Im Licht bleiben und die Finsternis meiden.

Zieht nicht an einem Strang mit Leuten, die nicht an Christus glauben. Was haben denn Gottes Gerechtigkeit und die Gesetzlosigkeit dieser Welt miteinander zu tun? Was haben Licht und Finsternis gemeinsam?
2. Korinther 6,14

Der oben genannte Vers zog sich durch mein frühes Erwachsenenalter. Als Mahnung, dass ich etwas nicht richtig mache und… ich ignorierte diese innere Stimme zeitweise absichtlich und vollkommen! Ich wollte wissen, was “da draußen” vor sich geht, wollte wissen, warum die Menschen “in der Welt” so viel fröhlicher und ausgelassener sind, als bei mir zu Hause und bei den Christen die ich kannte. Warum Christsein allgemein immer so ein Trauerspiel war, da gefühlt alles, was einem als Jugendliche als Spaß verkauft wird, verboten wurde: Disko, tanzen gehen, mit Freunden ausgehen, Alkohol trinken, mit Jungs um die Häuser ziehen, … Immer im Hinterkopf, dass ich mich verändern muss, da ich mich nicht richtig fühlte, so wie ich bin.

Christliche Prägungen

Ich bin, wie viele aus meiner Freikirchengeneration, sehr wertkonservativ erzogen worden. Die Welt war böse und die Gemeinde, die christliche Gemeinschaft, die wir besuchten, war gut. Dort konnte ich mir Freunde suchen, konnte ich ausgelassen sein, so viel ich wollte, es wurde selten etwas verboten, aber es gab einen eng gesteckten Rahmen, der nicht verlassen werden durfte. Klar hatte ich auch Freunde außerhalb, aber die blieben nie wirklich lange. Entweder wurde mir der Umgang mit ihnen verboten oder deren Eltern fanden es komisch mit uns und diesen Kindern wurde der Umgang mit mir entzogen.

Ich erinnere mich an eine Freundin aus Grundschulzeiten, die ich wirklich sehr gerne mochte und wir machten auch viel miteinander. Irgendwann lud ich sie zur Jungschar mit ein und sie kam gerne mit, auch weil, so vermute ich heute, ihre Eltern nicht wussten, was das war. Nach einer Weile durfte sie nicht mehr mitkommen, was ich als Kind natürlich nicht verstand und sehr traurig war und meine Mutter meinte, dass meine Freundin nun in die katholische Kirche zu den Ministranten ginge. Für ihre Eltern war die freie evangelische Gemeinde, in die wir damals besuchten, eine Sekte und sie wollten ihre Tochter da raushaben, aber weil es ihr so gut gefiel, suchten sie nach einer Alternative und das war die örtliche Ministrantengruppe.

Ein Beispiel von vielen, wo Freunde auf einmal weg waren, aufgrund unserer christlichen Überzeugung. Und das…. prägt! Meine längste Mädchenfreundschaft hatte ich mit einem Mädchen aus einer Freikirchenfamilie, aber das ging dann mit Mitte zwanzig aufgrund “unterschiedlicher Entwicklungsstufen”, auseinander.
Meine Ansicht: Ich bin für keine langjährigen Freundschaften geschaffen und ich beneide wirklich diejenigen, die es schaffen, ihre Sandkasten- oder Schulfreundin mit ins Erwachsenenalter hineinnehmen zu können. Wie schön muss das sein! Ich stelle es mir als tiefes Vertrautheits- und Verbundenheitsgefühl vor.

Ein Ausbrechen

Nun gut, im jungen Erwachsenenalter, als ich dann erkannte, dass alle die mir diese Regelwerke mit auf meinen Lebensweg gaben, selber enorme Probleme hatten und oder sich gar nicht an das hielten, was sie jahrelang gepredigt hatten, riss ich aus diesem System aus. Ich wollte nicht mehr mit so engen Regeln leben! Ich wollte wissen wer ich wirklich bin, wollte mich spüren, wollte wissen, was sonst noch in mir steckt, außer dem braven christlichen Mädel, dass ohnehin von niemand Beachtung fand, da zu unscheinbar und brav. Natürlich spielte da das Thema Jungs, erste große Liebe und Identität eine entscheidende Rolle- dieses “nicht richtig fühlen”, wie oben schon beschrieben.

Und da kommt das Thema ins Spiel, welches ich auch schon öfter auf diesem Blog behandelte und bisher scheinbar keinen Bezug zu mir persönlich hatte: Homosexualität. Ja, dieses Thema hat einen direkten Bezug zu mir persönlich. In den Jahren des “nicht richtig Fühlens” überlegte ich mir oft, ob ich mich vielleicht lieber dem eigenen Geschlecht zuwenden soll, da ich so burschikos war und ich viele Jungs, die sich vielleicht ansatzweise für mich interessierten, wegstieß. Immer das Gefühl habend, es wären alles Weicheier, die mir nichts entgegenzusetzen hätten. Zudem befasste mich auch recht ausführlich mit dem Thema durch Jugendromane und später auch durch Serien, wie “The L-Word” die 2004 bis 2009 lief, in der die homosexuelle, sowie die trans- und bisexuelle Lebensweise sehr detailliert zelebriert und als schön und richtig dargestellt wurde.
Allerdings war da immer eine Stimme in meinem Hinterkopf, die mir sagte, dass das nicht richtig ist und der Meinung bin ich heute immer noch. Nicht aufgrund eines Empfindens, sondern weil es so in der Bibel steht… Homosexualität und Christentum

Zum Glück legte sich das dann irgendwann, als ich erkannte, dass Frausein etwas sehr Schönes sein kann, was ich auch meinen Mann mit zu verdanken habe, der mir zeigte, dass ich eine liebenswerte und schöne Frau bin. Wie ihr merkt, dauerte es relativ lange, bis ich meinen Selbstwert fand und ich bin ehrlich gesagt auch immer noch dran.
Und Gott sei Dank gab es damals noch keine Smartphones und uneingeschränkten Zugang zum Internet, denn sonst hätte es gut sein können, dass ich mich von in diesem ganzen sexuellen Identitätsmist von heute einfangen lassen hätte.

Nach Jahren “in der Welt” wie man in christlichen Kreisen so schön sagt, kehrte ich wieder zurück. Obwohl ich eigentlich nie vollständig weg war, es war ein nebeneinander her existieren: Am Sonntag im Gottesdienst und am Freitag und Samstag (wenn ich nicht gerade arbeiten war) Party. Und ja, ich genoss diese Zeit in vollen Zügen! Ich bereue nichts, gar nichts. Es waren viele schöne und interessante Erfahrungen mit dabei, die aus mir heute den Menschen gemacht haben, der ich bin. Auch weil ich dazumal dann auf Christen stieß, die selbst offener waren. Es war eine Zeit, in der ich diese strenge wertkonservative Vergangenheit sehr in Frage stellte und vieles bis heute auch nicht gutheiße. Einige Dinge übernahm ich jedoch sehr genau und da bin ich strikt, da ich u.a. nicht verstehen kann, wie ein Mensch der sich Christ nennt, dies so sehen kann, wo doch viele Bibelstellen offensichtlich genau das Gegenteil sagen.
Da sind wir wohl bei der Theologie angekommen und mir kommt es oftmals so vor, als ob viele laute Theologen der Neuzeit nicht auf den Geist Gottes hören würden, sondern in Kompatibilität mit der Welt die Bibel auslegen, um nicht anzuecken.

Heute weiß ich, dass der oben genannte Vers stimmt.

Aber ich finde die Auslegung falsch, dass wir uns körperlich von allem “da draußen” fernhalten sollen. Mit körperlich meine ich, eine menschlich aktive Präsenz in der Umwelt. Ich bin der Meinung, jeder Mensch bekommt von klein auf einen Indikator, die Moral, mit auf seinen Lebensweg und weiß tief in seinem Inneren, was gut und was böse ist. Sobald der Mensch Christ wird, sich zu Jesus Christus bekennt, bekommt dieses Moralempfinden noch eine höhere Bedeutung, je mehr man sich mit der Bibel, Gottes Wort, beschäftigt und das hilft die Dinge die auf dieser Welt tagtäglich ablaufen unterscheiden zu können: Was kommt von Gott (und das ist verflixt wenig) und was kommt von der Finsternis, dem Teufel. Und je länger man mit dem Glauben lebt, je intensiver man sich mit Gott beschäftigt, desto mehr zeigt einem der Geist Gottes, was man meiden soll, da es inneren Schaden zufügt und einen von Gott wegzieht.

Frei sein und die innere Stimme.

Wer sich für Jesus entscheidet wird ein freier Mensch, vollkommen frei und der Geist Gottes zieht bei ein. Dieser Geist hilft dann, das zu tun, was Gottes Wille ist. Im Korintherbrief steht weiter (2. Korinther 5), dass unser Körper der Tempel des Heiligen Geistes ist. Es ist unsere sterbliche Hülle, in der wir “gefangen” sind, bis wir eines Tages bei Gott im Himmel sind und einen neuen Leib bekommen und in dieser menschlichen Hülle wohnt mit uns der Heilige Geist, der uns führt und leitet- wenn wir auf seine Stimme hören. Das Bestreben jedes Christen ist es (sollte sein), eines Tages bei Jesus zu sein und von dem ganzen Mist hier auf Erden befreit zu sein.

Der Mensch hat einen eigenen Willen von Gott bekommen, den sogenannten freien Willen, und mit diesem kann er sich bewusst dafür entscheiden, diese innere Stimme zu unterdrücken. Und je öfter und länger man das tut, desto leiser wird diese innere Stimme- Gott drängt sich dem Menschen nicht auf! -, bis sie schlussendlich ganz verstummt und der Mensch voll in der Finsternis lebt. Klar kann der Mensch sich durch bewusstes rückbesinnen diese innere Stimme wieder zurückholen, indem der Mensch in die Stille geht und mit Gott ganz bewusst interagiert und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das ein schwerer Weg ist. Denn, die Finsternis schläft nicht, sie möchte mit allen möglichen Ablenkungen versuchen, den Menschen von dieser Ruhe fernzuhalten, auch indem sie sagt, dass alles was mit Gott zu tun hat, langweilig ist, dass seine Regelwerke nicht mehr zeitgemäß sind, dass Gott nicht möchte, dass ich mich frei entfalten kann und glücklich bin, dass Gott mich in meinem Sein einschränken möchte,…

Man muss sich jeden Tag neu entscheiden, auf welche Stimme man hören möchte! Es gibt Tage, da hat Gott die Oberhand und es gibt Tage, da nicht. Auch ein Christ in nur ein Mensch, der jedoch, wenn er fest bei Gott bleibt, nichts zu befürchten hat. Unser Körper ist vergänglich und damit ein Teil dieses irdischen Lebens, welches sehr schnell vorüber ist.

Sind wir ein Licht in dieser Welt! Geben wir Gottes Wort weiter, geben wir Liebe weiter, bringen wir die Menschen zu Gott und nicht umgekehrt: Wir werden von der Finsternis eingefangen. Und das funktioniert oft nur, wenn wir Christen uns von gewissen Dingen ganz bewusst fernhalten und wenn wir fest mit Christus verbunden sind, wird er uns auch zeigen, was gut für uns ist und was wir lieber meiden sollten. Jedoch sollte unser oberstes Anliegen sein, diesen Menschen hier auf Erden die frohe Botschaft der Errettung und der inneren Befreiung zu verkündigen und das funktioniert NICHT, wenn wir uns von ihnen komplett fernhalten.

Dazu fällt mir gerade noch das Kinderlied: “Lies die Bibel, bet jeden Tag”, ein.

Lies die Bibel, bet jeden Tag 

Lies die Bibel, bet jeden Tag,
bet jeden Tag, bet jeden Tag.
Lies die Bibel, bet jeden Tag,
wenn du wachsen willst,
wenn du wachsen willst,
wenn du wachsen willst.
Lies die Bibel, bet jeden Tag,
wenn du wachsen willst.

Dieses Lied soll verdeutlichen, wie wichtig es ist, täglich mit Gott zu sein, damit man im Glauben weiterkommen und wachsen kann.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Foto von Fuu J auf Unsplash
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