Mehrkindfamilien und die Gesellschaft

Vergangenen Sommer durfte ich mich kurz mit einem Sechs-Kind-Papa unterhalten. Ich war grad mit meiner Tochter schwanger, und fragte ihn, wie das mit so vielen Kindern so ist. Er meinte: “Anstrengend” und lachte, machte jedoch keinen gestressten Eindruck auf mich, ich steckte ihn in die Kategorie: Gemütlicher Papa-Bär.

Er spielte gerade mit zwei seiner Kinder vor dem Haus und unterhielt sich entspannt mit mir. Im weiteren Verlauf des Gespräches meinte er noch zu mir, dass die Gesellschaft ihm am meisten zusetzt. Sie werden oft gefragt, ob sie in irgendeiner Sekte seien und/ oder ob sie keine Verhütungsmittel kennen würden. Ich war schockiert! Die Familie machte absolut keinen ärmlichen, heruntergekommen Eindruck auf mich. Die Kinder sahen glücklich aus und ein VW Bus stand vor dem Haus. Wie kann man nur so etwas zu jemand sagen, der die “Bürde” auf sich nimmt, viele Kinder in die Welt zu setzen? Frech! Unverschämt!

Einmal unterhielt ich mich in einem Nähforum mit einer Mutter mit sage und schreibe 9 (!!!) Kindern, die gerade an dem 10. Kind arbeitet, wie sie grinsend (mit Smiley) bekannt gab. Ich fragte sie, wie sie das nervlich aushalte- sie meinte, sie habe Nerven wie Drahtseil, wenn sie ruhig wird, wissen die Kinder jetzt müssen sie in ihren Zimmer verschwinden. Nebenbei unterhält sie noch einen Nähblog und verkauft wohl auch selbst genähtes- nur die Kinder alleine würden ihr nicht reichen. Verständlich! Ihr erzählte ich die oben erwähnte Geschichte von dem Vater und sie meinte: “Kein Wunder, wenn man im TV sieht, wie Mehrkindfamilien hingestellt werden!” Sie hätte einen großen Mercedes vor dem Haus stehen und nochmals ein Auto, zudem zwei Häuser (Erbe) und trotzdem werden sie schief angesehen…

Auf Instagram “lernte” ich dann lustigerweise auch noch einige Mütter mit 5+ Kindern kennen, die das wirklich aus Liebe und Leidenschaft tun und nebenbei noch aktiv ihren Hobbies nachgehen und manche machen ihre Hobbies auch erfolgreich zu Geld. Ganz nebenbei. Natürlich sind alle Aktivitäten dem Familienleben angepasst worden, sonst würde die ganze Kleingesellschaft Familie nicht funktionieren.

Also, gibt es sie doch noch, diese Familien, die einfach Kinder in die Welt setzen, weil sie finden, dass (viele) Kinder einfach was tolles sind. Es ist anstrengend mit Kindern, ja! Aber das ist kein Manko, sondern normal. Kinder sind Menschen und wo Menschen aufeinander treffen, mit verschiedenen Bedürfnissen, kommt es zu Reibereien. Das ist normal.

Ich denke, unsere Gesellschaft hat oft verlernt wie es ist, selbst mal Kompromisse einzugehen oder mal zurückzustecken (mein großes Thema übrigens, da ich das auch noch nicht voll und ganz gelernt habe). Das klingt alles immer so negativ. Warum kann man aber nicht mal aufgrund eines geliebten Menschen einfach etwas tun, was einem vielleicht grad nicht in Kram passt, nur um einfach dem geliebten Menschen damit eine Freude zu machen? Wenn es dieser Mensch wirklich wert war, dann kommt auch was zurück! Oder?
Geld ist wichtig zum Leben und Kinder kosten Geld ja. Aber ich bin der Meinung, man kann es sich richten, wenn man nur will.

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!

Interessante Fakten zu dem Thema Mehrkindfamilien:

Studie: Welche Familien haben mehr als zwei Kinder?


Schlechte Bildung, viele Kinder – lange wurden solche Zusammenhänge hergestellt, das hat zu Stigmatisierungen geführt. Inzwischen wird Kinderreichtum mehr und mehr ein Mittelschichtenphänomen.

https://www.spiegel.de/karriere/kinderreiche-familien-mehr-als-zwei-kindern-gelten-als-asozial-a-1274370.html

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Pixabay und Photo by Annie Spratt on Unsplash

2 Replies to “Mehrkindfamilien und die Gesellschaft”

  1. Leider ist die westliche Welt kinderfeindlich. Kinder erziehn ist eigentlich ein Vollzeitjob, was in das fiministische Denken dieser Gesellschaft gar nicht passt. Die Frau sollte lieber außer Haus arbeiten, statt sich zuhause um die Familie zu kümmern, die Kinder sollten vom fremden Erziehern erzogen werden, damit die Eltern mehr leisten können. Nur mehr haben die meisten Familien dann doch nicht. Sie haben keine Zeit für die Familie, sie sind gestresst und werden häufiger psychisch Krank. Aber das ist die aktuelle Politik in der westlichen Welt, die eher daran interessiert, dass es weniger Kinder gibt, um alle besser unter Kontrolle zu haben. Da muss man sich bewusst dagegen entscheiden und nicht auf die Meinungen der anderen achten, die sich nach der Gehirnwäsche der Politik entscheiden. und den Rat bei denen suchen, die vom Geist Gottes geführt werden.

    1. So ist es! Habe mich gerade heute via Twitter mit einem völlig gestressten und desillusionierten Erzieher unterhalten. Die Eltern rennen ihm die Bude ein, wollen die Ablehnung eines Kita-Platzes nicht akzeptieren, es gibt viel zu wenig Erzieher und es werden immer weniger.
      Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht möglich und trotzdem wird das den jungen Familien im Sinne der Gleichberechtigung der Geschlechter eingebläut und der Frau gesagt, dass ein nur zu Hause bleiben bei den Kindern nichts wert ist.

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