Gott nimmt uns an der Hand

Vor einiger Zeit war ich mit meinen beiden jüngsten Kindern am Vormittag auf dem Spielplatz. Die Kinder kletterten auf einen Hügel, auf dem eine Rutsche steht. Auf einmal hörte ich meine Tochter laut schreien und um Hilfe rufen. Ich lief zu ihr und fragte, was denn los sei, sie antwortete, sie möchte nicht rutschen und habe Angst den Hügel wieder hinunterzulaufen. Also streckte ich ihr meine Hand hin und meinte: „Nimm meine Hand, ich helfe dir!“ Sie schrie weiter, weil sie den Hügel hinuntergetragen werden wollte, doch ich blieb unnachgiebig und ermunterte sie mit den Worten, dass sie das kann und wir das gemeinsam schaffen werden. Nach einer Weile nahm sie meine Hand und wir gingen langsam gemeinsam hinunter, ohne Probleme. Sie freute sich, ich freute mich und nahm sie in den Arm und lobte sie. Sie durfte mit meiner Hilfe ihre Angst überwinden und hat das in ihren Augen unmögliche geschafft und den Hügel bezwungen.

Auf dem Heimweg dachte ich über diese Situation nach und kam zu der Erkenntnis: So handelt Gott eigentlich häufig ebenso mit uns! Wenn wir schreien, zetern, uns beklagen und das ganze Leben hinschmeißen wollen, streckt er uns SEINE Hand hin, um uns zu helfen. Alles was wir tun müssen ist, diese Hand anzunehmen und uns von ihm führen zu lassen. Er geht den Weg mit uns. Wir brauchen keine Angst vor Versagen haben!

Darauffolgend fiel mir noch das Gedicht „Spuren im Sand“ ein, in dem die Rede davon ist, dass Gott uns durch schwere Zeiten trägt. Gott lässt uns nie im Stich! Er hilft uns zur rechten Zeit, wenn wir ihn in unser Leben lassen.

Fußspuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
 
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.
 
Besorgt fragte ich den Herrn:
“Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?”
 
Da antwortete er:
“Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.”

Originalfassung © 1964 Margaret Fishback Powers. Deutsche Fassung © 1996 Brunnen Verlag, Gießen

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Bild von D Mz auf Pixabay und Bild von Michael Haderer auf Pixabay

One Reply to “Gott nimmt uns an der Hand”

  1. Liebe Anna
    Diese Worte geben Hoffnung in schwierigen Situationen. Genau so habe ich es selbst erlebt. Am Tiefpunkt, in der schwersten Zeit meines Lebens hat Gott mir seine Hand entgegengestreckt und mich zu ihm hingezogen.
    Segensreiche Grüße
    Ulrike

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