Flüchtlinge, Migranten und die europäischen Christen

Flüchtlinge, ein Thema, welches sich in den letzten Jahren fast endlos durch die ganzen sozialen Netzwerke zieht und auch unter Christen, oder diejenigen die sich Christen nennen, wird viel darüber diskutiert. Die einen wollen die Flüchtlinge unterstützen, ihnen helfen und die anderen wollen sie am Liebsten gleich wieder abschieben, da sie durch die Migranten das christliche Kulturgut in Gefahr sehen.

Meine Meinung dazu wankt immer mal wieder. Ich bin, wie jeder andere heute auch, den Zeitungen, Zeitschriften, Blogs und sonstigen Meinungsmache-Instrumenten oft machtlos ausgesetzt (gut, ich müsste es nicht lesen). Oft ist es auch von politischen Strömungen abhängig, welche Meinung man dazu einnimmt und ich sehe mit Sorge, wie die Politik immer mehr in die Kirchen und Gemeinden eindringt und immer öfter eher danach gefragt wird, ob man links oder rechts ist, als ob man Jesus treu nachfolgt. Meiner Ansicht nach, kann man den Glauben an den Gott der Bibel nicht an einer politischen Meinung festmachen. Ich möchte nun keine Meinung bestätigen, aber auch keine machen. Einfach nur erzählen, wie ich das sehe.

Wir schaffen das!

Als 2015 die riesige Flüchtlingswelle auf Europa und Deutschland zustürmte, hätte keiner damit gerechnet. Gut, im Nachhinein sagen viele ganz gescheit, es wäre abzusehen gewesen, aber hinterher ist man immer klüger als vorher. Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel erfand ihren Slogan: “Wir schaffen das!” und viele folgten, auch weil sie es unter christlicher Nächstenliebe verstanden, den Menschen zu helfen. So weit so gut. Allerdings hörte die Flüchtlingswelle in diesem Jahr dann nicht auf, es folgten innerhalb kürzester Zeit viele 100.000 Menschen und alle Euphorie war bei vielen bald vergessen, da die Menschenmassen nicht mehr zu bewältigen waren. Ein paar vereinzelte Menschen hielten es länger aus, aber selbst diese kapitulierten irgendwann. Es war ein einziges Chaos und viele gingen wohl auch durchs Raster, wurden nicht registriert, oder wollten sich nicht in ihrem Ankunftsland registrieren lassen, weil sie nicht dort bleiben und unbedingt nach Deutschland weiterreisen wollten und der Aufenthalt war dann folgend unbekannt.

Die meisten Flüchtlinge waren und sind Moslems. Eine Kultur, die sehr konträr zu dem europäischen Werten ist. Besonders was das Verhalten gegenüber Frauen und Kindern angeht. Frauen sind nicht viel Wert und Kinder dürfen behandelt werden, wie man will. Prügelstrafe, hier seit mehreren Jahren verboten, ist in muslimischen Ländern gang und gäbe. All dies sind keine Unterstellungen, sondern ganz einfach nachzurecherchieren und für diejenigen, die sich schon länger damit beschäftigen, nichts Neues. Die Männer sind von den religiösen Gesetzesstrukturen des Herkunftslandes indoktriniert und auch wenn sie damit nicht einverstanden waren und sind (es muss ja einen Fluchtgrund gegeben haben), die Gedankenkonstrukte sind vorhanden. Und auch wenn es immer heißt, es gibt nicht DEN Islam, was natürlich stimmt, die Werte sind dennoch dieselben. Die einen legen es radikaler aus, die anderen liberaler. Wobei die liberalen Muslime von den radikalen Gruppierungen ebenso als Ungläubige verfolgt werden und deswegen geschützt werden müssen. Das muss man in dem Zusammenhang wissen.

Natürlich sind auch Christen unter den Flüchtlingen! Gerade aus Nigeria kamen einige Christen, zumeist katholisch, die ebenfalls vor den radikalen Muslimen flüchteten. Leider lese ich immer wieder, dass man diesen Menschen nicht glaubt, oder ihnen sogar den Glauben abspricht, damit sie keinen Asylgrund haben. Nigeria ist zweigeteilt. Auf einer Seite die Christen, auf der anderen die Muslime, wobei die Muslime immer mehr Territorien gewinnen und die Christen erbarmungslos vertrieben und getötet werden. Christen sind dort Menschen zweiter Klasse. Von dem Machthabern wird es nicht als solches wahrgenommen und es wird wohl immer nur von Landraub gesprochen. Ein religiöser Grund wird nicht gesehen.

Wie sollte man sich als Christ, der wirklich danach leben möchte, wie es in der Bibel steht, sich zu dem Thema verhalten?

Das ist eine Frage, die ich mir daraufhin immer wieder stellte. Es ist schwierig! Vor allem, wenn man das ganze Leid sieht, welches durch die Muslime in den Herkunftsländern verübt wurde. Da schluckt man schon ab und an einen riesigen Brocken runter, oder beißt sich auf die Zunge. Denn, diesen Menschen Hass entgegenzubringen ist keine Lösung, soweit stimmt mir hoffentlich jeder zu. Doch ist berechtigte Kritik auch Hass? Das wurde mir in vielen, vielen Diskussionen unterstellt. Hasse ich Muslime? Nein! Warum sollte ich? Es sind ganz normale Menschen! Ich sage lediglich, dass wenn sie in Europa leben, müssen sie sich an die hiesigen Werte und Normen anpassen, zumindest öffentlich. Was ist an dieser Forderung Hass? Es regelt lediglich das Zusammenleben in der Gesellschaft. Und genau das wurde nie gefordert, deswegen haben wir, laut mir und auch einigen Islamexperten, die für ihre Meinung ausgebuht werden, diese Probleme. Es gibt in Deutschland einige Islamkritiker, die schon lange Jahre gute Lösungsansätze auf den Tisch legen, aber keiner mag sie hören, da man immer meint, man würde die Muslime angreifen oder sogar hassen oder was auch immer.

Ein Schlüsselerlebnis, das mich zum Umdenken bewegte, war ein Video eines syrischen Pastors, der die Europäer dazu aufrief, Zeugnis für die Muslime zu sein. Er könne nun nichts mehr tun, die seien alle “bei euch”, es sei nun die Aufgabe der Europäer Licht zu sein für diese Menschen. Er sprach von einer Erweckung. Da begriff ich: Es ist ein riesiges Potential, was dort dahinter steckt! Nur leider sind viele Christen weiterhin sehr kritisch und ablehnend.

Gut, es kann nicht jeder mit Muslimen diskutieren, muss man auch nicht können. Aber dann wenigstens für sie beten! Jesus ist für ALLE Menschen auf diese Welt gekommen, auch für die Muslime.

Kritik ist gut und richtig, egal zu welchem Thema, durch konstruktive Kritik kann man vorwärts kommen, aber Hass vergiftet die Seele und das sollte nicht sein. Die meisten Menschen sind in diesen Glauben, in den Islam, hineingeboren worden, kennen seit Kindheit an nichts anderes. Ihnen wurden oft menschen verachtende Dinge gelehrt, sie wurden wahrscheinlich als Kind auch nicht gut behandelt, es hat sich in ihren Köpfen manifestiert und nur Jesus allein kann diese Menschen wiederherstellen und heilen!

Bild mit freundlicher Genehmigung von Foto von Farzad Mohsenvand auf Unsplash

3 Replies to “Flüchtlinge, Migranten und die europäischen Christen”

  1. Kinder und Mütter sind hervorragend geeignet für emotionale Manipulation. Besonders dort wo den Christen die ‘richtigen’ Gefühle beigebracht werden sollen. ‘Liebe deinen Nächsten’ macht blind für die Realität und die Realität sind nun mal vorwiegend junge, kräftige Männer, die irgendwann feststellen, nicht im ersehnten Paradies gelandet zu sein. Obwohl, für manche scheint es sich auszuzahlen, wie mir ein älterer Herr, eine Zufallsbekanntschaft vorm Postamt, brühwarm erzählte. Im Nachbarhaus wurde ein Asylant festgenommen, der 19 Pässe besaß und 36 Kinder waren auf ihn eingetragen. Die Regel oder die Ausnahme?
    Für ihn befände sich Deutschland im freien Fall und in zwei Tagen ginge der Flieger nach Südafrika, konstatierte er resigniert.
    Als Rentner auswandern zu Verwandten. Ein wenig habe ich ihn beneidet, nun gut, nicht gerade Südafrika, aber weg hier, wäre auf alle Fälle eine Option.

  2. Sie machen einen sehr belesenen Eindruck. Allerdings kann ich einige Fakten/Annahmen so nicht stehen lassen. Die Flüchtlingswelle 2015 hat eine Welle der Euphorie und der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Das Phänomen des schnellen Rückgangs von Engagement würde ich im Thema Euphorie verorten. Die Begeisterung war da und sie ging auch wieder. Manchen Fähnchen-Schwenkern zur Begrüßung wurde dann doch mulmig. Aber der Kern der Hilfsbereitschaft war viel ausdauernder. Ich komme durch meine Arbeit im Land herum und habe zusätzlich zu dem, worüber berichtet wurde, auch eigene Eindrücke sammeln können. Die Hilfsbereitschaft war kein kurzes Aufflackern, sondern ist bis heute – bei deutlich niedrigeren Flüchtlingszahlen – spür- und erlebbar.

    2016 oder 17 habe ich in einer Gemeinde gepredigt, die wenige km von einer F’unterkunft lag. Der Gottesdienst war voll mit Gästen aus der Unterkunft, die von Mitgliedern abgeholt und zurückgebracht wurden. Eine Info im Anschluss an den Gottesdienst: Einheimische, säkulare „Wohltäter“ ohne tieferen Bezug zur Kirche schlossen sich der Gemeinde an, weil sie auch helfen wollten und wurden offen für das Evangelium. Ich kenne Christen, die sich bis heute engagieren, die zu Sprachkursen und Kinderstunden in die Heime zogen. Und ich erlebe viel unorganisierte Hilfe im Kleinen – bis heute: Das beratende und erklärende Gespräch mit einem Flüchtling nach dem ersten Elternabend für Einschulkinder, Renovierungshilfen in der Nachbarschaft oder die Reparatur eines alten Rades, mit dem das Flüchtlingskind in der Nachbarschaft herumfährt.

    Und noch etwas möchte ich ergänzen: Ich kenne und teile einige Sorgen und Bedenken, die sie äußern. Aber ich habe in dieser Krisen(?)-Zeit einmal eine große Unterkunft besuchen können und durfte an einer Kinderstunde teilnehmen und ins Englische übersetzen. Sie stehen in einem Gruppenraum vor etwa einer doppelten Schulklasse Menschen, überwiegend Kinder und Mütter. Sie erleben, wie jedes Wort dankbar und konzentriert aufgenommen wird. Sie sehen Mütter, die sich an jedes Wort der Zuwendung klammern und sie aufsaugen. – Diese Begegnung hat meine Bedenken wie ein Softeis unter der Dusche zusammenschmilzen lassen. Dann wird aus politischem Tagesgeschehen innerhalb von Minuten, was ich einem meiner geringsten Brüder getan habe. Und vielleicht ist es gerade auch dieser Switch zwischen den Perspektiven ein ganz wichtiger Punkt, an dem sich die Gesellschaften und auch Christen in den letzten Jahren so aufreiben.

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