Depressionen unter Christen

Aufgrund eines vor zwei Tagen durchgeführten Suizides eines amerikanischen Predigers, den Bericht darüber und ein Blogbeitrag einer Bloggerkollegin über das Thema, der mich sehr berührt hat möchte ich heute darüber kurz schreiben.

Depressionen sind ein schweres Thema im wahrsten Sinne des Wortes, denn wenn man Depressionen hat, so eine häufige Meinung unter Christen, glaubt man wohl nicht wirklich etc., es wird die Bibelkeule geschwungen, es werden einem wohl allerhand Bibelverse vor den Latz geknallt, aber wirkliche Hilfe erfahren wohl nur wenige, wie ich aus den ein oder anderen Diskussionsforen entnehmen konnte. Viele Christen fühlen sich von ihren Mitchristen alleine gelassen oder schlimmer: oft sind Mitchristen auch die Auslöser für Depressionen, hier spielt der geistige Missbrauch in den christlichen Gemeinschaften auch eine große Rolle, welcher wohl besonders intensiv in so manchen Freikirchen betrieben wird. Und ja, ich kann sagen, in der ein oder anderen freikirchlichen Ausrichtung gibt es sehr strenge Regelsätze, alles biblisch begründet, die eingehalten werden müssen, sonst wird man der Gemeinschaft verwiesen, das kann für den ein oder anderen sehr belastend und einengend sein! (Wer in so einer Gemeinschaft ist, der sollte gut prüfen anhand der Bibel und darüber beten und gegebenenfalls die Reißleine ziehen!)

Oder auch, es wird ein Lifestyle vorgegeben, welcher ganz modern und total cool und easy wirken kann- die Menschen lachen viel, sind hip gekleidet oder auch das komplette Gegenteil, sehr konservativ in Kleidung und Meinung und jeder der jeweils in dieser Gemeinschaft ist, “muss” aus einem Gruppendruck heraus mitmachen, egal ob es dem Sein entspricht oder nicht. Wer sich dem entzieht, der ist automatisch auch kein Mitglied dieser Gemeinschaft mehr, wird vielleicht geduldet, aber man merkt mit der Zeit, dass es einfach nicht passt und entfernt sich davon. Und verliert automatisch auch die Freunde dort, fühlt sich vielleicht alleine gelassen, einsam. Manchmal vereinnahmen solche Gemeinschaften ihre Mitglieder total, sodass ein Mensch der sich dem dann entzieht, außerhalb dieser Gemeinschaft keine Freunde hat.

Warum ist es für den Menschen, auch für den Christen so leicht…böse Worte aus seinem Mund kommen zu lassen? Warum ist es so leicht ein Fan zu sein von Menschen?? Warum ist es so leicht andere Christen zu manipulieren?? Ich denke, weil die Beziehung (zu Jesus) fehlt. Die wahnsinnig von Liebe geprägte Beziehung und ständigen Kontakt zu Jesus. Würden wir das alle tun, wäre die Nächstenliebe keine Thema.

Elke Blessing

Die Bloggerin Elke Blessing, selbst von Depressionen u.a. betroffen gewesen, sie durfte jedoch zum Glück die heilende Kraft Jesu erfahren, welche sie in einem Buch aufgeschrieben hat, tätigt in ihrem gestern erschienen Blogbeitrag (bitte lesen!) einen Rundumschlag. Sie kritisiert die christlichen Gemeinden und Verlage, die Menschen mit “Vergangenheit” puschen und zu Geld machen, aber nicht dafür sorgen, dass diese Menschen wiederum Menschen hinter sich stehen haben, sie für sie beten.
Der Teufel schläft nicht! Und gerade in diesen Minenfeldern, die vom Feind sehr umkämpft sind, benötigen die Menschen, die sich darin aufhalten um ein Licht zu sein und um die rettende Botschaft Jesu zu verkünden, jede erdenkliche Unterstützung, damit die Dämonen sie nicht zu Fall bringen können. Ja, richtig gelesen, Dämonen. Die schlechten Gedanken die einen umtreiben, die einen verzweifeln, an sich selbst und an allem zweifeln lassen, die den Menschen isolieren und von anderen Menschen fernhalten wollen, das sind die Dämonen, die Helferlein des Teufels. Sie setzen alles daran den Menschen zu zerstören und vom Licht, von der Erlösung, wegzuziehen.

Die Menschen wie Amie Bleuel und Jarrid Wilson wurden sicher auch Opfer solcher Hypes, beide haben vor tausenden von Menschen gesprochen. Sie haben genau gewusst, wer die Betroffenen sind, sie wussten wie sie leiden etc.! Weil sie selbst litten, nur ein Mensch der psychisch angeknackst ist, zwar in gewissen Dingen geheilt, wie ich auch wird immer sehr empfänglich sein, für das Leid der anderen. Wir werden dies immer mittragen, neben dem auch Angriffsfläche zu bieten und gehyped zu werden.

Elke Blessing

Der Pastor und Schriftsteller Jarrid Wilson, der leider schlussendlich Selbstmord begangen hat, gründete eine christliche Organisation “Anthem of Hope” für psychische Gesundheit, die sich der Verstärkung der Hoffnung für diejenigen widmet, die mit Zerbrochenheit, Depression, Angst, Selbstverletzung, Sucht und Selbstmord kämpfen haben. Er sprach vor 1000enden von Menschen über sich und sein Projekt und zerbrach schlussendlich wohl daran. Er hinterlässt Frau und Kinder.

Wie auch schon in meinem letzten Beitrag über Kinderprostitution rufe ich euch, den Leser, auf, zu beten! Bete für Menschen in Not, sei es eine äußerliche und sichtbare Not oder eine innerliche Not, die auf den ersten Blick nicht gesehen wird. Depressionen sieht man dem Mitmenschen auf den ersten Blick nicht an! Oft sind es sogar die Lauten und dem ersten Anschein nach sehr fröhlichen Menschen, die innen drin mit sich am meisten zu kämpfen haben.

»Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen ich werde euch Ruhe geben. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn das Joch, das ich auferlege, drückt nicht, und die Last, die ich zu tragen gebe, ist leicht.«
Matthäus 11,28-30

Bild mit freundlicher Genehmigung von Foto von Nik Shuliahin auf Unsplash

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