3-2-1 Geist

Die Bibel sagt: „Gott ist Geist“. Gott ist kein Mensch, an dem der Zahn der Zeit nagt. Seine Worte haben Bestand. Seine Wege heben sich von unseren Wegen ab wie der Himmel von der Erde. Gott ist ewig und so vollkommen und mächtig, dass wir dafür keine angemessenen Worte finden. In diesem Sinn ist Gott Heiliger Geist.

Gott ist Person. Er ist nicht einfach „Energie“, sondern derjenige, der das Sichtbare und Unsichtbare, alles Materielle und alle Lebewesen geschaffen hat. Er steht über der Schöpfung und macht Geschichte mit ihr, weil er ein Ziel mit ihr hat: Aus Liebe will Gott mit seinen Geschöpfen Gemeinschaft haben – eine Gemeinschaft, die nur möglich ist, weil Gott Geist und Person ist. Wir Menschen haben in dieser Geschichte Gottes einen besonderen Platz: Gott will uns Anteil geben an seinem Handeln und uns miteinbeziehen. Bis heute sucht er die Beziehung zu den Menschen, obwohl diese sie durch ihren Eigensinn zerstört haben.

Gott hat schon immer durch seinen Geist gehandelt. Im alten Israel sprach er zu den Propheten. Einer von ihnen, Jesaja, beschrieb den Geist Gottes als „Geist der Weisheit und des Verstands, Geist des Rats und der Stärke, Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“ (Jes 11,2). Nachdem Gott zuvor dem Volk der Israeliten viele Seiten seines Wesens offenbart hatte, enthüllte er sich selbst, war er in seinem Sohn Jesus Christus ganz da und stellte sich den Menschen endgültig vor. Jesus war vom Heiligen Geist erfüllt, als er in Galiläa und Jerusalem lehrte und Wunder tat. So sagte Jesus seinen Freunden: „Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben.“ (Joh 6,63). Nicht Schall und Rauch, sondern Geist und Leben. Und später nennt Jesus den Heiligen Geist den „Tröster“, den „Geist der Wahrheit“, den er ihnen senden will. Dieser wird „der Welt die Augen öffnen über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht“ (Joh 16,7ff).

Nach der Auferstehung von den Toten am Ostermorgen hat Gott Jesus zu sich in den Himmel erhoben und hat ihm die Vollendung seines Plans mit der Welt anvertraut. Im Himmel und auch auf der Erde wirkt Jesus – durch den Heiligen Geist. Als am jüdischen Pfingstfest in Jerusalem, zehn Tage nach der Himmelfahrt, die Freunde Jesu unvermittelt in anderen Sprachen Gott lobten, so dass die Leute zusammenliefen, erklärte Petrus: „Jesus hat den verheißenen Heiligen Geist vom Vater empfangen und ausgegossen, was ihr hier seht und hört.“ (Apostelgeschichte 2,33).

Seitdem erleben Christen auf der ganzen Welt, dass Gott in seinem Heiligen Geist bei ihnen ist. Sie erhalten nicht bloß Inspiration oder Energie von oben, sondern Gott lebt in seinem Geist selbst in ihnen. Der Heilige Geist ist der Geist von Gott Vater und von Jesus Christus, der unter und in uns Menschen aktiv ist – dann, wenn wir uns ihm überlassen, seiner Stimme Gehör schenken und ihm folgen. Im Gespräch mit seinen Jüngern hatte Jesus dies angekündigt: „Der Geist wird euch in alle Wahrheit leiten (…); was zukünftig ist, wird er euch verkündigen; mich wird er verherrlichen, denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen.“ (Joh 16,13+14).

An den Heiligen Geist glauben bedeutet, an Gott zu glauben, die Schöpfung und die unsichtbare Welt als Werk von Gottes Geist zu sehen, Jesus zu folgen als dem Sohn Gottes, der mit der unerschöpflichen Kraft des Geistes ausgestattet ist – und uns selbst vom Heiligen Geist ansprechen und führen zu lassen.

Alexander Märtin

www.schriftenmission.org

Bild mit freundlicher Genehmigung von Alexander Märtin | andererseits.at
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