Regel 12: Läuft dir eine Katze über den Weg, dann streichle sie

Das gilt natürlich auch für Hunde 😉

Leben ist Leiden

Diesen Grundsatz haben wir bereits in Regel 1 angesprochen. Diese Erde ist nicht das Paradies und Leiden sowie das Böse sind unweigerlich Bestandteil unseres Seins. Jordan Peterson musste das am eigenen Leib erfahren.

In diesem Kapitel erzählt er die Geschichte seiner Tochter Mikhaila, die an einer schweren Art von juveniler idiopathischer Arthritis leidet – eine Autoimmunerkrankung, die die Gelenke sehr stark angreift und beschädigt. Im Alter von 6 Jahren waren schon 37 ihrer Gelenke betroffen. Mit speziellen Medikamenten konnten die Ärzte erstmal gut gegensteuern und sie war sogar ein paar Jahre symptomfrei, aber dann kam die Krankheit mit voller Wucht zurück. Jahrelang brauchte sie starke Schmerzmittel, nahm sogar hochdosierte Opiate ein, weil es anders nicht auszuhalten war. Bevor sie 20 war hatte man ihr bereits künstliche Gelenke in einer Hüfte und einem Sprunggelenk eingesetzt, was ihre Schmerzen aber nicht immer verbesserte. Eine Zeit lang bestand sogar die Gefahr, dass man ihren Fuß amputieren muss.

Mikhaila hat sich durch all diese Widrigkeiten, die vor allem ihre Teenie-Zeit betrafen, hindurchgekämpft. Mit viel Unterstützung ihrer Familie. Inzwischen ist sie verheiratet und hat eine eigene Familie gegründet. Sie hat herausgefunden, welche Ernährungsweise ihre Krankheit in Schach hält, und führt ein normales Leben. Vorerst. Immer mit der Tatsache im Hinterkopf, dass die Krankheit wieder aufflammen kann.

Umgang mit Leiden

Wenn man selbst – direkt oder indirekt – von Leid betroffen ist, besteht die Gefahr, in einen Teufelskreis zu rutschen, aus dem man nur schwer wieder entfliehen kann. Negatives kann so prominent werden, dass man die schönen Seiten des Lebens komplett aus den Augen verliert.

Geht es dir schlecht, denke nicht in zu großen Einheiten, wenn du in die Zukunft blickst. Überlege nicht, was in einem Jahr sein wird. Denke erstmal daran, die nächste Woche zu überstehen. Oder den nächsten Tag. Oder wenn es ganz schlimm ist, die nächste Stunde oder Minute.

Peterson schlägt auch konkret vor, täglich Zeit dafür zu reservieren, in der du dir Gedanken über deine Krise(n) machst und darüber, wie du sie (evtl. mit Hilfe) bewältigen könntest. Außerhalb dieses Zeitrahmens denke nicht daran. Sei stattdessen achtsam und gewissenhaft. Bring Dinge in Ordnung, über die du die Kontrolle besitzt. Repariere Kaputtes und schau, was du sonst noch verbessern kannst.

Peterson verweist hier auf Matthäus 6,34:
Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.”
Das bedeutet allerdings nicht, dass du dir um das Morgen keine Sorgen zu machen brauchst. Vielmehr ist es eine Aufforderung, auf Gottes himmlisches Reich zu vertrauen, und auf die Wahrheit. Davon auszugehen, dass das Sein im Wesentlichen Gut ist.

Menschen sind zäh und können sehr viel Schmerz und Verlust überstehen. Um Durchzuhalten müssen wir aber das Gute im Sein wahrnehmen. Verlieren wir diese Fähigkeit, sind wir verloren.

Suche dir daher möglichst viele positive Atempausen in deinem Alltag, egal wie groß oder klein. Tu etwas, das dir Freude bringt. Tanze zu deinem Lieblingslied. Lies ein Buch. Schau eine Folge deiner Lieblingsserie an. Beobachte Vögel im Park.

Lass dich daran erinnern, dass das Wunder des Seins für das Leid, das dieses unvermeidlich begleitet, entschädigt.

Und wenn dir eine Katze über den Weg läuft, streichle sie.

Hier geht’s zur Einleitung der Serie, wo ich die einzelnen Regeln nach Erscheinen der Beiträge verlinke.

Ich bin tatsächlich etwas traurig, dass das jetzt schon die letzte Regel war. Mir persönlich hat das Lesen dieses Buchs viel gebracht, und das Zusammenfassen der einzelnen Regeln für den Blog hatte den Vorteil, dass ich das Gelesene noch mehr verinnerlichen konnte.
Nächste Woche folgt noch ein Beitrag, in dem ich meine persönlichen Gedanken zu Jordan Petersons Buch zusammenfassen werde.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Japhet Mast auf pexels.com
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