nach dem ersten Kind, da ihnen aufgeht: Ein Kind aufzuziehen ist absolut nicht ohne!

Hat es auch Vorteile, Kinder später zu bekommen?

Natürlich! Sonst würden es nicht so viele tun. Die meisten, die sich dafür entscheiden, möchten zuerst einmal Karriere machen, sprich Geld verdienen, um ihrem Nachwuchs einen finanziell guten Start ins Leben zu ermöglichen. Ein gut gefülltes Bankkonto erleichtert bestimmt vieles, im Bezug auf den späteren Erfolg des Kindes. Bildung und Förderung ist manchmal recht kostspielig. Junge Eltern haben von der finanziellen Seite oft weniger Möglichkeiten, als ältere Eltern, die sich schon etwas ansparen und aufbauen konnten.

Die Frage ist, was ist einem wichtiger? Finanziell gut ausgesorgt zu haben und dem Kind alles bieten zu können? Oder dem Kind ein ausgewogenes familiär, soziales Umfeld bieten zu können (wenn vorhanden) und Eltern und Großeltern, die noch Nerven und Elan haben auf die Kinder einzugehen. Hier ist auch wichtig zu erwähnen, dass im zweiten Fall die Kinder wahrscheinlich den Wert des Geldes eher zu schätzen lernen, da sie bei den Eltern sehen, dass man sich eben nicht immer alles leisten kann.

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