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Ich wurde schon früh von meiner Mutter geimpft, dass Homöopathie und Christentum sich nicht miteinander vertragen. Homöopathie ist Esoterik (= Okkultismus) und Esoterik und Christentum seien nicht kompatibel, da dort mit zwei verschiedenen Mächten hantiert wird. Einmal Gott und einmal der Teufel. Als junges Mädchen nahm ich die Meinung erst einmal so an, da die Mama ohnehin immer recht hat und erst später fand ich dann heraus, warum, weswegen und weshalb das so ist. Heute möchte ich euch an diesen Erkenntnissen teilhaben lassen.

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Richtig befasste ich mich mit dem Thema dann allerdings erst, als ich eine medizinische Ausbildung absolviert hatte und bemerkte, wie einige meiner Kolleginnen von Bachblüten und Homöopathie restlos begeistert waren und es ohne kritisch zu hinterfragen, anwandten. Es wurde den alten Leuten bei jeder Gelegenheit verabreichten: „Oh, dem Herrn XYZ geht es/ fühlt sich heute nicht so gut, geben wir ihm x Tropfen Bachblüten“, „Frau UIO hat Kreislaufprobleme, verabreichen wir ihr x Tropfen Bachblüten“. Die sogenannten „Notfalltropfen“ (Bachblüten) waren der ultimative Renner. In der Pflege darf man den Patienten nichts ohne ärztliche Anordnung verabreichen, Bachblüten und Homöopathika fielen zu Beginn meiner „Karriere“ noch durchs Raster, da sie nicht als Medikamente bewertet wurden. All meine Aufklärungsversuche scheiterten: „Es hilft ja!“, war die häufigste Antwort und alle Erklärungsversuche, woher Homöopathie kommt und keine Naturheilkunde ist, wurden als null und nichtig abgetan und der Name Hahnemann und die Philosophie dahinter war überhaupt nicht bekannt. Daraufhin wurde mir klar, dass wohl die meisten keine Ahnung hatten. Erst als eine Kollegin sechs Wochen krank war, mit einer Lungenentzündung, und sich selbst mit homöopathischen Mitteln/ Globuli behandelte, schüttelten die Ersten die Köpfe.

In Folge, als die Homöopathie immer populärer wurde, durfte es dann auch nicht mehr ohne ärztliche Anordnung verabreicht werden, auch weil sich einige Angehörige und Patienten beschwerten und nachhakten, was ihnen da denn verabreicht wird.

Eltern verwenden wohl gerne die sogenannten Notfalltropfen, um u.a. Wutanfälle bei ihren Kindern zu minimieren. Die Idee dahinter: ihren Geist wieder in Einklang zu bringen.

Es war mir einfach noch nie verständlich, wie man den christlichen Glauben als Blödsinn abtun kann, da von unsichtbaren Mächten die Rede ist, aber dann an die Wirkungsweise von Homöopathie und Bachblüten glauben kann.

Die Christen

Unter Christen, besonders in Elternforen, wird viel über Homöopathie diskutiert. Die einen sehen es nicht so eng und sogar als sehr hilfreich an und die anderen verteufeln es, im wahrsten Sinne des Wortes, komplett. Zuerst muss ich sagen, dass ich die Eltern verstehe, die Homöopathie befürworten, weil es immer darum geht, den Kindern bei kleinen Kinderkrankheiten keine Chemie verabreichen zu wollen, sondern etwas „Natürliches“, was nicht schadet. Allerdings muss ich von meiner Seite darauf immer antworten, dass viele kleinere (Kinder-)Krankheiten auch ganz von alleine ausheilen würden.

Für einen positiven und raschen Heilungsverlauf genügt es oft schon, wenn die Kinder sich geborgen fühlen, von der Fürsorge der Eltern. Es scheint so, als würde Tee kochen und mit den Kindern kuscheln oft nicht mehr ausreichend für die Eltern sein, da sie meinen, den Kindern irgendwas verabreichen zu müssen. Woher kommen diese Gedanken? Fragte ich mich schon des Öfteren.

Die ältere Generation ist noch bei jedem Pups zum Arzt gerannt und hat sich Pillen verschreiben lassen. Ein erfolgreicher Arztbesuch war es dann, wenn man danach ein Rezept in den Händen hielt und zur Apotheke rennen konnte, auch weil man sich dadurch eine schnellere Heilung versprach. Das wurde wahrscheinlich auf die heutige Elterngeneration übertragen, nur dass diese inzwischen wissen, dass vieles von „dazumal“ den Körper auf Dauer schädigen kann. Also müssen Pillchen und Tröpfchen her, die nicht gefährlich sind und da wären wir bei der Homöopathie, deren „Wirkweise“ unter ihren heftigsten Kritikern als Placeboeffekt benannt wird: Es ist bewiesen, dass wenn ein Mensch an die Wirksamkeit eines Mittelchens glaubt, dieses auch hilft. In der Esoterik benennt man das als die Selbstheilungskräfte des Menschen. Das ist also alles bekannt und trotzdem schwören Menschen, die Homöopathie einnehmen, auf deren Wirksamkeit, obwohl die Inhaltsstoffe nicht nachzuweisen sind, da es sehr hoch potenziert (vermischt) wurde. Um Homöopathie „Medikamente“ herstellen zu können, müssen strenge Rituale eingehalten werden, das sogenannte aufklopfen und schütteln, erst dann ist es ein zugelassenes homöopathisches „Medikament“.

(…) Es geht letztendlich beim Verschütteln bzw. beim Dynamisieren oder Potenzieren also darum, dynamische bzw. kosmische Kräfte (dynamos=Kraft) einzufangen. Die Verdünnungsstufen werden als C- oder D-Potenzen bezeichnet. D steht für Dezimal (Zehner Potenzen), das C steht für Centezimal (Hunderter Potenzen). Es gibt auch LM oder Q-Potenzen (Qinquagintamillesimal = Verdünnung 1:50.000). (…)

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https://www.lichtarbeit.asia/unsinn-homoeopathie.html

In einer Diskussion antwortete eine Freundin: “Das muss jeder für sich entscheiden. Hab mit mehreren Pastoren darüber geredet und solange es unter 200 (Potenzierung- Anm.d.Autorin) bleibt sei alles gut. Wenn es nötig ist dann nehme ich es, bete aber darüber. Aber wie gesagt das muss jeder für sich selbst entscheiden.”

Sie spricht etwas Wichtiges an: Das muss jeder selbst für sich entscheiden. Jeder Christ muss in sich gehen und überlegen, ob er die Einnahme von homöopathischen Medikamenten mit dem Glauben vereinbaren kann. Da kann niemand hineinreden. Jedoch wurde und wird mit immer wieder bewusst, wie wenige wirklich darüber Bescheid wissen. Wer eine Meinung einnimmt, sollte sich davor umfassend informieren.

Der Ratschlag der Pastoren klingt für mich wie eine Abwiegelung und auch Nichtwissen über den Vorgang der Herstellung, denn Homöopathie bleibt Homöopathie, auch wenn die Potenzierung so niedrig ist, dass man den Wirkstoff nachweisen könnte. Die Herstellungsweise bleibt dieselbe. Warum nimmt man dann nicht gleich ausgewiesene Naturheilkunde? Und günstiger wäre es wahrscheinlich auch noch.

Leider gibt es scheinbar (bei manchen Gemeindeleitern) auch eine Naivität gegenüber den geistlichen Hintergründen der Homöopathie, z.B. dass Homöopathen auch Anhänger der anthroposophischen Lehre Rudolf Steiners sind, in der er seine Sicht über Gott und den Menschen propagiert. Das fließt auch in die Ideologie Samuel Hahnemanns ein, der Jesus (nachzulesen in seinen Schriften) negativ als „Erzschwärmer“ bezeichnete und er selbst habe seine Erkenntnisse aus spirituellen Quellen erhalten.

Einige Homöopathen pendeln die Mittel auch aus um die Wirkung zu bekräftigen! Den Christen rät man zu beten für die Wirkungsweise!

Nach biblischem Weltbild gibt es Körper, Seele und Geist. Wenn bei einem Medikament keine materielle Wirkung mehr vorhanden ist, kann nur von einer seelischen (hier psychosomatischen) oder einer geistlichen (hier okkulten) Wirkung des homöopathischen Medikaments ausgegangen werden.

Bei der Beurteilung der Homöopathie aus christlichem Blickwinkel muss natürlich berücksichtigt werden, dass der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann (1755-1843), nicht als überzeugter Christ angesehen werden kann. Am ehesten könnte man ihn als esoterisch geprägten Theisten bezeichnen. Er war interessiertes Mitglied der Freimaurer, äußerte mehrfach Sympathien für chinesische Religiosität, insbesondere für den Konfuzianismus, und empfahl spiritualistische medizinische Praktiken wie den Mesmerismus. (…)

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https://www.lichtarbeit.asia/homoeopathie-christlicher-glaube.html

Dazu der einst scharfzüngige Kommentar meiner Mutter: „Die Pastoren reden den Frauen häufig nach dem Mund und wagen es nicht, sie zu kritisieren, denn dann wären sie weg von der Gemeinde und mit ihnen die (ihre)  Männer.“ Das wende ich auch auf den Bereich an, denn wer propagiert und nutzt am Häufigsten die Homöopathie? Richtig, die Frauen und meistens beschäftigen sie sich dann mit dem Thema, wenn sie Mütter werden.  

Homöopathie ist nicht gleich Naturheilkunde!

Homöopathie und Naturheilkunde unterscheiden sich massiv. Während Naturheilkunde mit dem reinen Pflanzenwirkstoff arbeitet, der mit verschiedenen Verfahren extrahiert wird, arbeitet die Homöopathie nach der Extrahierung mit Potenzierungen (Verdünnungen) weiter. Ein Wirkstoff wird so hoch verdünnt, dass am Ende fast nichts, oder nichts mehr, davon nachweisbar ist. Je höher die Potenzierung (Verdünnung), desto besser soll das “Medikament” sein. Dies allein lässt mich schon laut auflachen.

Gott hat die Natur so wunderbar erschaffen und mit so viele Pflanzen und Tieren ausgestattet, sodass der Mensch so gut wie alle seine Leiden mit der Natur lindern könnte. Aber ich gebe zu, es ist aufwendig und man muss sich in die Materie einlesen, da selbst die meisten Apotheker sich nicht wirklich damit auskennen. Leider wurde die Naturheilkunde in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten nicht wirklich gefördert und diejenigen, die sich damit auskannten als Hexen verunglimpft. Gut, es wurde und wird auch oft mit Schamanismus und Okkultismus etc. vermischt, es waren also Hexen und Zauberer, aber das Wissen über Naturheilkunde hatten diese Frauen und Männer intus.
Da muss ich schon mal noch die Pharmafirmen angreifen, die schon seit Jahrzehnten damit erfolgreich werben, dass ihre Produkte besser seien, als Naturheilkunde. Aber nun gut, der Mensch hat es geglaubt, da Pillen, Tröpfchen und Spritzen schneller und einfacher zu verabreichen und einzunehmen sind, als aufwendig hergestellte Medizin aus Naturheilpflanzen. Jede Pflanze muss zur Reife und zum richtigen Zeitpunkt gepflückt und gesammelt werden, getrocknet und der Wirkstoff extrahiert werden. Das ist aufwendig! Und in unserer heutigen schnelllebigen Zeit, in der alles auf Effizienz getrimmt ist, nicht mehr von Belang. Also schießt man sich auf fertig zubereitete Medizin ein.

Es gibt gute naturheilkundliche Medikamente auf dem Markt! Es werden zum Glück immer mehr, aber man muss sich halt auch selbst etwas einlesen, was bei was helfen kann. Und manche Behandlungen sind echt sehr einfach, wie z.B. Topfenwickel bei Fieber, oder Pfefferminztee oder Öl bei Kopfschmerzen, usw.

Die lautesten Gegner

Die Homöopathie Gegner fordern, dass Homöopathie nicht mehr als Medizin verkauft werden darf und es somit auch nicht mehr in den Apotheken erhältlich, sowie von der Krankenkasse bezahlt werden sollte (DE), da die Wirksamkeit nicht wissenschaftlich bestätigt ist. Das Lustige an der Sache ist, dass Homöopathie Gegner allesamt fast durchgehend Atheisten sind, (mit dem christlichen Glauben braucht man denen nicht zu kommen) für sie ist Homöopathie eine Ideologie und ich stimme ihnen zu.

Homöopathie und Bachblüten

Was man jedoch auch nicht vermischen darf, sind Homöopathie und Bachblüten, das waren zwei verschiedene „Erfinder“. Der eine war der Herr Hahnemann, der besagt, dass man gleiches mit gleichem heilen kann und das mit extrem hochverdünnten Mittelchen und der andere war der Herr Bach, der die Seeleninformationen aus bestimmten Pflanzen extrahieren wollte. Beide arbeiteten jedoch mit Potenzierungen (Energieanreicherungen), wobei Bach von Hahnemann inspiriert wurde. Es geht bei beiden Verfahren also um Energie. Die Frage ist nur, welche Energie soll das sein? Woher kommt diese Energie?

Wenn ein gläubiger Christ also meint, Homöopathie einnehmen zu müssen soll er (scheinbar haben einige zu viel Geld), aber warum betet man nicht einfach um Heilung? Das wäre kostenlos und um einiges effektiver, da Jesus wirklich heilen kann. Aber daran muss man glauben. An was glaubt man also lieber? An Zuckerpillchen und Tröpfchen, die keinen Wirkstoff mehr innehaben und durch die Kraft des Universums wirken sollen und zudem noch sehr teuer sind, oder an die heilende Kraft Gottes?

Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten. Meine Meinung kennt ihr nun: Man kann nur einem Herrn dienen.

Anmerkung:

Erst wollte ich euch hier gefühlt eine halbe Doktorarbeit präsentieren und die alles genau erklärt, aber ich entschied mich jedoch dann kurzfristig dagegen. Wer sich wirklich dafür interessiert und sich selbst umfassend belesen möchte, es gibt gute Literatur zu dem Thema. Am Ende noch einige Links, die ich auf die Schnelle im Internet fand, oder die mir in den sozialen Netzwerken zu dem Thema verlinkt wurden. Wer Literatur oder Linkempfehlungen hat, darf mir gerne einen Kommentar hinterlassen!
Ich bin eine einfache Pflegerin, die an den Gott der Bibel glaubt und vieles was auf dieser Welt abläuft sehr kritisch begutachtet und sich vielseitig informiert. Ich bin allerdings übrigens keine „Schulmedizin“-Gegnerin, denn wenn es diese nicht geben würde, wäre ich vermutlich heute nicht mehr am Leben. Gott hat dem Menschen ein Hirn, einen Verstand gegeben, mit dem er nachdenken, sinnieren und forschen kann.

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit meiner Mutter erstellt, sie übernahm das Lektorat und fügte eine Textpassage mit ein. Sie ist selbst in einem medizinischen Bereich tätigt und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Homöopathie und kennt sich sehr gut aus. Danke Mama!


Ein paar Quellen und Zusatzinformationen:

https://www.achtung-lichtarbeit.de/naturheilverfahren-aus-christlicher-sicht.html

https://www.bach-bluetentherapie.de/bachbluetentherapie/bach-blueten-herstellung/

https://www.homoeopathie.de/geschichte-der-homoeopathie

https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/widersprueche/43-dynamisierung-potenzierung-versus-verduennung

https://freimaurer-wiki.de/index.php/Samuel_Hahnemann

2 thoughts on “Sollte ein Christ Homöopathie verwenden?”

  1. Ach, leider schüttest du das Kind mit dem Bade aus. Es kommt doch so sehr auf den Behandler an! Sicher gibt es viele Homöopathen, die auch pendeln, aber es gibt auch christliche Behandler. Weißt du eigentlich , daß die Begründer der modernen Medizin alle Atheisten waren? Und denen sollen wir als Christen glauben? Es wäre fast zu jedem Satz eine Anmerkung zu machen. Schade, so viel Zeit habe ich nicht.
    Es gib so viele Bücher, die gegen etwas sind und hetzen. Aber es gibt auch den Verein der christlichen Heilpraktiker.de , dort kann man sich gut informieren. Es gibt auch gute Studien zur Wirksamkeit der Homöopathie bei der D.H.U.
    Wir sind keine Esotheriker, auch wenn Hahnemann kein Christ war. Bei den Bach blüten magst du recht haben, ich habe auch nie eine Wirkung gesehen , aber viele Emotionen und viel Glauben ….. Wir als christliche Heilpraktiker verwenden sie eigentlich nicht.
    Ist nicht schön, wenn die Brüder, die sich viel Mühe machen, die Menschen gesund zu kriegen, so verunglimpft werden.

    1. Es tut mir leid, aber dass es christliche Heilpraktiker gibt, die Homöopathie an ihre Patienten ausgeben, das verstehe ich nicht. Warum betet ihr nicht gleich mit und für eure Schützlinge? Ich kenne eine christliche Heilpraktikerin und sie meint, sie lehnt Homöopathie ab. Sie ist der Phytotherapie zugetan. Darüber habe ich mich noch zu wenig eingelesen, um dazu einen Standpunkt vertreten zu können.
      Ein Mediziner, bei euch wohl als Schulmediziner benannt, arbeitet nicht auf der geistiger Ebene. Es ist immer die Frage: Mit welchem Geist geben wir uns ab? Lassen wir den Geist Gottes ungehindert wirken? Oder lassen wir uns mit dem Gegenspieler ein, da seine Lösungen scheinbar einfacher sind? Der Teufel ist gerissen und erscheint oft in gutem Licht. Er war einmal ein Engel und kennt sich bestens damit aus, wie man die Menschen von Gott wegbringen kann.
      Gesund wird niemand durch Homöopathie… Es ist ein Gesamtpaket aus Glaube und Zuwendung und ja, Letzteres kommt beim normalen Mediziner zu kurz. Die Menschen wollen nur geliebt, angehört und angenommen und vor allem ernstgenommen werden, das gibt ihnen wohl ihr Homöopath ihres Vertrauens. Schön! Darüber kann ich nichts Negatives sagen.
      Also, Christsein und Homöopathie schließt sich für mich komplett aus.

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