Hoffnung, die trägt

Auf was hoffen wir eigentlich? Manchmal hoffen wir auf gutes Wetter, dann wieder auf Regen. Junge Menschen hoffen auf gute Zensuren in der Schule und dann auf einen interessanten Beruf. Wir hoffen darauf, gute Freunde zu haben. Wir hoffen, gesund zu bleiben. Ohne Hoffnung kann niemand leben. Es gehört zu unserem Menschsein, dass wir hoffen können. Ein Sprichwort sagt: „Solange wir leben, hoffen wir.“ Es gibt kaum einen Menschen, der nicht irgendwie hofft. Wir brauchen Hoffnung, um den nächsten Schritt gehen zu können. Wir brauchen Hoffnung, um leben zu können.

Gerade die Hoffnung auf ein gesundes Leben bestimmt die meisten der Wünsche, die zum Jahreswechsel, zum Geburtstag oder zu sonstigen Anlässen ausgesprochen werden. Wir hätten gern ein gesundes Leben, in dem gelingt, was wir uns vorgenommen haben, in dem wir verschont bleiben von großen Erschütterungen und Belastungen. Und wir tun viel dafür, dass es auch so kommt: Viele versuchen auf jede nur mögliche Weise, körperliche Schwächen zu verhindern. Doch leider gelingt das oft nicht. Gesundheitliche Einbußen lassen sich eben doch nicht verhindern, das Altern gehört zum Leben dazu, und so müssen wir immer wieder mit Einschränkungen leben. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, egal, wie aussichtslos unsere Situation scheinen mag.

Hoffnung zeigt sich gerade auch im ungebrochenen Lebenswillen, den wir mitunter bei kranken und behinderten Menschen antreffen können. Wahrscheinlich trifft genau bei solchen Menschen dieses Motto in besonderer Weise zu: „Solange wir leben, hoffen wir.“ Es gibt aber auch das Gegenteil: Menschen, die resigniert und sich selber aufgegeben haben. Durchkreuzte Pläne, enttäuschte Hoffnungen im Beruf oder im persönlichen Leben nähren den Boden der Resignation. Zeichen dafür begegnen uns heutzutage immer häufiger. In manchen Gesprächen höre ich: „Du hast es gut. Du weißt ja nicht, wie es mir geht. Ich habe keine Perspektive mehr.“ Das sagt der Arbeitslose, der keine Stelle mehr findet. Das sagen Ehepartner, die im Streit aneinander leiden. Das sagen Kranke, denen der Arzt durch seine Diagnose jegliche Hoffnung genommen hat. In der Tat, es kann uns vieles in die Verzweiflung treiben. Für mich ist es wichtig geworden, die Bibel als ein Buch der Hoffnung zu verstehen. Fast auf jeder Seite leuchtet Hoffnung auf. So betet David zum Beispiel in Psalm 25,5: „Lehre mich Schritt für Schritt, nach deiner Wahrheit zu leben. Du bist der Gott, bei dem ich Rettung finde, zu jeder Zeit setze ich meine Hoffnung auf dich.“ (Hoffnung für alle)

Christen hoffen auf Gott, weil sie „wiedergeboren“ sind „zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“ (1. Petrus 1,3). Jesus ist die unerschütterliche Grundlage unserer Hoffnung. Wo der auferstandene Christus ist, da ist auch Hoffnung und Leben. Diese Hoffnung geht weiter als jede menschliche Hoffnung. Jesus sagt. „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ (Johannes 14,19). Durch Jesus haben wir eine Hoffnung, die über den Tod hinausreicht. Hoffnung hat viel mit Spannung zu tun. Im Hebräischen heißt Hoffnung Tikwa. Dieser Begriff beschreibt eine bis zum Zerreißen gespannte Schnur. Hoffen heißt also: In einer Spannung leben und diese Spannung aushalten. In welchen Spannungen leben Sie heute? Wo sind Sie gefordert, Dinge die Sie nicht sofort ändern können, auszuhalten? Vielleicht im Umgang mit den eigenen Kindern? Mit dem Chef am Arbeitsplatz? Mit einer lebensbedrohenden Krankheit? Mit den Folgen eines Unfalls? Wir können wie David beten und uns heute anstecken lassen mit einer Hoffnung, die nicht trügt, sondern trägt. Mit der Hoffnung auf das ewige Leben in Gottes neuer Welt können wir schon heute unsere Gegenwart gestalten. Mit dieser Hoffnung können wir auch in schwersten Krisen zuversichtlich bleiben, denn wir wissen: Das Beste kommt noch.

Alexander Märtin

www.schriftenmission.org

Bild mit freundlicher Genehmigung von Foto von Benjamin Balázs auf Unsplash
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