Wir als Europäer haben das große Vorrecht, unglaublich viele Datensätze an Informationen zur Verfügung zu haben. Wenn wir etwas wissen wollen, gehen wir ins Internet, oder könnten auch ganz nach alter Schule in eine Bibliothek gehen. Wenn wir etwas wissen wollen, kommen wir sehr leicht und ohne Anstrengung an Wissen.

Die Tage ist es ein riesen Thema in allen Elternforen: Die Masern-Impfung. Soll diese nun Pflicht werden oder nicht? Impfgegner und Impfbefürworter schlagen sich verbal die Schädel ein. Es wird wohl sogar schon auf Regierungsebene beratschlagt, ob man eine Impfpflicht einführen soll. Hier geht es um Deutschland, nur so nebenbei gesagt. Allerdings denke ich, dieses Thema ist auch für Österreich wichtig, da die Ansichten sich nicht viel unterscheiden. Es gibt immer mehr Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen. Aus Angst vor Nebenwirkungen. Die Impfgegner sind laut und verbreiten viele schreckliche Nachrichten über mögliche Impfschäden. Das verunsichert die Eltern! Und so entscheiden sich viele, vielleicht sogar entgegen ihrem Bauchgefühl, gegen eine Impfung, weil sie ihrem Kind nicht schaden wollen. Doch schaden sie ihrem Kind nicht viel mehr, wenn sie ihm die Impfung verweigern? Viele Kinderkrankheiten, die schon als fast ausgestorben galten, erleben derzeit wieder eine Renaissance, weil nicht mehr dagegen geimpft wird.

Was ist schädlicher, mögliche Nebenwirkungen die 1 von 1000 Geimpften trifft, oder eine Massenepidemie, die vielen schadet? So wie es zuletzt mit den Masern geschah. Eine ganze Schule in der Schweiz wurde abgeriegelt, da diese hoch anstreckende und gefährliche Krankheit ihre Runden drehte. Nur geimpfte Kinder durften noch den Unterricht besuchen. Viele Eltern ließen ihre Kinder nachimpfen.


So schnell steckt man sich mit Masern an Masern sind eine hoch ansteckende Krankheit. Die Viren übertragen sich vor allem über Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen. Oder durch Kontakt mit infizierten Gegenständen wie Geschirr oder Besteck. In der Regel heilen Masern problemlos aus. Doch es kann auch Komplikationen geben wie Mittelohr- und Lungenentzündung.

Gefürchtet ist die Hirnentzündung (Enzephalitis). Sie tritt in einem von 1000 Masern-Fällen auf. Ein Drittel der Erkrankten riskiert bleibende geistige Schäden. Im Extremfall kann Masern-Enzephalitis zum Tod führen.


https://www.blick.ch/news/schweiz/bern/kinder-muessen-zuhause-bleiben-12-masern-faelle-an-steiner-schule-in-biel-id15176416.html

Impfgegner denken nur an sich, an ihr Kind, was mit den anderen ist, ist ihnen egal. Der noch ungeimpfte Säugling der Freundin? Die Oma im Altenheim? Das immun-geschwächte kranke Nachbarskind? Alles Menschen, die ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung haben und durch einen möglichen Überträger schwer erkranken können. Bei demjenigen der die Krankheit in sich trägt muss diese gar nicht ausbrechen, oder vielleicht bricht sie auch nur in abgeschwächter Form aus, aber alle im Umfeld, bei deren Körper, aus welchen Gründen auch immer, die Immunabwehr geschwächt ist, oder der Körper noch keine Antikörper bilden konnte, sind einer erhöhten Gefahr durch dieses eine ungeimpfte Kind ausgesetzt. Während der Inkubationszeit sind Masern übrigens nicht ansteckend, wie ich gerade las. Sehr erleichternd! Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Wochen. Solange kann sich also der Erreger schon im Körper befinden, bevor er ausbricht.

Meine Auseinandersetzung mit dem Thema

ABER trotz allem, ich kann die Eltern verstehen, die sich gegen das Impfen entscheiden! Klingt doof, ist aber so. Als bei meinem ersten Kind die Entscheidung anstand, ob impfen oder nicht, las ich mich quer durch alle mir verfügbaren Informationen über das Pro und Kontra von Impfungen und… ich war vollkommen überfordert!

Beide Seiten haben sehr gute Argumente dafür oder dagegen! Ja wirklich!

Außerdem erfuhr ich von meiner Mutter, dass wir früher auch nicht geimpft worden sind, da dazumal vor möglichen Verunreinigungen bei den Impfdosen gewarnt worden war. Ich hatte demzufolge als Kind alle Kinderkrankheiten ganz normal durchgestanden. Dies wurde mir erst dann richtig bewusst, als ich selbst Kinder hatte. Über so etwas macht man sich doch normalerweise sonst keine Gedanken, oder? Auf alle Fälle hatte ich alle Informationen und auch die Info von meiner Mama, dass dies heute nicht mehr so sei, die Medizin sei inzwischen weiter. Sie arbeitet in einem medizinischen Bereich und ist der Schulmedizin nicht mehr abgeneigt. Heute würde sie ihre Kinder impfen lassen. Als Hintergrundinfo: Wir waren als Kinder erst ab dem dritten Lebensjahr in einer Kinderbetreuung, daher waren wir nicht mehr so klein, als wir mit den Erregern in Berührung kamen.

Trotz allem war ich in der Zwickmühle. Was tun? Ich entschied mich schlussendlich aus dem Bauch heraus und für das Impfen! Zwar ließ ich nicht alles impfen was vorgeschlagen wurde, aber die wichtigsten Impfungen, wie MMR und diverse andere. Was soll ich sagen? Meinen Kindern geht es gut! Sie sind ohnehin noch mehr als oft genug krank. Aber bei den Krankheiten muss ich mir wenigstens keine Sorgen machen, dass es ihnen Leben kosten könnte.

Das Problem mit dem Internet

Die Eltern sollten vielleicht von ihrem Arzt besser beraten werden. Die Frage ist allerdings, wer hört heute noch auf seinen Arzt? Früher hat jeder auf das gehört, was der Haus- oder Kinderarzt gesagt hat, heute hört man auf das, was das Internet von sich gibt.

Jeder, der schon mal etwas ins Internet eingestellt hat, weiß, dass man alles schreiben kann. Jedenfalls in unseren Breitengraden. Es wird nichts auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüft. Ich könnte jetzt zum Beispiel eine professionelle Beratungsseite erstellen und Infos mit Querverweisen von irgendwelchen Studien darauf platzieren, die jeder kostenlos abrufen kann. Ob diese Infos korrekt sind, kontrolliert keiner und alle denken, nur weil es professionell aussieht, stimmen die Information auf der Webseite und übernehmen es und erzählen es weiter. Keiner liest die Studien, die alles beweisen sollen und wenn dann sind sie von der Fülle an Informationen abgeschreckt oder ganz einfach, weil es eine andere Sprache ist. So geht es mir mal oft.
Die Infos werden geteilt und geteilt und vielleicht auch von anderen Blogs und Webseiten übernommen und solange sich niemand die Mühe macht und recherchiert, ob die Infos überhaupt stimmen, glauben es die Menschen. Und selbst wenn dann mal jemand kommt und sagt, das ist kompletter Quatsch und vielleicht sogar schädlich, glauben es wahrscheinlich sogar einige Menschen nicht, weil sie davon überzeugt sind.

Kommt euch das bekannt vor? Solche Beispiele gibt es leider viele und diese sorgen dafür, dass Menschen sich aus voller Überzeugung selbst schaden und sogar soweit gehen, dass sie wegen einer völlig an den Haaren herbeigezogenen Theorie, ihr Leben lassen. Diese Geschichten werden dann in den Boulevardmagazinen ausgeschlachtet und alle sind entsetzt.

Es ist oft gar nicht so leicht Lüge und Wahrheit voneinander zu unterscheiden!

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