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Ungleichmäßige Gehaltsverteilung

Der Gender-Pay-Gap

Der Gender-Pay-Gap beschreibt das Lohngefälle zwischen männlichen und weiblichen Mitbürgern. Fakt ist, Frauen verdienen weniger! Aber wie viel verdienen sie tatsächlich weniger? Da scheiden sich die Geister, da es zwei Berechnungsformen gibt.

Es gibt den unbereinigten und den bereinigten Gender-Pay-Gap. Ich persönlich finde den Bereinigten aussagekräftiger, da dort nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden, sondern Arbeit mit Arbeit. Demzufolge kommt man nicht mehr auf die derzeit medial hochgehobenen 21% weniger Lohn für Frauen, sondern lediglich auf 6%, derzeit. Ist natürlich immer noch ungerecht, aber nicht so hoch.

Ist der Unterschied der Geschlechter dafür verantwortlich?

Kinder machen den Unterschied: Warum der Gender Pay Gap eigentlich ein Motherhood Pay Gap ist.

Warum verdienen Frauen eigentlich weniger als Männer? Und, ist das fair? Nein, natürlich überhaupt nicht! Frauen sollen bei gleicher Arbeit, denselben Stundenlohn bekommen, wie Männer. Denke, darüber sind wir uns alle einig! Allerdings geht es dem Arbeitsgeber oft nicht nur um die Arbeitsleistung, sondern auch um die Verfügbarkeit seiner Angestellten. Daher finden wohl Mütter, oftmals keine gut bezahlte Vollzeitanstellung, da angenommen wird, sie sind nicht zu 100% verfügbar. Ausfallzeiten durch Krankheiten der Kinder sind keine Seltenheit. (Und wer Kinder hat, besonders Kleinkinder, weiß, wie oft Kinder krank sind- oft!)
Ist diese Annahme gerechtfertigt? Meiner Anschicht nach, ja. Frauen sind zumeist diejenigen, die für die Carearbeit zuständig sind, sprich für die Betreuung der Kinder. Ob das nun fair ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Auch wenn man noch so viele Programme ins Leben ruft, wonach Frauen dieselben Chancen wie die Männer bekommen sollten, ist es doch weiterhin die Frau, die die Hauptverantwortung für die Betreuung der Kinder trägt und demzufolge länger aus ihrem Beruf ausscheidet.

Carearbeit aufwerten

Was müsste man tun? Ganz einfach: Die Carearbeit aufwerten! Die Frau, in ihrem Sorgen und Umsorgen für den Nachwuchs, oder auch andere Angehörige, finanziell aufwerten oder überhaupt werten und dies mit in den Berechnungen berücksichtigen.

Somit wären Frauen, die sich vorzugsweise um ihre Kindern kümmern oder einen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause pflegen, keinen gesellschaftlichen Benachteiligungen, durch übler Nachrede, mehr ausgesetzt. (Erlebte ich bisher noch nie, aber ich lese es öfter.) Und eine positive Folge wäre vielleicht, dass Careberufe wie Pflegeberufe oder auch Betreuungsberufe, finanziell und auch gesellschaftlich mehr aufgewertet würden. Denn natürlich hängt auch ganz stark die Berufswahl davon ab, wie viel Frau verdient!

Staat und Wirtschaft wollen, dass die gut ausgebildeten Frauen auf dem Arbeitsmarkt sind und nicht zu Hause bei ihren Angehörigen oder Kindern. Für was bildet man Frauen aus, wenn man sie nicht zu fassen bekommt? Solange man also nur darauf schaut was Geld bringt und demzufolge Steuereinnahmen, wird es auch keine Verbesserung hin zur mehr Menschlichkeit geben.

Mann und Frau mit ihren jeweiligen Stärken gleich behandeln

Wer also möchte, dass Männer und Frauen gleich viel verdienen, muss die Ansprüche auf Männer und Frauen, bezüglich ihrer Arbeitsleistung, anders verteilen! Sozusagen geschlechtsspezifische Beurteilung. Gut, aber da trete ich nun in ein Minenfeld, da man dies gar nicht möchte. Warum kann man nicht die weiblichen und männlichen Vorzüge innerhalb eines Berufstandes erheben und fördern? Gut, dafür müsste man erst einmal öffentlich zugeben, dass Mann und Frau unterschiedlich sind. Während Männer z.B. oft härter verhandeln können und genau sagen was sie möchten und was sie nicht möchten und technisch versierter sind, sind Frauen sozialer veranlagt und möchten eher das Gemeinsame statt das Trennende hervorheben. Diese Vorteile kann man nutzen! Und so kann man jedem gleich viel zahlen, indem man auf die Stärken sieht und diese nutzt.
Ich denke, unsere Gesellschaft ist zu sehr problemorientiert, statt lösungsorientiert, daher ist der Gedanke zu absurd und natürlich weil man dieselben Leistungen miteinander vergleichen möchte und somit eine Berechnungsgrundlage.

Das “Norwegische Geschlechter-Gerechtigkeits-Paradox”

Trotz vieler Kampagnen, wonach Frauen in typische Männerberufe einsteigen sollen und Männer in typische Frauenberufe, bleibt doch größtenteils so, wie es war. In Pflegeberufen findet man größtenteils Frauen und in technischen Berufen größtenteils Männer. Je moderner ein Land ist, desto mehr verharren Frauen wohl in ihren geschlechtertypischen Rollen. Interessant!

Sieh dir dazu das folgende Video an:

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