Die Welt oder Gott? Was hat Priorität?

Heute mal ein längerer Bibeltext für euch, mit einem Inhalt, der mich immer und immer wieder beschäftigt. Der dick markierte Vers war der Auslöser, das ganze Kapitel im Kontext zu lesen (ist immer ratsam, einzelne Verse im Kontext zu lesen). Dieser war Hauptbestandteil meiner heutigen Morgenandacht, in der es darum ging, mehr Zeit mit Gott zu verbringen– ein Thema, welches mich endlos beschäftigt.

Anni Side | andererseits.at

Verliert euch nicht an diese Welt.

Für die Unverheirateten hat mir der Herr keine ausdrückliche Anweisung gegeben. Aber weil der Herr mich in seiner Gnade zum Dienst berufen hat, sind meine Worte vertrauenswürdig. Darum möchte ich euch meine Meinung sagen. Wenn ich daran denke, in welcher schweren Zeit wir leben, scheint es mir das Beste zu sein, wenn man unverheiratet bleibt. Hast du dich allerdings schon an eine Frau gebunden, dann sollst du diese Bindung nicht lösen. Bist du aber noch frei, dann suche nicht nach einer Frau. Wenn du heiratest, begehst du jedoch keine Sünde. Das gilt für Männer wie für Frauen. Nur werdet ihr als Verheiratete besonderen Belastungen ausgesetzt sein, und das würde ich euch gern ersparen. Denn eins steht fest, Brüder und Schwestern: Wir haben nicht mehr viel Zeit. Deshalb soll von nun an für die Verheirateten ihr Partner nicht das Wichtigste im Leben sein. Wer weint, soll sich von seiner Trauer nicht gefangen nehmen lassen, und wer sich freut, lasse sich dadurch nicht vom Wesentlichen abbringen. Wenn ihr etwas kauft, betrachtet es so, als könntet ihr es nicht behalten. Verliert euch nicht an diese Welt, auch wenn ihr in ihr lebt. Denn diese Welt mit allem, was sie zu bieten hat, wird bald vergehen. Ich möchte euch unbelastet und ohne Sorgen wissen. Wer unverheiratet ist, kann sich uneingeschränkt darum kümmern, wie er dem Herrn gefällt. Ist aber jemand verheiratet, so kümmert er sich um viele Dinge des täglichen Lebens und will seiner Frau gefallen. Darum ist seine Aufmerksamkeit geteilt. Eine unverheiratete Frau sorgt sich uneingeschränkt darum, mit Leib und Seele für den Herrn da zu sein. Aber eine verheiratete Frau sorgt sich um menschliche Belange und will ihrem Mann gefallen. Ich sage dies alles nicht, um euch durch irgendwelche Vorschriften einzuengen, sondern um euch zu helfen. Ich möchte, dass ihr ein vorbildliches Leben führt und unbeirrt nur das eine Ziel verfolgt, dem Herrn zu dienen. Wenn aber jemand meint, es sei unrecht gegenüber seiner Verlobten, sie nicht zu heiraten, und wenn sein Verlangen nach ihr zu stark ist, so soll er tun, was er für richtig hält. Die beiden können heiraten, es ist keine Sünde. Wer aber die innere Bereitschaft und Kraft zur Ehelosigkeit aufbringt, wer sich selbst beherrschen kann und fest entschlossen ist, nicht zu heiraten, der tut gut daran. Wer also seine Verlobte heiratet, der handelt richtig; wer sie nicht heiratet, handelt besser. Solange ein Mann lebt, ist seine Frau an ihn gebunden. Wenn er aber stirbt, darf sie wieder heiraten, wen sie will. Nur sollte sie darauf achten, dass der neue Ehemann wie sie dem Herrn gehört. Allerdings ist sie besser dran, wenn sie allein bleibt und nicht noch einmal heiratet. Dies ist kein Befehl, sondern meine Meinung, doch ich habe schließlich auch Gottes Geist empfangen.

Korinther 7:25‭-‬40 HFA
https://bible.com/bible/73/1co.7.25-40.HFA

Was ist wichtiger: Gott oder die Familie/ der Ehepartner?

Paulus ist da im Korintherbrief ganz eindeutig: Gott! Und genau das lässt mich schlucken, denn meine Familie ist mir das Wichtigste und sie hat immer Priorität, auch wenn ich daran oft fast verzweifle, da ich das Gefühl habe, nicht mehr ein noch aus zu wissen. Oft habe ich das Gefühl zu ersticken unter der ganzen Verantwortung, die auf mir lastet. Und sehr oft frage ich mich, ob ich meinem Mann eine gute Ehefrau bin. Da spielt auch die sexuelle Komponente eine große Rolle, aber damit möchte ich mich eventuell mal in einem anderen Blogpost dazu äußern, hatte ich schon länger mal vor, aber ich muss noch den richtigen Ton dafür finden. Diese innere Zerrissenheit ist jedoch vielleicht genau das, was Paulus meinte, als er sagte, dass Verheiratete besonderen Belastungen ausgesetzt sind.

Vertraue ich zu wenig auf Gott? Schaue ich zu wenig auf Gott? Bin ich zu sehr mit den irdischen Dingen beschäftigt? Fragen über Fragen, die mich immer wieder bewegen. Das Leben sollte mit Gott doch leicht sein, oder nicht? Man sollte seine Sorgen Gott abgeben: “Macht euch keine Sorgen, denn er sorgt für euch.”

Das sind wahrscheinlich genau die Dinge, die der obige Bibeltext meinte: Ohne Partner und somit auch ohne Familie, hat man diese Sorgen nicht. Man kann sich voll und ganz auf Gott konzentrieren und muss auf sonst niemand acht geben. Wer das kann: Bewundernswert! Menschen, denen Gott allein reicht und die ihre körperlichen Begierden und Sehnsüchte vollkommen hinten anstellen, bis aufgeben können, um Gott allein zu dienen. Manchmal frage ich mich, wie das Menschen in unserer heutigen Zeit überhaupt noch schaffen können, wo wir an jeder Ecke so mit Sexualität zugeballert werden. Die freie Ausübung von Sexualität, egal in welcher Form, scheint für die meisten Menschen scheinbar das Wichtigste zu sein.
Aber zum Glück macht das Paulus nicht zu einem Gesetz. Kein Mensch muss sich sexuell enthalten, wenn er nicht kann. Wer es nicht kann, der soll heiraten, schreibt er, aber es sei besser, alleine zu bleiben. Ein Ratschlag, kein Gesetz.
Ich könnte nicht alleine bleiben, obwohl ich gerne ab und an alleine bin. Nein, das ist kein Widerspruch. Ich liebe meine Familie, aber ich benötigte auf oft Ruhezeiten, in denen ich ganz alleine bin, um durchatmen zu können. Das hatte ich in der letzten Zeit viel zu wenig.

Was sind deine Gedanken zu dem Thema? Gerne ausführlich in den Kommentaren!


Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?

Um es zu bewerten, klicke auf einen Stern!

Teile uns deine Meinung über diesen Post unten im Kommentarfeld mit!

Wenn du meinst, dass dieser Post wertvoll war...

Folge uns in den Sozialen Netzwerken!

Das könnte Dich auch interessieren …

4 Antworten

  1. Eveline sagt:

    Ich finde es besonders schön und wichtig, wenn man als Ehepaar Gott als oberste Priorität hat. Ich bin nicht alleine und das könnte ich auch nicht. Ich brauche meinen Mann, den Austausch, die Gemeinschaft, die Unterstützung, die Aufgaben. Ich bin sehr gerne Ehefrau und weiß, dass Gott selbst mir diesen Ehemann ausgesucht hat. Ja, das bringt besondere Herausforderungen mit sich, aber ich wachse an diesen Herausforderungen und zwar wachse ich nicht zum Selbstzweck, sondern auf Jesus hin. Durch diese Ehe bin ich gestärkt und gerüstet Gott besser zu dienen, als damals, als ich noch Single war und die meisten meiner Gedanken sich um Männer drehten (wer ist der Richtige? Was denkt der über mich? Warum verhält sich der Andere mir gegenüber so?)
    Die Zerrissenheit erlebe ich natürlich auch. Muss mir dann aber immer wieder sagen, dass das völlig unnötig ist. Meine Familie steht nicht in Komkurrenz zu Gott. Die Kinder sind mein Auftrag von Gott. Meine Berufung ist Familie zu bauen, ein zuhause zu schaffen (nicht nur für meine eigenen Kinder und meinen Mann). Das ist definitiv Gottes wichtigster Auftrag an mich. Natürlich würde ich gerne noch 1000 andere Dinge (für Gott) machen. Aber ich muss immer wieder fragen: Was ist Gottes Wille? Und zwar von Situation zu Situation. Wenn ich in seinem Willen bleibe, glaube ich, wird diese Zerrissenheit schwinden. Er ist in seinem Willen nicht widersprüchlich. Und er gibt den inneren Friedem. Die Gewisssheit, dass ich genau da bin, wo Gott mich gebrauchen will. Ich hätte oft gerne mehr. Ich würde ihm gerne mehr dienen. Eine große wichtige Aufgabe. Dann fällt mir wieder ein: wer im Kleinen treu ist … ist es denn so eine kleine Aufgabe 4 Kinder aufzuziehen zu reifen, integren Persönlichkeiten, gerüstet zum Dienst an den kommenden Generationen? Müssen wir vielleicht eher Buße tun über unsere Unzufriedenheit?

    Ein anderer Gedanke ist folgender: ich erlebe es immer wieder, dass Gott Tage besonders segnet, die ich mit ihm gehe, in denen ich Zeit in meine Beziehung zu ihm investiere (Bibellese, bete, über ihn nachdenke während dem Haushalt, über ihn rede mit anderen). Es ist oft so, dass ich an solchen Tagen mehr schaffe, als hätten sie viel mehr Stunden. Die Zeit, die ich ihm schenke, schenkt er mir mehrfach zurück. Trotzdem erlebe ich viel zu oft Tage, an denen ich abends tot ins Bett falle, kurz bevor die Augen sich schließen noch ein „oh, Herr, ich hab heute noch gar nicht dir geredet.“ in Gedanken murmle und der nächste Gedanke dann ist: „Mist, die Nacht ist vorbei.“
    Es lohnt sich ihn an erster Stelle zu haben! Auch für mein ganzes Umfeld ist es besser, wenn Gott bei mir an erster Stelle steht.

    Soweit von mir. Du hast ja geschrieben „ausführlich in den Kommentaren“ 😉

  2. Sabine sagt:

    Liebe Anna,

    ich glaube die Zerrissenheit die wir häufig beobachten (an anderen und uns selbst) hat viel mit Identität zu tun. Wer bin ich, wer gibt mir meinen Wert, von wem oder was erwarte ich, dass er mir Identität schenkt? Wenn diese Fragen unbefriedigend geklärt sind, wird es schwierig in vielen Bereichen. Wenn ich mir von Gott und seinem Wort Identität schenken lasse (und glaube, was in seinem Wort steht), wird vieles leichter. Deswegen ist auch Gott für mich das allerwichtigste weil ich ohne Ihn NICHTS bin (und mich häufig so fühle, wenn ich die Beziehung zu ihm vernachlässige). Das bedeutet nicht, dass ich stundenlang im Gebet verweile oder die Bibel auswendig aufsagen kann, die meiste Energie fließt (natürlich) in den Mann und die Kinder. Aber ohne Gottes Liebe und Kraft hätte ich vieles nicht geschafft bzw. würde vieles nicht gehen. Liebe Grüße aus Österreich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: