Gläubige und Ungläubige zusammen in einer Ehe

Solange ich schon gläubig bin, solange schon kommt mir das Thema unter: Wenn ein Christ einen Nicht-Christen heiratet und, dass das nicht gut sei. Bereits in der Jugend wurde uns eingetrichtert, dass man keine/n ungläubige/n Freund/in haben sollte. Diese Meinung ist konform mit den biblischen Worten, dass man nicht an einem Strang mit den Ungläubigen ziehen sollte (2.Korinther 6,14).

Nun gab es jedoch in den letzten zwanzig Jahren für mich immer wieder Sonderfälle, bei denen eine Ehe, in der nur ein Partner gläubig war, wunderbar funktioniert hat, oder der ungläubige Partner sich sogar im Laufe der Zeit bekehrt hat und ich las mich immer mehr in die Thematik in der Bibel ein und siehe da, so ganz schwarz-weiß ist es gar nicht, aber im Endeffekt doch sehr klar und deutlich. Im Korintherbrief steht einiges zu dem Thema, was ich euch nun folgend mit eigenen Worten etwas ausführen möchte.

Grundsätzlich bin ich jedoch erst einmal der Ansicht, dass wenn man den Glauben an den Gott der Bibel ernst nimmt, sollte man sich auch einen Partner suchen, der den Glauben mit einem teilt. Dadurch wird vieles sehr viel einfacher. Man kann seinen Glauben gemeinsam ausleben und auch wichtige Tätigkeiten, wie die Kindererziehung, Traditionen auf kirchlicher Basis, oder auch Wertvorstellungen, die auf dem biblisch-christlichen Weltbild aufbauen, können so viel unkomplizierter gelebt werden. Zudem, wenn man gläubig ist und einen ungläubigen Partner heiratet und daran glaubt, dass nur derjenige errettet wird, der sich für einen Weg mit Jesus entschieden hat und sich folgend eingesteht, dass der Mensch, den man liebt und geheiratet hat, in die ewige Verdammnis kommt, wenn er sich nicht dem richtigen Weg zuwendet, fände ich das eine sehr große emotionale Belastung. Gut, es mag Menschen geben, die sich da nicht so einen Kopf drum machen, aber ich würde es. Die Ehe ist etwas Wunderbares. Zwei Menschen versprechen sich, ein Leben lang zusammenbleiben zu wollen, und die Ehe sollte weder leichtfertig geschlossen, noch leichtfertig gelöst werden. Eine Ehe zu führen, ist eine Lebensaufgabe, mit vielen Hochs und Tiefs, die mit Gottes Hilfe jedoch gut gemeistert werden kann. „Was Gott zusammengeführt hat, soll der Mensch nicht trennen.“

Ich wünschte zwar, jeder würde wie ich ehelos leben. Aber jeder hat von Gott eine besondere Gabe bekommen: Die einen leben nach seinem Willen in der Ehe, die anderen bleiben unverheiratet.
1.Korinther 7,7

Was aber nun, wenn man schon einen ungläubigen Ehepartner an seiner Seite hat? Wenn man zum Beispiel zu Beginn der Ehe selbst noch nicht gläubig war oder das alles nicht so eng gesehen hat? Und nun gibt es Probleme diesbezüglich? Dann gibt Paulus den Ratschlag, dass man den Nichtgläubigen-Partner entscheiden lassen soll, ob dieser beim gläubigen Partner bleiben möchte oder nicht. Falls der Nichtgläubige Partner sich entscheidet zu gehen, macht sich der gläubige Teil nicht des Ehebruchs schuldig, wenn dieser erneut heiratet.

Wenn aber der ungläubige Partner auf einer Trennung besteht, dann willigt in die Scheidung ein. In einem solchen Fall ist der christliche Partner nicht länger an den anderen gebunden. Denn Gott will, dass ihr in Frieden lebt.
1.Korinther 7,15

Falls der ungläubige Part in der Ehe sich nun entscheidet zu bleiben, und den Glauben des Partners zu akzeptieren, selbst jedoch nicht daran glauben kann, soll der gläubige Partner bei ihm/ ihr bleiben. Ja mehr noch, die Kinder und der Partner werden durch den Glauben des Einen gesegnet.

Für diejenigen, deren Ehepartner nicht gläubig ist, gibt es keinen ausdrücklichen Befehl des Herrn. Deshalb rate ich: Wenn ein Christ eine ungläubige Frau hat, die bei ihm bleiben will, soll er sich nicht von ihr trennen.
1.Korinther 7,12

Denn der ungläubige Mann steht durch seine gläubige Frau unter dem Einfluss Gottes, ebenso die ungläubige Frau durch ihren gläubigen Mann. Sonst würden ja auch eure Kinder fern von Gott sein. Doch auch sie stehen unter Gottes Segen.
1.Korinther 7,14

Damit wäre eigentlich alles gesagt, oder? Im Grunde recht einfach verständlich, wie ich finde. Warum wird um dieses Thema dann immer so ein großes Tamtam gemacht?

Bild mit freundlicher Genehmigung von Bild von Noemi-Italy auf Pixabay

10 Replies to “Gläubige und Ungläubige zusammen in einer Ehe”

  1. Du schreibst: „Im Grunde recht einfach verständlich, wie ich finde. Warum wird um dieses Thema dann immer so ein großes Tamtam gemacht? “ Ja, warum? Ich glaube, unter anderem, weil die biblischen Aussagen zu diesem Thema eben doch nicht so einfach verständlich sind.

    Was heißt es zum Beispiel, nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen zu gehen (so der eigentliche Wortlaut von 2. Korinther 6,14)? Wann geht man mit jemandem unter einem Joch? Manche sprechen von der „Jochgemeinschaft“ und beziehen sich damit vor allem auf die Ehe. Aber ist diese gemeint? Geht man nicht auch mit jemanden unter einem Joch, wenn man mit ihm beruflich in einem Team arbeitet? Was bedeutet dann der Aufruf zur Absonderung ein paar Verse später? Und warum sollte eine Ehe ein fremdartiges Joch sein? Was ist fremd an einer Ehe? Oder ist nur eine Ehe mit einem Ungläubigen fremd?

    Ich finde, die Aussage dieser Bibelstelle mit dem Joch ist alles andere als eindeutig, was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass die meisten von uns keine Ahnung von Jochen haben. („Jochen“ ist tatsächlich nicht nur ein Name, sondern auch der Dativ Plural von „Joch“. Ich musste im Duden nachschauen, um das herauszufinden, was untermauert, wie wenig uns heute das Wort „Joch“ geläufig ist.)

    Viel klarer ist da schon die Aussage von 1. Korinther 7,39, wo gesagt wird, eine Eheschließung „muss im Herrn geschehen“. Das heißt dann wohl schon, dass man nur einen Gläubigen heiraten soll. Allerdings ist auch die hier verwendete Formulierung nicht völlig eindeutig und der Vers bezieht sich eigentlich nur auf Witwen (was die Gültigkeit des vermittelten Prinzips für andere Christen allerdings nicht ausschließt).

    Vor meiner ersten Ehe war für mich klar, dass ich keine ungläubige Frau heiraten durfte, dass Gott so etwas verboten hatte. Von der gläubigen Frau, die ich dann geheiratet habe, habe ich mich mehr als ein Jahrzehnt später getrennt, weil eine Fortführung der Ehe mich seelisch kaputt gemacht hätte.

    Zu dieser Zeit habe ich zum konsequenten Glauben an die Gnade gefunden (im Gegensatz zum klassisch evangelikalen Glauben, welcher in Sachen Gnade inkonsequent ist). In Übereinstimmung mit dieser Gesinnungsänderung wollte ich mich dann bei der nächsten Partnerwahl nicht mehr unter ein Gesetz stellen, welches mir verbietet, eine ungläubige Frau zu heiraten. Ich habe mich aber trotzdem dafür entschieden, nur gläubige Frauen als Ehepartner in Erwägung zu ziehen, nicht aufgrund einer Pflicht, sondern aus Motiven, die zum Teil den von dir vorgebrachten entsprechen. Zum einen wollte ich nicht eine tiefe Beziehung zu einer Frau haben, die möglicherweise auf ewig verdammt ist. Zum anderen war mir wichtig, essentielle Dinge in meinem Leben mit meiner Frau teilen zu können. Mein Glaube an Jesus Christus war und ist mir außerordentlich wichtig. Wie schlimm wäre es da, mit jemandem verheiratet zu sein, dem dieser Glaube überhaupt nichts sagt und der die Glaubensfragen, die mich beschäftigen, überhaupt nicht versteht?

    1. Wie an anderer Stelle jemand schon kommentiert hat, ist Christ halt auch nicht gleich Christ. Jeder Christ, ist im Grunde auch nur ein Mensch, der viele Päckchen mit in die Ehe bringt und einige davon sind negativ und hinderlich an einem Eheglück. Auch die Vorstellung, WAS der Glaube des Einzelnen bedeutet, kann sich aufgrund verschiedener theologischer Ausrichtungen zum Teil ziemlich unterscheiden.

      Es bedeutet also nicht, nur weil der Mann, den ich kennen lerne Christ ist (und vielleicht unbedingt heiraten will), dass ich den auch gleich heiraten soll, WEIL er Christ ist. ‘”Gut prüfe, wer sich ewig bindet!”
      Eine Verlobungszeit- ins Gebet gehen, gemeinsam in der Bibel lesen, prüfen, ob der Mensch wirklich zu einem passt (was aber auch bedeutet, sich während der Zeit sexuell zurückzuhalten), Freunde und Familie miteinbeziehen, was sie über den potenziellen Ehepartner denken, vielleicht sogar einen Ehevorbereitungskurs zusammen besuchen …. und und und… so könnte im Vorfeld bei so einigen schon vieles aussortiert werden.

      1. Da stimme ich dir im Großen und Ganzen zu. Ich weiß nur nicht genau, worauf in meinem Kommentar du dich damit beziehst. Ich vermute, auf das Scheitern meiner ersten Ehe. Das ist aber ein nicht ganz triviales Thema und ich müsste viel mehr Details enthüllen, damit über dieses Scheitern angemessen diskutiert werden könnte. Auf keinen Fall habe ich meine erste Frau nur geheiratet, weil sie Christ war. Ein Fehler war das Eingehen dieser Ehe aber vielleicht schon.

      2. Da habe ich wohl zwei Vorgänge miteinander in Gedanken vermischt. Eine Frau auf Facebook hat mir das Ende ihrer Ehe mit einem gläubigen Mann beschrieben, was sehr unschön verlaufen ist und das hatte ich beim Antworten im Kopf.

  2. Guter Beitrag, hast das Thema gut zusammengefasst!
    Ein Thema, das ich demnächst biblisch noch genauer anschauen will, ist die Wiederheirat. Mein Mann war geschieden, als wir uns kennen lernten, und zwischenzeitlich wurde mir schon mehrmals (von mir völlig unbekannten Christen im Netz) gesagt, unsere Ehe wäre vor Gott deswegen ungültig und eine Sünde. Eine Frau meinte sogar, wir müssen uns scheiden lassen, um gerettet zu werden! Mit drei Kindern und ohne jeglichen sonstigen Grund! Sie selber hat wohl ihren zweiten Ehemann aus diesem Grund verlassen (selbst hatte sie keine Kinder).

    1. Danke! Ja, das Thema Ehescheidung ist ebenfalls sehr spannend. Von deiner Situation hast schon mal erzählt und ich finde es gelinde gesagt sehr frech, dass diese Frau es gewagt hat, dir das zu sagen. Da ich selbst quasi ein Scheidungskind bin, beschäftigte ich mich schon vor längerer Zeit mit der Scheidung im biblischen Kontext und fand heraus, dass vieles nicht so ist, wie es mir gesagt wurde. Klar, Scheidung ist nie toll und es ist auch nicht gottgewollt, trotzdem gaben die Apostel Anweisungen, wie das abzulaufen hat, weil es trotzdem Gründe für eine Scheidung geben kann und auch wie das mit der Wiederheirat sei sollte. Ein Blogbeitrag dazu ist schon in meinem Entwurfsordner, muss nur noch fertiggestellt werden. Mal sehen, wann ich Zeit dafür habe! 😃

    2. Liebe Tamara, da es auch in unserer Familie solch einen Fall (Scheidung-neue Ehe) gibt,habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Bibel sagt dazu in Markus 10,11 Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seinem Weibe und freit eine andere, der bricht die Ehe an ihr; (Lukas 16.18) (1. Korinther 7.10-11) 12 und so sich ein Weib scheidet von ihrem Manne und freit einen anderen, die bricht ihre Ehe. Diese Aussage ist eigentlich ganz klar, ABER
      1. habe ich mal eine Predigt gehört,wo gesagt wurde: Wenn der Partner des Geschiedenen (in dem Fall die Exfrau Deines Mannes) auch einen neuen Partner hat ist die Chance,dass eine Versöhnung und Wiederbelebung der Beziehung erfolgen könnte, ziemlich aussichtslos.
      2. Wir sind alle Menschen und machen Fehler und leben von der Vergebung unserer Sünde! Ich habe ein uneheliches Kind und habe von daher auch Ehebruch begangen. Aber wir haben einen liebenden,barmherzigen Gott,der uns vergibt!!! In der Bibel steht: 1.Johannes 1,9 So wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend. Ich wünsche Dir/euch Gottes Segen.

      1. Man muss hier auch die Details beachten: Was sagt die von dir zitierte Stelle, dass jemand, der nach einer Scheidung wieder heiratet, die Ehe bricht? Bricht er sie einmal in dem Moment, wo er das erste Mal mit der neuen Frau Geschlechtsverkehr hat und danach ist die alte Ehe kaputt? Oder besteht die alte Ehe trotzdem weiter und die neue Ehe ist quasi ein dauerhafter Ehebruch? Manche meinen letzteres und sagen deshalb, dass man sich vom neuen Partner trennen (und möglichst zum früheren Partner zurückkehren) muss. Ich halte diese Interpretation aber für recht gewagt. Plausibler erscheint mir die erste.

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