Das Zeichen des Kreuzes

Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!
(Psalm 90,3)

Sterben ist kein einmaliger Vorgang. Das Sterben reicht weit in unser Leben hinein. Wir spüren das Nachlassen der Kräfte. Wir sehen, wie unsere Möglichkeiten geringer werden. Wir erleben das Sterben von Menschen, die wir gekannt haben und mit denen wir verbunden waren. Jeder Verlust ist ein kleiner Tod.

Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!
(Psalm 121,5-8)  

Ein altes Wort sagt: „Wir leben, um sterben zu lernen.“

Das tun heute nur noch sehr wenige Menschen. Im Spätmittelalter gab es Bücher, die die christliche Vorbereitung auf einen guten Tod lehrten: „Die Kunst des Sterbens“. Heute verdrängen wir das Sterben an das Ende des Lebens, und vielleicht fällt uns gerade deshalb das Sterben so schwer.

Jesus wusste, „dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging“. Ich komme vom Vater und gehe zum Vater, damit sind der Ausgang und Eingang unseres Lebens umschrieben. Der Tod ist nur eine Zwischenstation.

Nach dem Lukas-Evangelium hat Jesus als letztes Wort am Kreuz ein Psalmwort gebetet: „In deine Hände befehle ich meinen Geist.“ Und Jesus kannte sicherlich die Fortsetzung dieses Wortes: „Du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.“ (Psalm 31,6)

Der Glaube an den treuen Gott begleitete ihn in das Sterben. Sein Sterben war kein passiver Vorgang, sondern ein aktives Handeln. Im Neuen Testament heißt es wohl: „Und er verschied.“ Wörtlich übersetzt, heißt es aber: „Und er hauchte den Geist aus.“ Das Letzte, was Jesus in seinem Leben tat, war, dass er all das, was er von Gott empfangen hatte, in Gottes Hand zurücklegte. Der Tod war für ihn keine Vernichtung des Lebens, sondern eine Erlösung durch den treuen Gott.

Für den Glaubenden ist das Kreuz Jesu kein Zeichen der Niederlage, sondern ein Zeichen des Sieges. Und das Kreuz auf unserem Grab soll auch einmal kein Zeichen der Niederlage sein, sondern ein Zeichen des Sieges, weil wir mit unserem Leben und Sterben in sein Leben und Sterben eingeschlossen sind.

Alexander Märtin

www.schriftenmission.org

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