Ist Feminismus und der Glaube an den Gott der Bibel wirklich so gegensätzlich?

Meine letzten Tage waren sehr nachdenklich geprägt. Ich führte auf Twitter eine für mich heftige Diskussion über die Stellung der Frau in der Gemeinde, die über einen hier veröffentlichten Blogbeitrag entbrannte, ob Frauen predigen dürfen.

Mir wurden Bibelstellen um die Ohren geknallt, dass die Frau im Gottesdienst zu schweigen und sich ihrem Mann (oder auch den Männern in der Gemeinde) unterordnen zu habe. Was ja grundsätzlich erst einmal wahr und richtig ist, aber der Ton in der Diskussion störte mich massivst und auch der Befehlston einiger Kommentatoren. Argumente, dass viele Aussagen auf die damalige Zeit umzumünzen sind, weil die Frauen z.B. dazumal ungebildet waren und damit sie keine falschen Aussagen tätigen zum Schweigen ermahnt wurden, wurden geflissentlich überhört. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr und fühlte mich auch überstimmt. Nicht überzeugt! Ich setzte daraufhin den Blogbeitrag auf Entwurf zurück und entzog mich somit weiteren Diskussionen, da die Diskussionsteilnehmer daraufhin Zufriedenheit verspürten und abließen. Ich für meinen Teil war jedoch noch lange nicht zufrieden und weiterhin in vielem im Unklaren gelassen. Aber nun gut, da war Twitter höchstwahrscheinlich auch die falsche Plattform um das auszudiskutieren. War vielleicht sogar mein Fehler, mich auf diese Diskussion einzulassen.

Nachrecherche

Die Tage verfasste ich auf Facebook, unter meinem privaten Account, einen Beitrag und fragte in die Runde, ob Theologen in meiner Freundesliste sind, die mir die Stellung der Frau in der Gemeinde und ob Frauen predigen dürfen, biblisch einwandfrei “beweisen” können. Nach einem Tag Stille meldeten sich einige Freunde und Bekannte und auch ein ehemaliger örtlicher Pastor, welcher mir per privater Nachricht zwei Skripte übersandte, über die Stellung der Frau in der Gemeinde und dazu von ihm als zugehörig empfunden, auch ein Skript über die Leiterschaft in der Gemeinde.
Er ist der Meinung, dass Frauen unter der Verantwortung der Ältesten eine Predigt halten können und dass diese Diskussion zu emotional geführt wird und die verschiedenen Aspekte zu wenig beachtet werden. Auch dass die heutigen Christen sehr denkfaul und pragmatisch geworden seien. Da konnte ich aus vollstem Herzen zustimmen! Er schrieb, ich könne dann aus seinen Skripten herauslesen, wie er zu dieser Meinung gekommen ist.
Ich bin mit den Skripten bei Weitem noch nicht durch, sie sind sehr umfangreich und ich muss nach jeder Seite in mich halten und nachdenken. Es wird wohl noch einige Zeit dauern. Ob ich darüber blogge ist fraglich, da ich das Thema im Grunde mit diesem Blogbeitrag abschließen möchte.
Das muss jede Gemeinde und jede Frau für sich selbst entscheiden und was für die einen richtig ist, kann für die anderen falsch sein. Das ist auch eine Sache, die mich oft so stört. Erkenntnisse eines Menschen werden oft zum Dogma für eine ganze Gruppe von Menschen, die oft damit gar nichts am Hut haben oder mit ganz anderen Problemen zu kämpfen haben. Es wird über die Gruppe gestülpt und was der Einzelne davon denkt, hat im großen Ganzen keine Relevanz mehr und wird auch nicht beachtet oder sogar mit Pauken und Trompeten niedergeredet. Und dabei besteht immer die Gefahr ins Sektierertum zu geraten. Prüfet alles, behaltet das Gute! Die Bibel

Letztendlich setze ich den erwähnten Blogbeitrag wieder auf öffentlich.

Urfeminismus

Schützenhilfe bekam ich die Tage ganz unverhofft von Alice Schwarzer. Nein, natürlich nicht von ihr persönlich! Sondern von ein paar Aussagen auf dem Twitteraccount ihrer feministischen Zeitschrift Emma. Ich abonnierte den Kanal eigentlich um dagegen wettern zu können (ja, ich habe da so meine sehr unchristliche Adern…), aber als ich dann so über die Tweets las, konnte ich keine einzige Aussage dementieren! Im Gegenteil, ich saß nickend vor dem Bildschirm. Das heißt jetzt nicht, dass ich alles was Alice Schwarzer jemals veröffentlicht hat als gut und richtig empfinde, das muss man schon differenzieren, aber muss man immer mit allen Aussagen einer Person einverstanden sein?
Ein Kommentator von einem meiner früheren Blogbeiträge kommentierte schon einmal, dass der Urfeminismus sich stark davon unterscheidet, wie es heute wahrgenommen und gelebt wird. Und das ist auch das, was eine andere Userin auf Twitter unter einen positiven Kommentar von mir setzte:


Für ihre Generation war sie streckenweise ein rotes Tuch, meine Generation hat von ihren Errungenschaften profitiert. für die nächste Generation wird sie noch zur Persona non grata werden, weil rääächts.


https://twitter.com/city0815

Alice Schwarzer als rechts verschrien? Wie bitte? Das war mir neu und durchforstete ein paar einschlägige Kommentare und… tatsächlich. Wir haben etwas gemeinsam! Trotz aller Freude, fasste ich es nicht. Wie gesagt, ich bin bei Weitem nicht mit allen Aussagen von Alice Schwarzer einverstanden und sie ist auch keine Christin, sondern Atheistin, aber das heißt ja nicht, dass sie deswegen keine Ahnung von Leben hat. Im Gegenteil, sie ist um einiges Älter als ich und hat dadurch bestimmt schon um einiges mehr erlebt, gehört und gesehen als ich. Ihr letzter Beitrag über Prostitution und dass es Ausbeute für die Frauen ist, konnte ich vollstens zustimmen- zu finden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Emma.

Die christliche Frau

Kommen wir zurück zum Thema. Die Frau. Die christliche Frau. Natürlich macht der Feminismus nicht vor den christlichen Gemeinden halt. Und das ist auch gut so! Aber man muss eben differenzieren, was wirklich Sinn macht im Feminismus und was nur gegen das andere Geschlecht, sprich den Mann wettert oder auch allgemein gegen die ganze Menschheit. Da wären wir jetzt wieder bei der Genderideologie, die sich auf den Feminismus aufbaut und von mir vollständig abgelehnt wird, da absolut menschenfeindlich. Die Urfeministinnen haben jedoch mit diesem nichts gemeinsam!

Ich bin der Meinung, dass Jesus speziell den Frauen unzählig viele Rechte zugesprochen hat, die sie unter dem alten Gesetz, sprich der Thora und dessen Gesetzeslehrern, nicht hatten. Durch das Aufkommen des Feminismus hatte nun auch die christliche Frau die Chance erhalten, sich gegen die jahrhundertelange Unterdrückung zur Wehr zu setzen und endlich ihre Rechte wahrnehmen zu können.

Wir christlichen Frauen müssen weise mit den neu gewonnenen Rechten umgehen. Es geht nicht gegen die Männer! Mann und Frau gehören zusammen und bilden eine Einheit vor Gott!

Auch wenn das einige Männer nicht so sehen und wenn starke und kluge Frauen daherkommen und im Gemeindeleben aktiv mitmischen wollen, aus Angst um ihre Integrität, alles ablehnen.

Mann und Frau sind gleichberechtigt und dazu angehaltenen, die ihnen von Gott zugewiesenen Aufgaben auszuführen. Wie diese Aufgaben aussehen entscheiden zwei Komponenten: die von der Natur gegebenen Aufgaben, die vom menschlichen Körper vorgegeben sind, wie etwa das Kinder bekommen für die Frau und das Versorgen derer durch den Mann, da der männliche Körper für schwere Arbeiten ausgelegt ist. Und dann gibt es noch die geistlichen Gaben und somit Aufgaben und die an kein Geschlecht gebunden sind. Es muss im Gemeindeverband, mit den verantwortlichen Leitern, ausgemacht werden, wie wer welche Gaben und Aufgaben ausführt- die Oberhäupter achten und ehren und mit ihnen gemeinsam einen Konsens bilden, für die Zusammenarbeit. Ein gutes Oberhaupt drückt auch niemanden nieder, sondern achtet darauf, dass alle ihre Gaben und Talente, zur Ehre Gottes, einsetzen können. Meine Meinung.

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