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Selbstbewusstsein erarbeiten

Eine vollkommen selbstbewusste Frau zu werden, die ihr Ding durchzieht ohne auf die Meinung anderer angewiesen zu sein, das wäre mein Wunschtraum. Denn, so bin ich nicht und war ich auch nie. Ich möchte und muss mich immer wieder bei Menschen, die mir wichtig sind, rückversichern, ob es das Richtige ist, was ich tue.

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Hintergrund für diesen Blogpost hier und meine Gedanken zu dem Thema war ein Facebook Live Coaching von Jessica Verführt in ihrer Facebookgruppe “Mehr Selbstbewusstsein” (WERBUNG). Ich wurde vor einiger Zeit von ihr zu der Gruppe eingeladen und ich nahm die Einladung an, weil ich sie gerne mag. So gern man halt jemand haben kann, den man nur übers Netz kennt. Wäre es jemand anderes gewesen, hätte ich die Gruppeneinladung wahrscheinlich ausgeschlagen, denn eigentlich bin ich schon in genügend Facebookgruppen Mitglied und eher oft genervt, von den gefühlt 1000 Benachrichtigungen, die man deswegen immer bekommt. Wie das so ist, wenn man neu in einer Gruppe ist, bekommt man jedes Mal eine Benachrichtigung, wenn in der Gruppe etwas passiert und so bekam ich die Nachricht: Jessica Verführt macht gerade einen Livestream. Die Kinder saßen alle vor dem TV, es war abends und immer noch so heiß, sodass nicht an Schlaf zu denken war und mein Mann war noch in der Werkstatt – ich hatte also Zeit. Und so klinkte ich mich in den Livestream ein.

Sie erzählte ihre Hintergrundgeschichte, über ihre Sicht der Dinge und dass man selbstbewusst ist, wenn man “sein Ding” durchziehen kann, ohne etwas auf die Meinung von anderen Menschen zu geben. Puh! In dem Fall bin ich überhaupt nicht selbstbewusst und habe noch einen langen Weg vor mir, mir das endgültig zu erarbeiten. 
Übergeordnet ging es darum, dass man so lebt, wie man es sich erträumt. Dass man glücklich ist mit seinem Leben. Träume sollten lebhaft geträumt werden und alles darangesetzt werden, diese zu realisieren.

Es allen recht machen wollen

Als ich so darüber nachdachte, fiel mir auf, wie sehr ich immer noch in dem Denken drinhänge, es allen recht machen zu wollen. Obwohl in den letzten Jahren schon besser geworden, ist mein erster Gedanke, wenn ich etwas durchziehen möchte, wie meine Familie wohl darüber denkt. Oder wenn jemand, der mir nahesteht, etwas Negatives sagt, denke ich ständig darüber nach, ob dieser Mensch nicht recht haben könnte, obwohl es mit meiner Meinung vollkommen kollidiert, bis dass ich die Meinung des Gegenübers vielleicht sogar ablehne. Aber trotzdem überlege ich, ob ich vielleicht falsch liegen könnte. 
Bei Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten bin ich die Erste, die sich zurückzieht, auf Abstand geht, auch wenn ich das Szenario vielleicht sogar verursachte. Ich mag keine Auseinandersetzungen, weil ich das häufige Gefühl habe, ich komme meinem Gegenüber nicht bei. Mangelndes Selbstbewusstsein. Schutzhaltung. Geht meistens nicht gut aus, wenn man das Gegenüber im Ungewissen lässt, wie ich aus leidvoller Erfahrung weiß.

Position finden

Wie die Leser dieses Blogs wissen, haben wir einen Lebenstraum. Besser gesagt, mein Mann hat diesen Traum und ich habe vor mitzumachen. Auch aus dem Grund, da ich keinen eigenen Traum oder Vision für mein Leben hatte. 
Wie sagte einmal jemand zu mir: “Es muss auch Menschen geben, die den Träumen anderer folgen können! Jeder, der Träume hat, benötigt Unterstützer und Mitstreiter dafür.” Ich unterstütze in dem Fall meinen Mann bei seinem Traum. 
Zum Glück, so muss ich mittlerweile sagen, ist dieser Traum jedoch noch nicht in Erfüllung gegangen, denn so hatte ich in den letzten Jahren die Möglichkeit, mehr ICH zu werden. Mich selbst in diesem Traum zu positionieren, mir eigene Gedanken dazu zu machen und mich in die Materie einzulesen. Inzwischen meine ich zu wissen, was für einen Platz ich in dem Traum meines Mannes einnehmen könnte, indem ich mir meine eigenen Träume schaffe, aufbauend auf meinen Fähigkeiten und Interessen.

Meine neu gewonnene Erkenntnis: Man kann sich seinen eigenen Traum schaffen, wenn man bereit ist, sich auf den Traum eines anderen einzulassen und dieser einem die Freiheit gibt, innerhalb dieses Rahmens sich selbst zu positionieren.

Das ist alles enorme persönliche Arbeit! Oft winde ich mich unter mir selbst, um vorwärtszukommen. Denn es erfordert Mut, viel Mut sich selbst zu kritisieren und zuweilen gibt es harte Rückschläge, die man verkraften und aufarbeiten muss. Aber alles in allem besteht die Bereitschaft zur Veränderung im Raum. Ich möchte mich verändern! Ich möchte ein Mensch werden, der selbstbewusst voranschreitet und für seine Überzeugungen und Worte uneingeschränkt einstehen kann. Ich muss mir jedoch selbst die Zeit dafür einräumen, denn dies geschieht nicht von heute auf morgen! Es ist ein Lernprozess, der wohl noch länger dauern wird.

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