Ich werde immer wieder, und das ist mir ehrlich gesagt ziemlich peinlich, von Leuten bewundert, was ich denn alles könne. “Ich könnte das nie! Ich bewunder dich ja, das du das alles kannst! Wann machst du das alles denn? Glaub, das wäre mir alles zu viel!”

Was tue ich denn? Schreiben. Und das sehr, sehr viel. Lesen, auch das sehr, sehr viel. Nähen kommt derzeit ziemlich zu kurz. Wenn ich nähe habe ich keine Zeit zum Schreiben oder lesen. Das sind drei Tätigkeiten die ja, das gebe ich zu, ziemlich zeit intensiv sind und Übung benötigen. Dann auch noch mein Engagement für Stoffwindeln und alternative Monatshygiene, wovon eigentlich auch mittlerweile alle in meinem Freundes- und Bekanntenkreis wissen, dass sie bei mir nachfragen können, wenn Bedarf an Wissen und praktischer Beratung besteht. Das tue ich unglaublich gerne! Und dann, habe ich natürlich auch noch drei Kinder und meinen 140qm Haushalt, was auch alles viel Beachtung und Pflege benötigt. Eh klar.

Das war aber bei Weitem noch nicht alles. Ich habe noch so unglaublich viele Ideen in meinem Kopf. Aber ich hab einfach keine Zeit! Ich bin immer entsetzt, wie schnell meine Tage vorbei sind und ich einfach nur die Hälfte von dem geschafft habe, was ich mir eigentlich vornahm- aber das geht wohl vielen genauso.

ICH WILL es!

Das ist wahrscheinlich der Hauptunterschied zu manch anderen. Wenn ich etwas unbedingt will, dann tue ich es, koste es, was es wolle. Hat den Nachteil, dass wenn ich etwas absolut nicht will, dann tue ich es einfach nicht, oder von etwas nicht überzeugt bin, mich niemand davon überzeugen kann, dass es so ist. Das ist dann mein berühmter Sturschädel.

Wenn ich etwas möchte, dann eigne ich mir das dafür benötigte Wissen an, egal wie lange es dauert und probiere einfach aus, was laut mir noch um einiges wichtiger ist. Ausprobieren. Experimentieren. Tüfteln, wie es klappen könnte. Und ja, es klappt vieles nicht beim ersten Mal. Manchmal gebe ich eine zeit lang auf, weil es einfach nicht funktioniert. Bin komplett frustriert und genervt, was dann alle im meinem Umfeld zu spüren bekommen, um dann irgendwann wieder von vorne zu beginnen, vielleicht.
Manchmal ist es der sprichwörtlich vollkommene Griff ins Klo und ich muss vor mir zugeben: Das war so nichts! Das funktioniert für mich nicht! Aber ich habe es wenigstens ausprobiert und WEIß, dass es nicht funktioniert. Learning by doing. In ganz seltenen Fällen bin ich echt schmerzhaft auf die Schnauze gefallen, aber mit den Jahren durfte ich lernen, wie man den Fall etwas mindert und mit mehr Köpfchen an die Dinge ran geht. Ich will jetzt nicht sagen, dass es mir nie wieder passiert, kann immer passieren, aber dann ist es eben so. Aufstehen, Krone richten, weitergehen!

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Oder: Scheiß drauf, einfach machen! Was soll denn schon großartig geschehen?

Anni Side

Heute habe ich mir zum ersten Mal im Nacken, hinten, die Haare selbst geschnitten. Und, ich bin stolz drauf! Stolz wie Bolle. Das hatte ich mir nun wochenlang durch den Kopf gehen lassen, YouTube Videos geschaut, überlegt: Soll ich vielleicht doch lieber zum Friseur? Was ist, wenn es schiefgeht und ich danach voll Scheiße aussehe? Wann hätte ich denn dann Zeit zum Friseur zu gehen? Shit, dann müsste ich wahrscheinlich eine ganze Woche mit verpfuschten Haaren herumlaufen! Nee, doch, nee, doch, nee, doch… ARGH, was soll ich tun?
Heute während dem Gottesdienst, ich saß mit meiner Tochter im Babyraum, weil sie nicht in der Kinderstunde bleiben wollte, nahm ich mir vor: Nach dem Mittagessen tust du es einfach! Gesagt getan. Allen Mut zusammen genommen, mich an das erinnert, was ich in den YouTube Videos gesehen hatte und…. Schnipp, schnapp, Haare ab- im Nacken. Wow, das funktioniert! YEAH! Bisschen hier noch weg, bisschen da noch weg. YES, geil! Es hat funktioniert! Eigentlich müsste ich ab sofort nie mehr zum Friseur. HAHA. Profi! Naja… Fast. Nee, ein bisschen krumm ist es, aber egal. Sieht man nicht wirklich. Es ist selbstgemacht. Es ist gut! Mir gefällt es und das ist ja die Hauptsache. Beim nächsten Mal wird es bestimmt dann schon besser. Übung macht den Meister!

Geld gespart, Schwabe ist zufrieden. Perfekt!

Seid mutig und stark, habt keine Angst, denn ich der Herr dein Gott bin bei euch.

Josua 1,9

Das war übrigens unser Hochzeitsvers. Woraufhin alle gefragt haben, ob wir Angst vor unserer Hochzeit haben. Haha. Nee, es war auf den Zukunftstraum gemünzt, der ja auch schon von Beginn an über unserer Ehe schwebte und uns, bis heute, schon etwas (viel) Angst macht. Es ist ja auch ein mächtiges Projekt!

Das war “mein Wort zum Sonntag”. Hoffe, den tollen Beitrag von Alexander heute habt ihr schon gelesen, nicht dass der unter geht: Hoffnung, die uns trägt.

Wünsche euch allen noch einen schönen Sonntag und morgen einen guten Start in die neue Woche!

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