Es ist häufig nicht so, wie es scheint- mein Bloggerleben

Diejenigen, die meinen Blog schon länger verfolgen und meine Themen kennen die hier behandelt werden, denken wahrscheinlich, dass mir das alles hier ganz leichtfällt. Ich muss euch nun enttäuschen. Oft erscheint es dem Leser so, als ob ich das alles hier locker und flockig veröffentlichen würde, ohne mir groß einen Kopf darüber zu machen. Dem ist nicht so!

Zum Teil schreibe ich über recht heftige Themen, die mich natürlich selbst beschäftigen und auch zum Teil belasten und die ich oftmals durch intensive Recherche für mich aufarbeite und euch auch dann meistens präsentiere. Manche Themen beschäftigen mich jahrelang, manche nur für ein paar Wochen. Für mich ist Schreiben eine Art des Verarbeitens, um mein Innerstes zu sortieren. Was nicht heißen soll, dass ich mir immer leicht tue, meine Texte dann auch zu veröffentlichen und viele schaffen es zudem nie, dass sie einen Platz auf diesem Blog finden. Sehr oft mache ich mir Gedanken darüber, wie meine Texte bei dem Leser ankommen werden. Und je größer der Blog wird, je mehr Zugriffe es gibt, desto mehr Schiss habe ich, dass meine Texte angefeindet werden könnten. Warum? Einfach, weil meine Ansichten zum Glauben und Leben sich sehr oft nicht mit den Ansichten meiner Mitmenschen und Glaubensgeschwister decken, wie ich aus vielen Gesprächen der letzten Jahre weiß. Deswegen war und ist es mir wichtig, mich mit Menschen zu umgeben, die meine Meinung teilen. Man kann viel besser mit Kritik umgehen, wenn man auch Unterstützer hat, die einem aufbauende Worte entgegenbringen.

Leider kann man es sich im Internet nicht aussuchen, wer die Texte liest. Ob der Leser sich freut die Texte zu lesen oder ob er mit einem Stirnrunzeln der Abneigung über den Texten sitzt. All das kann ich nicht wissen. Ich sehe nur, wie oft und woher (Land) ein Text aufgerufen wurde und wenn ein Text geliked oder kommentiert wurde, wer das war. Mehr Feedback bekomme ich meistens nicht. Häufig gar nicht so leicht für mich. Trotzdem möchte ich nicht aufgeben, weil das Schreiben mir im Blut liegt. Am Schönsten ist es für mich, wenn Menschen meine Texte loben, deren Meinung mir wirklich etwas wert ist, wie mein Mann, meine Freunde oder meine Familie.

Die Sache mit der Politik

Liberal-Konservative Christen wie ich, werden gerne in die rechte Ecke abgeschoben. Etwas was mich sehr stört. Denn der Glaube an den Gott der Bibel ist für mich nicht an einer politischen Ausrichtung festzumachen. Auch wenn ich sagen muss, dass mich so einige Ansichten besonders aus dem linken Bereich der Politik mittlerweile abschrecken, weil es für mich bei einigen Themen keine Übereinstimmung mit meinem Glauben gibt. Natürlich gibt es auf der rechten Seite der Politik auch etliche Ansichten mit denen ich nicht einverstanden bin und die zutiefst abzulehnen sind. Die politische Mitte war bisher meine politische Heimat, allerdings bin ich nicht mehr der Meinung, dass diese zur Gänze wirklich noch existiert, wenn man die politischen Debatten im Netz oder privat mitverfolgt. Es geht im Grunde nur noch um rechts gegen links und wer es schafft, die meisten Menschen, durch populistische Aussagen, mitzuziehen. Dabei geht es längst nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um die Deutungshoheit.
Meine Lösung war daher, mich möglichst mit politischen Äußerungen zurückzuhalten und mich auch nicht mehr miteinzubringen, was mir in meinem Fall sehr leicht gemacht wurde, denn ich darf in Österreich, durch meine deutsche Staatsbürgerschaft, nicht mitwählen. Übrigens ein Grund, der mich überlegen lässt, die österreichische Staatsbürgerschaft anzunehmen, da ich schon vor einer Weile entschieden habe, nicht mehr nach Deutschland zurückkehren zu wollen. Unsere Kinder und natürlich mein Mann, haben die österreichische Staatsbürgerschaft.

Ein Lob an Österreich

Ich lebe seit dem Jahre 2012 in Österreich und es gefällt mir hier sehr gut. Nicht nur weil ich der Ansicht bin, dass in Österreich die Familie mehr wertgeschätzt wird, etwas was mir sehr wichtig ist, sondern auch, weil mir der Menschenschlag einfach gefällt: Freundlich, offen und zielstrebig.

Ich hatte hier zum Beispiel noch nie das Gefühl, als Frau weniger Wert erachtet zu werden, weil ich zu Hause bei den Kindern bleibe und mein Mann das Familieneinkommen erwirtschaftet. Etwas, was in Deutschland in vielen Regionen nicht gerne gesehen wird. Diese feministische Grundhaltung, dass Frau sich selbst versorgen können und eigenständig bleiben muss, ist für mich eine Einstellung die mit Ehe und Familie nicht vereinbar ist, besonders wenn kleine Kinder vorhanden sind. Man kann darüber sprechen, dass Mann und Frau sich das Familieneinkommen teilen, jeder zum Beispiel in einer Halbtagesstelle, oder gemeinsam andere Konzepte ausgearbeitet werden, die dafür sorgen, dass das Familieneinkommen gedeckt ist und die Kinder nicht vernachlässigt werden, im Sinne von ständig fremdbetreut. Aber dass beide Elternteile Vollzeit zum arbeiten gehen und das Kind in eine Krippe gegeben wird, ist für mich einfach Vernachlässigung. Dabei möchte ich jedoch nicht die Eltern angreifen die das so handhaben, sondern die Politik die das auch noch forciert, indem sie den Familien nicht genügend finanzielle Beihilfen zur Verfügung stellt. Etwas, was in Österreich anders läuft. Hier werden junge Familien finanziell ausreichend unterstützt und es ist sehr gut möglich, dass ein Elternteil für längere Jahre zu Hause bleibt, um sich hauptsächlich um die Kinder kümmern zu können. Und zwar ohne Abschläge zum Beispiel in der Rentenkasse und somit ohne gesellschaftliche Ächtung. Bis zum vierten Lebensjahr des jüngsten Kindes erleidet die Frau keinerlei Einbußen bei der Rente. Zudem müssen Familien, durch die neue Steuerreform, weniger bis keine Lohnsteuer mehr zahlen. Ach ja, und das dreizehnte und vierzehnte Monatsgehalt ist, mit vermindertem Steuersatz, obligatorisch. Etwas was in Deutschland auf Freiwilligkeit beruht und schon vor langer Zeit in vielen Firmen gestrichen wurde. Es sprechen also viele Gründe dafür, als Familie in Österreich zu bleiben. Für Familien, die ihre Kinder lieber zu Hause unterrichten möchten, ist Österreich ebenfalls eine Oase, für uns jedoch nun nicht relevant.

Wer jetzt behaupten möchte: “Ja gut, red nicht so gescheit daher, dann verdient halt dein Mann genügend, wir würden das finanziell niemals schaffen”, dem muss ich ganz klar sagen: Weit gefehlt! Mein Mann ist ein ganz normaler Tischlergeselle ohne karrieretechnische Ambitionen und verdient dementsprechend (wen es interessiert, der kann sich mal die Kollektivverträge für Tischler ansehen, welche öffentlich einsehbar sind). Wir haben unser Leben an unsere Einkünfte angepasst. Wir leben nicht schlecht, uns geht es gut! Wir leben in einer schönen und ausreichend großen Mietwohnung mit einem großen Garten, besitzen ein angenehm großes Auto, haben immer einen vollen Kühlschrank, die Kinder haben genügend zum Anziehen und zum Spielen und wir haben ebenfalls genügend zum Anziehen und können uns sogar zwischendurch mal etwas für uns gönnen. Mein Mann schafft es sogar, jeden Monat etwas anzusparen, er hat eine Gabe für Finanzen. Aber wir könnten es uns nicht leisten ein Haus zu kaufen oder zu bauen (hier in Vorarlberg gleich dreimal nicht), oder zweimal im Jahr in den Urlaub zu fahren. Ein günstiger Urlaub im Jahr ist gerade so drin. Die Frage ist, ob man das für ein glückliches Leben benötigt? Wir sind der Ansicht: Nein!

Mit dem zufrieden sein was man hat, und das Beste daraus machen. Zudem haben wir noch unseren Schöpfergott im Hintergrund, der uns bisher immer zur rechten Zeit zur Seite stand und dies auch in Zukunft tun wird. Wir hatten in letzten Jahren nie das Gefühl, finanziell nicht genügend zu haben, wir wurden sehr gut mit allem versorgt, was wir benötigten und noch mehr. Und das verdanken wir allein Jesus, dessen sind wir uns beide bewusst, einig und sicher.


https://www.wko.at/branchen/gewerbe-handwerk/tischler-holzgestalter/kollektivvertrag.html

Bild mit freundlicher Genehmigung von Anni Side | andererseits.at

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