Männer und Frauen und ihr Wirken in den Gemeinden von heute

Viele Menschen predigen heute, oder geben das Wort Gottes weiter. Bei manchen bezweifelt man (zurecht) manchmal, ob sie wirklich mit dem Geist Gottes predigen, oder auch, ob sie überhaupt die geistliche Reife besitzen, anderen das Wort Gottes auszulegen. Dabei spielt natürlich nicht immer das Alter an Jahren eine Rolle, sondern auch die Lebensreife. Und manche sind einfach so voller Leidenschaft und Inbrunst, dass man weiß: dieser Mensch spricht das, was Gott ihm aufgetragen hat!

Niemand soll dich verachten, weil du noch jung bist. Sei allen Glaubenden ein Beispiel mit deinem Reden und Tun, deiner Liebe, deinem Glauben und deiner Reinheit.

1. Timotheus 4,12 (GUN)

Ein Prediger, Seelsorger, (…) oder geistlicher Leiter einer Gemeinde, sollte ein Vorbild für alle Gemeindemitglieder, sowie auch für das weltliche Umfeld sein, so empfiehlt es die Bibelstelle in Timotheus. Doch wie wird man zu einem gefestigten reifen Menschen, der sich von dem Geist Gottes leiten lässt? Da kann man sich folgende Fragen stellen, auch über sich selbst: Was hat dieser Mensch bisher in seinem Leben schon erlebt? Wie ist er mit Krisen umgegangen? Und daraus resultierend, wie geht er mit den Krisen seiner Mitmenschen um? Ist er ein Vorbild für seine Mitmenschen, oder ist man von dem Glauben desjenigen eher abgeschreckt? Wie tief ist der Glaube an den Gott der Bibel in seinem Leben verwurzelt? Wie lange geht sei Glaubensleben schon? Hat der Mensch sich eine gewisse geistliche Reife erarbeitet, oder dümpelt er seit Jahr und Tag auf dem gleichen Stand herum? Wie steht es mit seiner Familie, seinen Kindern? Hat der Mensch eine intakte Familie und stehen seine Kinder ebenfalls im Glauben? Wie wirkt die Ehe nach außen? Wie verhalten sich die Eheleute miteinander? Liebevoll und harmonisch, oder streitsüchtig, nicht gleichwertig?

Der Gemeindeleiter soll ein Mann sein, an dem es nichts auszusetzen gibt. Er darf nur einmal verheiratet sein. Er muss ein nüchternes Urteil haben, besonnen und charakterfest sein. Er muss gastfreundlich und ein guter Lehrer sein.

 Er soll kein Trinker oder gewalttätiger Mensch sein, sondern ein freundlicher und friedliebender Mann. Er darf auch nicht am Geld hängen. Er muss die Pflichten eines Familienoberhaupts vorbildlich erfüllen und Kinder haben, die ihn achten und ihm gehorchen. Denn wenn jemand seine eigene Familie nicht zu leiten versteht, wie kann er dann die Sorge für die Gemeinde Gottes übernehmen?  Er darf nicht erst vor kurzem Christ geworden sein; sonst wird er stolz, und der Teufel wird im letzten Gericht gegen ihn auftreten, sodass Gott ihn verurteilen muss. Auch außerhalb der Gemeinde muss er in gutem Ruf stehen; es darf nichts Belastendes gegen ihn vorgebracht werden können. Sonst kann ihm der Teufel daraus einen Strick drehen.

1.Thimotheus 3,2-7 (GUN)

Weiter kommt noch die Stelle für die Diakone, sprich die Helfer des Gemeindeleiters:

Auch die Diakone müssen ehrbare Männer sein. Auf ihr Wort muss man sich verlassen können. Sie dürfen nicht übermäßig Wein trinken und nicht darauf aus sein, sich zu bereichern. Sie sollen durch ein untadeliges Leben dem Geheimnis des Glaubens Ehre machen. Zuerst ist zu prüfen, ob sie auch geeignet sind. Nur wenn ihnen niemand etwas nachsagen kann, dürfen sie zum Dienst zugelassen werden. Auch die Diakoninnen* müssen ehrbar sein, nicht klatschsüchtig, sondern nüchtern im Urteil und in allem zuverlässig.

Ein Diakon darf nur einmal verheiratet sein. Er muss seine Kinder zum Guten anhalten und sein Hauswesen ordentlich führen. Wer seinen Diakonendienst gut versieht, verschafft sich damit Ansehen in der Gemeinde. Er kann im Umgang mit ihr offen und freimütig auftreten als einer, dessen Glaube an Jesus Christus sich in der Ausübung seines Dienstes bewährt hat.

1. Timotheus 3,8-13

*In anderen Bibelübersetzungen einfach nur „die Frauen“. Die Frage ist, ob damit die Frauen der männlichen Diakone gemeint sind, oder eigenständige Diakoninnen? Oder ob Mann und Frau gemeinsam für den Diakoniedienst gedacht sind?

Das ist eine sehr interessante Bibelstelle! Auch im Bezug auf weibliche Führungspersonen in einer Kirche, Gemeinde… (aber das Thema möchte ich hier nun nicht aufgreifen..)

Fleißaufgabe für jeden: Denkt mal über jeden Gemeindeleiter, Pastor, Prediger in euren Gemeinden nach. Auf wie viele trifft das zu?

  • Nur einmal verheiratet.
  • Guter Familienvater oder Mutter
  • Gastfreundlichkeit und pädagogisches Geschick, um den Glauben weiterzugeben
  • Charakterfest, nüchtern und besonnen
  • Geld soll nicht wichtig sein
  • Schon langjährig im Glauben
  • Auch im Leben außerhalb von der Gemeinde einen guten Ruf, es sollte keine üble Nachrede geben
  • Klatsch und Tratsch muss gemieden werden
  • Nüchternheit und Zuverlässigkeit

So… ich muss ehrlich sagen, wenn ich so meine gesamte Zeit in den christlichen Gemeinden Resümee geschehen lasse, waren wohl nur sehr wenige für das Amt eines Gemeindeleiters, Pastors, Predigers oder geistlichen Leiters geeignet… Ehebruch, Fremdgehen, Lieblosigkeit, Streitsucht, Selbstverherrlichung, Rechthaberei, Geldgier, die Kinder wollen nichts vom Glauben wissen, die Kinder achten ihre Eltern nicht, Gewalt in der Kindererziehung, ungebührliches Verhalten außerhalb der Gemeinde, … das ist nur so ein grober Querschnitt aus allen Gemeinden, in denen ich bisher war. Und da wundert man sich darüber, dass es keinen geistlichen Aufbruch gibt…

Wer meinen Blogbeitrag über die christlich-eheliche Sexualität gelesen hat, der hat auch den Abschnitt gelesen, dass im Judentum die Menschen sehr früh, in den Teenagerjahren, verheiratet wurden. Folgend überlegte ich mir, wenn die Menschen dazumal so früh geheiratet haben, war Jesus bei seinem Wirkantritt, mit dreißig Jahren, für die damalige Zeit schon ein älterer Herr! Ein angesehener Gesetzeslehrer, in einem weisen Alter, weswegen ihm die Massen auch folgten. Er war für die Leute ein Vorbild, jemand, zu dem man aufsah. Ein charismatischer Mensch.

Weitere Überlegungen: Wer dazumal also z.B. mit 17 Jahren geheiratet hat und kurz danach seine Familie gründete (ohne Verhütungsmittel ging das wohl relativ schnell), wären die Kinder dann fast schon erwachsen gewesen, wenn derjenige dreißig Jahre alt war. Sprich, und damit will ich auch eigentlich mit diesem Beitrag hinaus, man konnte die Ehe, die Familie und die Kinder von außen beurteilen: Sind sie langjährig treu und rechtschaffend? Leben sie das, was sie predigen? Sind die Kinder ebenfalls gläubig und auf einem guten Weg? Lieben sich die Eheleute auch nach Jahren noch, so wie Christus seine Gemeinde liebt? Ist man ohne Tadel geblieben? Mögen die Leute den Menschen? Ist der Mensch zuverlässig in allem was er tut? Und so weiter und so fort.

Es erfolgt also immer eine Beurteilung von außen, wenn man in die Gemeinden sieht und ehrlich? Mein Resümee fällt da recht schlecht aus. Wer wirklich möchte, dass in seiner Kirchengemeinde eine Erweckung geschieht, muss sehr darauf achten, wer die Dienste in der Gemeinde übernimmt, muss prüfen und gegebenfalls schädliche Komponenten entfernen, auch damit sie sich ändern können. Früher nannte man das Gemeindezucht, sehr unbeliebt heutzutage, wo man jeden gewähren lassen möchte, egal was dieser sagt oder tut. Toleranz schadet hier mehr, als dass sie nützt. Ich spreche hier jedoch nur von den Personen, die eine leitende Vorbildsfunktion haben! Da ich weiß, dass das dann gerne missverstanden wird und jeder, der nur eine Kleinigkeit falsch macht, der Gemeinde verwiesen wird- alles schon erlebt. Das Krasseste war, als ich mitbekam, dass ein Mann nicht mehr in die Gemeinde kommen durfte, weil er rauchte, besser gesagt, er dürfe nur kommen, wenn er nicht mehr während der Gemeindezeiten raucht. Das ist absoluter Blödsinn! So kann man den Menschen das Christentum auch madig machen.

Und hier sehe ich eigentlich ein gesamtgesellschaftliches Problem bei uns. Die Menschen, auch die Christen heiraten immer später, folgend werden auch Familien erst in späterem Alter gegründet und die anstrengende Familienzeit rückt alterstechnisch immer weiter nach hinten. Sind die jungen Leute in Folge also in der Lage, überhaupt zu predigen und eine Vorbildfunktion in den Gemeinden einzunehmen? Es gibt durchaus Gemeinden, die setzen auf junge Leute in den wichtigen Ämtern, wogegen ich grundsätzlich nichts habe, aber ist das wirklich förderlich für eine gesunde Gemeinde? Wie man oben am Vers erkennen kann, dürfen junge Menschen predigen und das Wort Gottes lehren, man soll niemand wegen seines jungen Alters verachten. Wenn in der Bibel, mit dem was wir jetzt wissen, von jung gesprochen wird, werden wahrscheinlich wirklich diese Teenagerjahre gemeint sein und nicht Personen mit Mitte zwanzig. Also junge Menschen, Teenager, können wirklich schon ein Vorbild sein, aber eine Leitungsfunktion?

Wie ihr merkt, bin ich ziemlich Kirchengemeinden-kritisch, einfach weil ich schon so viel menschlich produzierten Mist erlebt habe, der ganz klar daran liegt, dass die Leiter nicht das tun was Gott will, sondern das was sie wollen und ihren Willen in Gottes Wort hineininterpretieren. Heraus kommen dubiose Lehren, die dann ziemlich rasch sektiererisch werden. Ich möchte vielen nicht mal persönlich die Schuld geben, sie wurden quasi so „gezogen“ und alles was gegen sie und ihre Meinung spricht, ist vom Teufel. So mein Erleben.

Was tun? Für die Region, für die christlichen Gemeinden, beten. Was anderes kann man nicht tun.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Bild von alexramos10 auf Pixabay

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