Regel 4: Vergleiche dich mit dem, der du gestern warst, nicht mit irgendwem von heute

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
Søren Kierkegaard

Erst dachte ich: “Diese Regel zu erklären ist doch einfach, da braucht es nicht viele Worte.” Aber Jordan Peterson hat mich wieder mal eines besseren belehrt 😅 Leider ist auch das wieder alles viel zu umfangreich für eine Zusammenfassung, daher ist mein Beitrag heute eher kurz gehalten.

Unser innerer Kritiker sagt uns nur allzu bereitwillig, wo wir überall schlechter sind als andere. Seien es Noten in der Schule, Leistungen im Sport oder die Karriere: immer gibt es irgendwo jemanden, der in irgendetwas besser ist als wir. Und sich das vor Augen zu halten schafft erstmal Unzufriedenheit.
Aber auch (manchmal eher ungesunden) Ehrgeiz. Wir wollen immer noch mehr und noch mehr erreichen, um den Nächsten zu übertreffen, und dann wieder den Nächsten usw.
Peterson hat es sehr treffend beschrieben:

“Wir leben in einer Matrix, welche die Gegenwart als ewig unzulänglich und die Zukunft als ewig besser definiert.” (S. 164)

Grundsätzlich ist das ja von Vorteil: wir haben Visionen, können neue, hypothetische Welten konstruieren und Probleme vorwegnehmen, die noch gar nicht da sind! Wir können die Welt so verändern, dass die unerträgliche Gegenwart zumindest in der Zukunft korrigiert wird.

Doch so viel Voraussicht und Kreativität haben auch ihre Nachteile: sie sind mit chronischer Unruhe und permanenter Unzufriedenheit erkauft.

Wie schaffen wir es also, von unseren Visionen zu profitieren, ohne unser gegenwärtiges, unzureichendes Dasein schlechtzureden?

Als erstes mal eine genaue Bestandsaufnahme: Wer bin ich?
Unser innerer Kritiker hilft uns gerne dabei, den Istzustand zu protokollieren und auf Probleme hinzuweisen. 😉
Und dann heißt es: verhandeln! Mit uns selbst! Aber auf die nette Art. Wir wollen doch weder unser eigener Tyrann noch unser eigener Sklave sein!

Setze dir Ziele für das Beheben deiner Probleme. Bleib dabei realistisch und achte auf die Machbarkeit deiner Ziele. Nimm dir jeden Tag vor: “Bis heute Abend habe ich mein Leben ein bisschen besser gemacht, als es heute Morgen beim Aufstehen war.” Dann schaust du, wo du was tun kannst, um dieses Ziel zu erreichen. Und: womit belohnst du dich, wenn du es schaffst? Das kann ein Kaffee sein, ein Glas Wein, lesen auf dem Sofa – etwas, das dir Freude bereitet und das dich genug motiviert, dein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
So kannst du jeden Tag ein bisschen an dir selber arbeiten und damit dein ganzes Leben positiv verändern. Viele kleine Schritte bringen dich auch ins Ziel.

Und versuch doch auch mal, nicht nur an dich zu denken: was kannst du in deinem Leben verändern, von dem nicht nur du, sondern auch deine Mitmenschen profitieren?

Also: versuche, diesen Kreislauf der Unzufriedenheit durch das unrealistische Vergleichen mit anderen zu durchbrechen. Konzentriere dich auf das, was wortwörtlich in deiner Macht steht. Fang klein an, arbeite dich langsam vor.

Und vergleiche dich mit dem, der du gestern warst, nicht mit irgendwem von heute.

Hier geht’s zur Einleitung der Serie, wo ich die einzelnen Regeln nach Erscheinen der Beiträge verlinke.

Bild mit freundlicher Genehmigung von pixabay.com

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