Familie und Kinder

Familie heute- die Unterschiede

Immer und immer wieder werde ich mit dem Thema Frausein mit Kindern, in der heutigen Zeit, konfrontiert- bietet sich an, ich bin eine Frau und habe Kinder. Jedoch darf ich mich glücklich schätzen, denn ich befinde mich in einer gut funktionierenden, festen Partnerschaft, in der alles zu beider Zufriedenheit geregelt ist. Mann geht arbeiten, Frau bleibt zu Hause bei den Kindern. Das althergebrachte Rollenbild ist für uns die beste Lösung. Derzeit. Es ist ein bewährtes Konzept, welches wenig Reibung verursacht, sodass das Familienleben funktioniert.

Familienkonstellationen

Dies ist allerdings nicht bei jedem der Fall. Wenn Mann und Frau ihre Gleichberechtigung, auch in beruflichen Dingen, trotz Kindern, wahrnehmen wollen, oder ein Elternteil die Familie verlassen hat und somit zumeist die Mutter das Kind die meisten Zeit alleine zu betreuen hat, sind oft Konflikte vorprogrammiert. Wenn auch nicht immer. Einige Familien die wir kennen haben das alles sehr elegant gelöst und es funktioniert bestens, während es bei anderen ein Spießrutenlauf um Zeit und Geld ist und es bei manchen, auf Dauer, leider auch nicht funktionierte.

  • Eine Familie lösten es so, dass beide Partner halbtags arbeiten gehen, wobei einer auf selbstständiger Basis arbeitet, was natürlich auch mehr Flexibilität bedeutet. So ist sichergestellt, dass immer jemand bei den Kindern zu Hause ist.
  • Eine andere Familie löste es so, indem die Frau fast Vollzeit zum arbeiten geht und der Mann zu Hause bei den Kindern bleibt. Dies funktioniert wohl recht gut. Bei dieser Familie ist das Konzept noch recht neu und ich bin neugierig, wie es weiterhin funktioniert.
  • Eine Mutter aus dem Bekanntenkreis ist komplett alleine, der Kindsvater hat sich nie gekümmert. Auch keine Eltern oder sonstigen Verwandten in der Nähe. Sie kann nicht Vollzeit arbeiten gehen, da ihr Beruf nicht mit den Betreuungszeiten für das Kind kompatibel ist. Sie musste wegen dem Kind beruflich sowie finanziell sehr zurückstecken, was sie aber für das Wohl des Kindes gern tut, auch wenn sie sich finanziell sehr schwer ist. Zudem muss sie für alle extra Betreuungszeiten, wie in den Ferien, extra zahlen, was nicht billig ist und das wenige Geld, welches sie zu Verfügung hat, gehen somit für Betreuungskosten drauf. Sie lebt für ihr Kind. Sie möchte nur das Beste für ihr Kind. Sie ist eine gute Mutter und ich bewunder sie für ihren Überlebenswillen, was dazu führt, dass sie ständig unter Strom steht.
  • Eine andere Familie, in der die Eltern sich leider inzwischen getrennt haben, löste es so, dass die Eltern immer in gegensätzliche Schichten arbeiteten, damit die Kinder versorgt und betreut werden. Fanden wir persönlich keine gute Lösung, da das Paar sich dadurch so gut wie nie sah. In dieser ehemaligen Partnerschaft wollte keiner beruflich, sowie karrieretechnisch, zurückstecken. Es ist ausgegangen, wie vermutet. Jetzt leben sie in Trennung und die Kinder wechseln sich wöchentlich mit den Eltern ab, zwei Wohnorte. Beide Elternteile haben neue Partner, aber wie es bei ihnen heute ist, wissen wir nicht mehr, da der Kontakt abgebrochen wurde.
  • Eine weitere Alleinerziehende dich ich kenne, arbeitet Teilzeit in Gleitzeit. Sie muss ihr Wochensoll erfüllen, hat aber die Freiheit kurzfristig wegen ihrem Kind zu Hause bleiben zu können, oder morgens später zu kommen. Sie arbeitet in einem Büro, mit einem Chef der sehr viel Verständnis hat. Trotzdem meinte sie einmal, sie dürfe nicht zu oft fehlen, damit ihr Chef sie behält. Der Kindsvater kümmert sich jedes zweite Wochenende um das Kind und die eigenen Eltern wohnen in der Nähe und greifen ihrer Tochter finanziell sowie persönlich sehr oft unter die Arme. Sie konnte sich zuletzt mit der Hilfe ihrer Eltern sogar eine Neubauwohnung kaufen, was hier in unser Gegend, selbst für eine Familie mit geregelten Volleinkommen, eine hohe Herausforderung bis ganz unmöglich ist. Das ist natürlich der Jackpot, aber wie so oft, diejenigen die alles haben, sind diejenigen die am meisten motzen, wie schlecht sie es haben. Wir rollten oft mit den Augen, wenn sie mit ihren Freundinnen diskutierte.

Kinderbetreuung

Woran liegt es, dass die Eltern sich oft so schwer tun, ein Konzept zu finden, in dem beide Partner gleichberechtigt zum arbeiten gehen können und dürfen? Liegt es an den fehlenden Kinderbetreuungsangeboten?

Laut mir nicht.

Kinder werden in den öffentlichen Betreuungseinrichtungen gut betreut. Hier mal. Ich bin zufrieden. Die Öffnungszeiten richten sich so gut es geht nach den Arbeitszeiten der Eltern. Wer möchte, kann sein Kind von morgens um 7 Uhr bis abends um 18 Uhr in der Betreuungseinrichtung belassen. Unsere Kinder gehen meistens nur vormittags drei bis vier Stunden, den Rest vom Tag sind sie zu Hause, da ich ohnehin zu Hause bin. Wir buchen lediglich die minimal benötigte Betreuungszeit. Falls wir mehr Betreuung bräuchten, müssten wir aufzahlen. Mittagsbetreuung, Nachmittagsbetreuung, Spätnachmittagsbetreuung und ja, auch Ferienbetreuung gehen mächtig ins Geld. Wenn ich höre, was andere für diese Extrazeiten bezahlen müssen, weil sie die Betreuung einfach benötigen, stellt es mir die Nackenhaare auf. Diejenigen, die ohnehin nicht viel haben, werden zusätzlich noch ausgenommen wie eine Weihnachtsgans.

Es liegt also laut mir hauptsächlich an den hohen Kosten für die Kinderbetreuung, warum es sich für viele, sowie auch für uns, nicht lohnt, wenn beide Partner arbeiten gehen, da man dann das meiste Geld wieder in die Betreuungskosten investieren müsste. Neben Geld geht natürlich auch noch die persönliche Beziehung im Alltag zu den Kindern flöten.

Daher entscheiden sich weiterhin viele Frauen, wenigstens die ersten Lebensjahre ihrer Kinder, zu Hause zu bleiben. Somit ergibt sich ganz automatisch das traditionell konservative Familienbild. Wir sind hier bei weitem nicht die einzige Familie, die das so lebt. Obwohl es natürlich auch komplett andere Konzepte gibt.

Jede Familie ist anders

Eine Familie ist ein in sich geschlossener Lebensraum. Eine Einheit. Wie die Familie ihr Zusammenleben gestaltet, hängt von den vielen individuellen Bedürfnissen der Personen ab, die in dieser Einheit leben. Es gibt keine Anleitung, wie Familie funktioniert. Manche Konzepte, die man im Kopf hat, wie Familie sein soll, wirft man mit der Zeit wieder über den Haufen, da man merkt: es funktioniert nicht! Jeder Mensch ist individuell und somit ist auch jedes Kind individuell. Kind A ist nicht mit Kind B vergleichbar. Was für Kind A funktioniert, geht für Kind B vielleicht gar nicht. Man muss als Familie flexibel und anpassbar bleiben und trotzdem eine Grundstruktur beibehalten, die Sicherheit, Vertrauen und Liebe für alle Beteiligten beinhaltet und verspricht.

Und so kommt es, dass die Karrierefrau sich dafür entscheidet, ihre vielversprechende Karriere über Bord zu werfen um sich lieber um die Kinder zu kümmern, oder eine Partymaus, für die Außenwelt völlig überraschend, in ihrer Mutterrolle aufgeht.

Ich möchte behaupten, dass echte Weiblichkeit immer auch Mütterlichkeit beinhaltet.

Inka Hammond in Tochter Gottes, erhebe dich. Seite 147

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: