Es wird Zeit Abschied zu nehmen, liebe Stoffwindeln.

Bye liebe Stoffwindeln!

Es war eine schöne Zeit mit euch und ihr habt mir viel Freude bereitet.

Heute wird der vermutlich letzte Beitrag über Stoffwindeln auf diesem Blog erscheinen. Unsere gemeinsame Zeit wird bald ablaufen und auch wenn ich derzeit noch ein Kind mit Stoffwindeln wickle, ein baldiges Ende ist abzusehen und… ja, ich bin froh darüber!

Werbung inkludiert, da Markennennungen.

Seit 2016 wickle ich meine Kinder mit Stoffwindeln und seit 2013 habe ich durchgehend Wickelkinder, die meiste Zeit davon zwei gleichzeitig und ich bin einfach froh und glücklich, wenn ich bald kein Kind mehr wickeln muss. Irgendwann reicht es einfach und man freut sich auf andere Zeiten, in denen die Kinder selbstständiger werden.

Aktuelle Situation

Im Moment wickle ich noch meine Jüngste mit Stoffwindeln, wenn auch nicht regelmäßig. Die ein- oder andere Wegwerfwindel schleicht sich immer mal wieder mit ein, und an manchen Tagen habe ich einfach keine Lust mit Stoffwindeln zu wickeln, besonders dann, wenn wir unterwegs sind. In dem Fall ist die Einwegwindeln schlichtweg praktischer und einfacher, da sie an Ort und Stelle verworfen werden können. Je älter die Kinder werden, desto strenger wird er auch, der Geruch der Ausscheidungen und manchmal hebt es mich regelrecht, wenn ich vergesse eine Windel aus dem Wetbag zu nehmen und dieser einen Tag oder länger in meiner Handtasche verbleibt. Babyausscheidungen sind noch nicht so schlimm im Geruch, wie Kleinkindauscheidungen.

Gewaschene Einlagen, Saugmaterial und Handtücher auf dem Esstisch bereit, um zusammengelegt zu werden.

Auch wenn ich nicht mehr so viel Stoffwindelwäsche habe, wasche ich trotzdem weiterhin alle zwei bis drei Tage, einfach weil der Geruch einem sonst fies in der Nase juckt. Zudem, was jedoch bei mir jetzt nicht mehr so relevant ist, sollte man die gebrauchten Windeln nicht länger als diese Zeit lagern, da sonst das entstehende Ammoniak die Windeln, speziell die Überhosen mit ihren Gummis, beschädigen kann.
Wo ich früher bei jeder Stoffwindelwäsche eine Maschine voll bekam, reicht es heute nicht mehr. Da eine halbleere Maschine nicht besonders förderlich für den Energie- sowie für den Wasserverbrauch ist, also Richtung Umweltschutz, was mir in dem Zusammenhang wichtig ist, fülle ich die Waschmaschine noch mit Handtüchern, Waschlappen, Geschirrtüchern usw. auf.

Wissenswertes über die Waschmaschine

Ekelig? Nein! Denn die meisten Keime und Bakterien werden bei 60°C Waschtemperatur, in Verbindung mit Vollwaschmittel, abgetötet. Man sollte lediglich die Waschmaschine regelmäßig reinigen und die Tür sowie das Waschmittelfach nach der Wäsche offen stehen lassen, damit die Keime und Bakterien keinen feuchtwarmen Nährboden finden, was jedoch bei aller Art von Wäsche ratsam ist.

Dazu ein interessanter Beitrag von SWR Marktcheck:

In den getesteten Waschmaschinen wurde eine Vielzahl von Schimmelpilzen und Keimen entdeckt, die jedoch nicht weiter schlimm sind für den Menschen. Trotzdem sollte man besonders in Krankheitsfällen (z.B. Magen-Darmerkrankungen) darauf achten, dass man nach dem Waschgang die Maschine ordentlich reinigt und ganz wichtig, mindestens einmal im Monat bei einer hohen Temperatur wäscht, dabei ist 60°C im Baumwollwaschgang (kein Eco-Programm!) plus PULVERVollwaschmittel völlig ausreichend. Außerdem sollte man regelmäßig das Waschmittelfach, sowie die Gummidichtungen an der Tür reinigen und die Tür sowie das Waschmittelfach nach jedem Waschgang offen stehen lassen. Von Hygienespüler rät SWR Marktcheckt aufgrund von Umweltschutzgründen ab, da es die Mikroorganismen im Grundwasser schädigt.

Dazu noch ein Beitrag im Spiegel (unter dem Zitat verlinkt):

Bakterien gehen in Trockenheit schnell zugrunde, in Feuchtigkeit gedeihen sie prächtig. Hohe Waschtemperaturen, Wäschetrockner und Bügeleisen gelten als Bakterienkiller. “Leider sind viele Kleidungsstücke heute nicht mehr bei 60 Grad waschbar, ein möglicher Unsicherheitsfaktor”, so Brandt. Selbst wenn man bei 60 Grad wasche, werde diese Temperatur in herkömmlichen Maschinen an Stellen wie Schublade, Pumpe oder Tür oft nicht erreicht, Erreger könnten dort eventuell überleben.

https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/bakterien-fund-in-kinderklinik-tatort-waschmaschine-a-1290188.html

Meine Windelwaschroutine

Meine Windeln sind nun schon gut amortisiert und ich halte mich nun nicht mehr (habe ich ehrlich gesagt sowieso noch nie wirklich) an irgendwelche Waschmittelempfehlungen oder Temperaturempfehlungen der Hersteller. Bei mir kommt alles zusammen bei 60°C , mit regulärem Vollwaschmittel und bei 1200 Umdrehungen, in die Waschmaschine. Die Saugeinlagen aus Baumwolle, Hanf und Bambus wandern in den Trockner, der Rest wird aufgehängt und trocknet in der Regel innerhalb eines Tages. Auf dem oberen Bild seht ihr die Ausbeute von einer Woche auf meinem Esstisch, wobei die Überhosen und die Mikrofasereinlagen fehlen.

Das Saugmaterial

Saugeinlagen im Schrank verstaut. Bereit zur Anwendung.

Da ich, wie schon beschrieben, eine ganze Weile zwei Wickelkinder gleichzeitig hatte, besitze ich so viel Saugmaterial und Überhosen, dass ich gut eine Woche auskomme ohne mir, bezüglich des Nachschubs an gewaschener Windelwäsche, Gedanken machen zu müssen. Sehr angenehm!

Im Laufe der Jahre stellte ich auch vieles an Saugmaterial und Überhosen selbst her, meine Versuche könnt ihr unter der Kategorie “Stoffwindeln und DIY” nachlesen. Es lohnt sich! Besonders für Anfänger.
Eine zeit lang wollte ich mich als Stoffwindelberaterin selbstständig machen, hatte es auch schon in Angriff genommen, merkte jedoch, dass es doch nicht so mein Ding ist. Aber die Begeisterung an der Sache könnt ihr bei vielen Blogbeiträgen herauslesen. Viel Spaß!

Höschenwindeln.

Dazu kommen noch die Höschenwindeln, die jedoch zur Zeit (und die Frage ist, ob jemals wieder) nicht wirklich in Nutzung sind, da ich diese eigentlich nur für die Nacht verwende und in der letzten Zeit nachts eher Einwegwindeln zur Anwendung kamen. Allerdings muss ich sagen, dass ich die vergangene Nacht bewusst wieder auf Stoffwindeln (Höschenwindeln mit Saugeinlagen plus lange Wollüberhose) umgestiegen bin, da die Einwegwindeln seit einer Woche übergelaufen sind.
Klar, Einwegwindeln sind einfacher in der Anwendung, keine Frage, aber wenn ich die Wahl habe, ein Bett frisch zu beziehen, oder nur eine nasse Windel in die Wäsche zu geben, fällt meine Wahl ganz klar auf die Stoffwindel.

Die Überhosen

Meine Überhosenvielfalt ist nach wie vor erhalten, obwohl sich mein Favorit seit Beginn meiner Stoffwickelzeit nicht verändert hat: Die Blümchen Taschenwindel und zwar die alte Version, die etwas schmaler geschnitten ist, als die aktuelle Version und auch der PUL war irgendwie noch etwas geschmeidiger, bin ich jedenfalls der Ansicht, kann auch unwahr sein. Leider macht sich an dieser Überhose nach nun über drei Jahren intensiver Nutzung das Alter bemerkbar, wodurch ich demnächst einiges verwerfen muss. Oder upcyceln. Zum Beispiel als Stoffbinden für mich.

Gleich danach kommt die Bumgenius Elemental Joy, die ich für meine Tochter noch zusätzlich kaufte, die jedoch leider mit Snaps zu verschließen ist, was mir persönlich nicht so taugt, aber die Passform ist gut und das ist die Hauptsache. Zur Geburt meiner Tochter legte ich mir noch allerhand andere Systeme zu, weil ich noch mehr ausprobieren wollte, diese durften jedoch relativ fix wieder weiterziehen.
Für die Nacht sind nach wie vor Wollüberhosen der ungeschlagene Meister, auch wenn ich im Sommer darauf verzichtet habe und mir daher noch ein paar XL Überhosen zulegte, was auch gut funktionierte.

Bumgenius Elemental Joy Pocketwindel mit Prefold

Inzwischen lege ich die Saugeinlagen auch nicht mehr in die Tasche ein, sondern lege das benötigte Saugmaterial einfach oben auf. Besonders in der wickelaktiven Zeit, als die Kinder sich ständig während des Wickelvorganges wegdrehten, war die gestopfte Variante (so nennt man den Vorgang der Taschenwindel bzw. Pocketwindel Bestückung) ein großer Vorteil, da genauso leicht anzulegen, wie eine Einwegwindel.

Viele erinnern sich vielleicht noch an den IKEA Waschlappen-Boom als Zusatzeinlage für Neugeborene. Diesen Trend machte ich mit und es war ein guter Tipp. Allerdings wurde das schnell zu wenig und ich führte die Waschlappen dem eigentlich Zweck zu, was ich nicht bereut habe! Es sind meine liebsten Waschläppchen am Wickeltisch, die ich anstatt der Feuchttücher verwende. Einfach ein bis zwei Waschlappen vor dem Wickelvorgang am Waschbecken nass machen, neben das Kind legen und samt der Windel im Wetbag entsorgen. Schnell und einfach.

Eine Weile bereitete ich noch die Waschlappen vor, da gibt es gute Tipps mit Kokosöl oder Mandelöl, was ich jedoch relativ schnell wieder verwarf, da Wasser einfach das Beste, Kostengünstigste und Einfachste ist. Bei kleinen Babys, die noch nicht sicher auf dem Wickeltisch sind, ist es natürlich ratsam ein Schüsselchen mit Wasser direkt neben den Wickeltisch zu stellen, sodass man notfalls einen Waschlappen nassmachen kann, ohne vom Wickeltisch weglaufen zu müssen. Zur Sicherheit des Babys, damit es nicht vom Wickeltisch fällt.

Eine Ära geht zu Ende.

Derzeit sind wir beim sogenannten Töpfchentraining angekommen, obwohl ich eigentlich gar nicht wirklich trainiere. Die Kleine möchte zwischendurch immer wieder selbst auf die Toilette und so gehen zwei bis drei Windelladungen mittlerweile in die Kanalisation, worüber ich sehr froh bin. Meine Jungs tragen zwar nachts immer noch eine Windel, aber ab und an kommen wir auch mal trocken durch die Nacht. Wer es bei uns schafft, zwei Wochen lang am Morgen keine nasse Windel zu haben, darf ohne Windel schlafen, da ich wie oben schon beschrieben, es hasse, Betten frisch beziehen zu müssen. Kommt ohnehin oft genug vor.

Eine Weile wollte ich mich noch Richtung Trainerhöschen orientieren, aber das Geld spare ich mir nun. Brauchte ich bei den Jungs auch nicht und ob ich jetzt Hose und Unterhose wasche oder eine Windel wasche ist im Grund auch egal. In der Zeit des Trockenwerdens muss man für das Kind halt ein paar Hosen und Unterhosen mehr einplanen, dann klappt das auch. Und den Putzlappen bereit halten, falls etwas an den Boden geht. Wer jedoch so wie ich, mehrere Kinder hat, der weiß, dass ohnehin ständig irgendwas aufgeputzt werden muss. Rückwirkend betrachtet war die Zeit auch sehr überschaubar. Was ist schon ein Jahr?

Wer mir Fragen dazu stellen möchte, darf dies gerne unter diesem Beitrag tun!


Nun möchte ich euch das wunderbare Windelvlies Experiment empfehlen, welches immer sehr gut besucht ist. Scheinbar interessieren sich viele dafür:

Und wer sich dafür interessiert, ob das Wickeln mit Stoffwindeln auch für Erwachsene möglich ist, darf sich folgendes Interview mit einem Anwender dessen durchlesen:

Bild mit freundlicher Genehmigung von Anni Side | andererseits.at

2 Replies to “Es wird Zeit Abschied zu nehmen, liebe Stoffwindeln.”

  1. Liebe Anni, ich freue mich gerade über deinen Beitrag, denn bei uns ist es ähnlich. Ich wickel seit 2013 mit Stoffwindeln und das Ende naht langsam. Wir haben auch sehr viel Einlagen usw, da ich auch teilweise 2 Wickelkinder hatte und bin schon wehmütig. Gleichzeitig freue ich mich über Selbstständigkeit. Ich denke nicht dass ich alles verkaufen werde… Mal sehen.

    1. Liebe Svenni, da geht es mir ähnlich. Denke auch nicht, dass ich das alles verkaufen kann. Evtl nur die erst kürzlich erworbenen Dinge, wobei die auch schon wieder ein Jahr alt sind. Aber wenn man es sich alles in allem mal durchrechnet, benötigt es keinen Verkauf, man hat ohnehin “Gewinn” gemacht… 😉
      Schön, dass es dir ebenso ergeht!
      Lg Anni

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