Den besseren Mensch erschaffen

Unsere humanistische Gesellschaft ist der Ansicht, dass es keinen Gott benötigt, besser gesagt, dass es keinen Gott gibt und daher wurden eigene Regeln und Gesetzlichkeiten auf den Plan gebracht, wie der Mensch zu leben hat. Der Mensch wird besser, wenn er eine gewisse Weltanschauung und Lebensweise annimmt.

Den Ausgangspunkt für die Formulierung und Verbreitung des Gedankenguts, das später „humanistisch“ genannt wurde, bildete der antike römische Begriff humanitas („Humanität“, „Menschlichkeit“). Das vom Adjektiv humanus („menschlich“) abgeleitete Wort ist erstmals in der von einem unbekannten Verfasser stammenden Schrift Rhetorica ad Herennium bezeugt, die im frühen 1. Jahrhundert v. Chr. entstanden ist. Dort ist das Merkmal der humanitas das Mitgefühl, das als besondere Qualität des Menschen gilt, die sein Wesen von der tierischen Wildheit und Grausamkeit abhebt. In diesem Sinne wurde humanus schon früher in der römischen Komödie verwendet. Als „menschlich“ bezeichnete man in der lateinischen Umgangssprache eine milde, mitfühlende Person, wobei die Konnotationen „liebenswürdig“, „freundlich“, „wohlwollend“ und „hilfsbereit“ mitschwingen konnten. Eine solche Haltung wurde eher von kultivierten, vornehmen Bewohnern der Großstadt Rom als von der Landbevölkerung erwartet, daher erhielt das Adjektiv schon früh auch die Nebenbedeutungen „großstädtisch“ und „gebildet“ („urban“).[11]

https://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus

In dieser kurzen Erklärung des Ur-Humanismusgedanken, wird deutlich was auch heute noch bei einem humanistisch denkenden Menschen mitschwingt: Sie fühlen sich als die Elite der Menschheit. Sie streben nach einem besseren Menschen und meinen dies durch Entwicklung, Forschung und Bildung hinzubekommen. (Es lohnt sich den gesamten Wikipedia Eintrag durchzulesen, da es viele kleine aber feine Unterschiede im Humanismus gibt) Und ein höheres Wesen, eine Gottheit, die über allem steht und welche Regeln und Gesetze vorgibt wird rundherum abgelehnt. Der Mensch ist sozusagen sein eigener Gott. Der Mensch ist für seine Höherentwicklung, was das Bestreben ist, selbst verantwortlich. Denn, das ist das erklärte Ziel: Ein besserer Mensch werden. Ein Versagen wird nicht toleriert, besser gesagt, ein Versagen ist gar nicht mit einkalkuliert, gibt es nicht.

Nun gut. Das ist für viele nichts Neues. Und doch beschleicht einen das Gefühl, besonders wenn man sich die Nachrichten und die Unterhalten in den sozialen Netzwerken ansieht, dass der Mensch absolut fehlerhaft ist. Jegliche Anstrengung etwas besser machen zu wollen, endet früher oder später im Chaos. Auch weil man sich nicht einig ist. Wie sagt man so schön: Viele Köche verderben den Brei. Wenn jeder seine Ziele egoistisch durchsetzen will, ohne Rücksicht auf Verluste, wird es nicht klappen. Zudem sprechen die Menschen auf Führungspersonen an, bzw. auf diejenigen die von den Medien zu Führungspersonen gemacht werden! (Ganz aktuell: Greta) Ja, sie wollen jemand, der ihnen den Weg weist, der ihnen sagt, was sie tun müssen/ können, möchten Leitung und Führung im Leben. Möchten Teil von etwas Großem sein.

Und dann kommt wie es kommen muss, Menschen sind zutiefst enttäuscht, wenn ihre Leitperson einen Fehler macht, oder sich falsch zu etwas äußert, was einem wichtig ist.

Hört endlich auf, euch auf Menschen zu verlassen! Sie vergehen wie ein Lufthauch. Was kann man schon von ihnen erwarten?

Jesaja 2,22

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Selbst der Mensch, der nur auf sich selbst vertraut wird früher oder später bemerken, dass das auf Dauer nicht klappen kann, da er an seine persönlichen Grenzen stößt. Wenn man jung und vital ist und meint die ganze Welt verändern zu können, ist es wahrscheinlich noch kein Problem, doch was ist, wenn man älter wird, die ersten körperlichen Wehwehchen kommen und das Leben ist nicht so gelaufen ist, wie man es sich erhofft hat? Dann kann es sein, dass man an den Punkt kommt: Ich schaffe es nicht alleine!
Gut, da hörte ich auch schon einige besorgniserregende Ansätze, dass solche Menschen sich dann einfach umbringen wollen, wenn sie merken, dass ihr Menschsein ihren Anforderungen nicht mehr entspricht.
Wie viel Wert ist einem humanistisch denkenden Menschen das Leben, wenn einem das Eigene schon nichts wert ist? Wo wir dann wahrscheinlich auch den Punkt Abtreibung ansprechen müssten. Wenn einem das eigene Leben schon nichts wert ist, ist es klar, dass der Nachwuchs auch nichts wert ist und ohne Rücksicht auf Verluste getötet werden darf. Es zählt nur die eigene Selbstverwirklichung und das eigene Bestreben ein besserer Mensch zu werden. Nun gut, eigentlich widerspricht sich das. Ein guter Mensch mordet nicht.

Und so erschaffen sich die Menschen ihre eigenen Gottheiten, indem sie Menschen auf dieses Podest erheben, oder selbsterklärte höhere Ziele als allumfassend korrekt darzustellen, auch Ideologien genannt.

Eine derzeit vorherrschende Ideologie ist ganz klar die Umweltschutzbewegung zu #FridaysForFuture , deren Leitpatron die 16-jährige Greta Thunberg ist. Daraus entstanden ist die Bewegung #ExtinctionRebellion, die gewaltlos agieren wollen, aber Barrikaden errichten, Straßen über mehrere Tage blockieren, sich ungebührlich in der Öffentlichkeit aufführen und mit dem Hashtag “blockieren” , “Aufstand” und “ungehorsam” agieren.
Sie wollen die Umweltschutzziele durchsetzen, die durch die Fridays for Future auch angesprochen wurden. Es ist quasi eine radikalisierte Version von Fridays For Future. Wie ich verstanden habe.

Umweltschutz ist zu deren Religion geworden. #Klimareligion wäre mein Hashtag der Wahl dazu. Manche Bilder erinnern auch eher an die Hippiebilder der 70er, wenn Menschen auf einem Platz völlig zugedröhnt und betrunken herumgetanzten und grölen.

Dasselbe gilt im Übrigen auch für die Queerbewegung, die meint, sie seien eine bessere und höhere Spezies des Menschen. Losgelöst von gesellschaftlichen Konventionen und Religion. An keine Regeln mehr gebunden, befreit von “altertümlichen” menschlichen Verhaltensmustern. So zumindest wird es in den ein- oder anderen Kreisen dargelegt, wenn man gegendiskutiert.

Das ganze Leben ist ein Schachspiel.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Bild von Jan Vašek auf Pixabay