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Keine Angst


In der Angst rief ich den HERRN an; und der HERR erhörte mich und tröstete mich. (Psalm 118,5)

Angst ist ein schlechter Ratgeber, das wissen die meisten. Angst engt uns ein, sie nimmt uns die Luft zum Atmen und hindert uns daran, frei zu sprechen. Ängste können uns lähmen, so dass wir das Gefühl haben, nichts mehr tun zu können. Sie blockiert unser Denken und Handeln.

Es ist gut, wenn wir zugeben können, dass wir Angst haben, und nicht meinen, immer den Helden spielen zu müssen. Wer nicht sagen kann, dass er Angst hat, der hat deswegen nicht weniger Angst, sondern mehr: Denn er hat zusätzlich auch die Angst, über seine Angst zu sprechen.

Jesus kannte die Menschen gut, auch mit ihren tiefsten Sorgen und Ängsten. Er hat einmal gesagt:
“In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.” (Johannes 16,33)

In den Psalmen ist sehr oft von Angst die Rede. Die Menschen haben ganz unterschiedlich Ängste. Und in ihrer Angst, aber auch mit ihrer Angst, wenden sie sich im Gebet an Gott. Sie tun das in der Hoffnung, dass er ihnen helfen kann. Wer gelernt hat, über seine Ängste zu sprechen, der kann feststellen, dass es ihm dadurch leichter ums Herz wird. Wenn wir uns mit unserer Angst an Gott wenden, dürfen wir darauf vertrauen, dass er uns erhört und uns tröstet. Das, was die Angst ausgelöst hat, ist bestimmt immer noch da, aber es ist dann nicht mehr das Einzige, was uns vor Augen steht und unsere Gedanken und Empfindungen bestimmt. Der Beter darf auf den sehen und hören, der die Welt mit all ihren Ängsten überwunden hat.

Bei einer Gelegenheit kam Jesus zu seinen Jüngern, die sich in ihrem Boot mitten in einem Sturm befanden. Petrus sah Jesus und wollte ihm über das Wasser entgegengehen. Jesus rief ihn zu sich – und solange Petrus seinen Blick auf Jesus richtete, konnte er tatsächlich auf dem Wasser gehen. Als er aber auf das Wasser, die Wellen und den Sturm blickte, ging er in seiner Angst unter.

Wer seinen Blick auf Gott richtet, der bekommt einen festen Halt. Er erfährt, dass Gott ein stabiler Fels ist, auf dem er stehen kann, so wie der Beter dieses Psalms:

Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht fallen werde. Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Gott. Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. (Psalm 62,6-9)

Alexander Märtin

www.schriftenmission.org

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