Leid

Warum lässt Gottes Liebe uns leiden?

Vor einigen Wochen bekam ich bei Facebook eine Freundschaftsanfrage von einem Mann, der es nicht glauben kann, dass Jesus am Kreuz starb, weil er sich das nicht vorstellen könne, dass der Gott, der Liebe in Person ist, Seinen einzigen Sohn so grausam sterben lassen würde. Der Mann tut mir aufrichtig leid, weil Er das Evangelium nicht verstanden hat. Er hat die Liebe Gottes zu Seiner Schöpfung nicht verstanden. Denn, eigentlich müssten wir für unsere Sünden mit eigenem Blut bezahlen, wenn Jesus das für uns am Kreuz nicht getan hätte. Er ist aber nicht am Kreuz hängen geblieben, weil Er den Tod überwunden hat und so auch uns zu Überwindern gemacht hat.
Wenn man Zeugnisse hört, wie Gott im Leben der anderen wirkt, dann wünscht man sich, dass auch im eigenen Leben jeden Tag ein Wunder passiert. Doch manchmal scheint es so, als dass Gott sich von uns abgewendet hat und wir von vielen Schwierigkeiten überrumpelt werden. Oder wir beten Jahre lang für bestimmte Veränderungen in unserem Leben und bekommen sie immer noch nicht.

Wenn Gott mich nach meiner Bekehrung von Epilepsie sofort geheilt hätte, dann wäre mein Glaube heute schwach und Geduld hätte ich auch keine. Dadurch, dass ich 10 Jahre im Glauben ausharren musste, habe ich Gott in vielen anderen Bereichen meines Lebens erfahren, was meine Hoffnung und meinen Glauben stärkte, bis Er Seine Verheißung erfüllt und mich geheilt hat. Heute kann ich mich für all diese 20 Jahren des Leids bedanken, weil es mir zum Besten gedient hat. Dafür bekam ich starken Glauben, bin geduldig geworden und habe vollstes Vertrauen zu Gott, dessen Hilfe nie zu spät kommt.

Gott hätte mir zwar jedes Leiden ersparen können, so wie jede gute Mutter es ihrem Kind wünscht, aber dafür wäre ich schwach geblieben. Wer körperlich stark sein will und anfängt zu trainieren, der wird ohne Schmerz nicht auskommen. Aber wenn er dranbleibt, dann wird er nach einiger Zeit stark. Deswegen lässt Gott das Leiden im Leben Seiner Kinder zu, um sie zu erziehen und zu stärken. Ich könnte meinen Sohn (der heute 4 Jahre alt geworden ist) auch rund um die Uhr vor jedem Fehltritt behüten, aber das wird ihm auf keinen Fall gut tun. Er muss lernen, ein Überwinder zu sein, der glaubt, dass er etwas schaffen kann.
Sei ein Überwinder, verlasse Dich auf Gottes Zusagen und gib niemals auf, auch wenn alles so hoffnungslos aussieht. Gott wird sich schon etwas dabei gedacht zu haben.

Lebe mit Gott * Andachten
Bilder mit freundlicher Genehmigung von Pixabay.com und Viktor Schwabenland | andererseits.at

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