Christsein und der Sexualität frönen: Ein Widerspruch?

Wenn man nach draußen geht zu den Menschen und beginnt mit ihnen über Sex zu sprechen, ist das für Christen häufig harte Kost und immer wieder bekomme ich zu hören: “Darüber spricht man nicht (in der Öffentlichkeit!)” Am besten gefallen mir diejenigen, die im christlichen Kontext mit Verboten um sich werfen, aber wenn man mal konkret nachhakt, wie sie es denn handhaben, dann kommt ganz schnell der Satz: “Das geht allein mich und meinen Partner etwas an.” Ja stimmt! Das, was ihr im Ehebett macht, geht auch nur euch etwas an, richtig! Aber dann lasst den anderen ihren Frieden, wenn sie darüber sprechen wollen. Ich für meinen Teil bin da etwas offener, ich kommuniziere gerne mein Wissen und meine Fragen zu dem Thema und möchte folgend dann auch konkrete Antworten bekommen. Manche reagieren sehr pikiert auf mich und manche freuen sich, dass endlich mal jemand offen und ehrlich Tacheles spricht. Und dann auch noch eine Frau! Mein Mann nennt mich diesbezüglich immer liebevoll ein Unikat.

Folgend ein paar Fragen, die in den christlichen Kreisen immer wieder aufgeworfen werden:

  • Kann und darf man als Christ über Sex sprechen?
  • Darf man positiv über Sex denken?
  • Darf man gegenüber seinem Partner sein Lustempfinden frei und offen äußern?
  • Gibt es Grenzen für die eigenen sexuellen Vorlieben?
  • Was steht in der Bibel über Sex?
  • Wie sieht Gott die Sache mit dem Sex?
  • Was bedeutet Sex eigentlich für mich?
  • Ist die Vorstellung ungezwungen und frei Sex auszuleben mit Scham behaftet, oder freust du dich darauf?
  • Was für Verhütungsmethoden gibt es? Darf man überhaupt verhüten?
  • Sind alle Sexstellungen erlaubt?
  • Gehört Sex wirklich nur in die Ehe?
  • Darf man sein Leben lang wirklich nur Sex mit einem Menschen haben?
  • Ist externe Stimulation des Lustempfindens erlaubt?
  • Darf man sich selbst befriedigen?

In den letzten Jahren durfte ich immer wieder Gottes Führung erleben, wie er aus anscheinend völlig unscheinbaren Talenten, etwas Großes gemacht. Und so auch mit meinem Talent recht frei über Sex sprechen zu können, was für viele meiner Mitchristen mit einem enorm großen (anerzogenen) Schamgefühl belegt ist und ich deswegen auch schon verurteilt wurde. Wie oben schon beschrieben, reagierten etliche meiner Mitchristen schon sehr pikiert auf mich, was mich ehemals auch dazu anstachelte, gerade erst recht auf die Pauke zu hauen. Ehemals hatte ich auch keinerlei Probleme mit Männern detailliert über Sex zu sprechen, etwas, was ich heute nicht mehr tue.
Heute bin ich etwas gediegener und versuche meine Mitmenschen (und auch Mitchristen) nicht mehr allzu sehr zu verärgern. Dennoch bin ich der Ansicht, dass das Thema Sex offen und ehrlich behandelt werden sollte, damit Menschen mit Fragen und Problemen die Chance erhalten, diese unkompliziert beantwortet zu bekommen. Und oh ja, es gibt Fragen und Probleme ohne Ende! Ich bekomme auf meine Blogbeiträge über Sex meistens sehr positive Resonanz und Dank. Vor allem von Menschen, die sehr konservativ christlich in Bezug auf Sex aufgewachsen sind und im Älterwerden bemerkten, dass vieles nicht zusammenpasst.

Vor kurzem kam die Anfrage von dem christlichen Sex Onlineshop schoenerlieben.de herein, ob ich hin und wieder als Gastautorin für ihren neuen Blog schreiben möchte und ich sagte zu. Der Blog ging am Karfreitag online und ein Blogbeitrag von mir, der auch auf diesem Blog hier veröffentlicht wurde, ging schon online.

Klick auf’s Bild:

Quelle: Facebook

Ich bekam eine lange Liste an Themenvorschlägen zugesandt und was soll ich sagen, ich freue mich darauf! Es sind sehr viele spannende und interessante Themen mit dabei und zu ein paar können wir auch etwas erzählen. Zwei neue Beiträge sind schon im Entwurf fertig und müssen nun noch von meinem Mann abgesegnet werden. Warum? Weil er natürlich dazugehört, wenn ich über Sexualität schreibe. Da gibt es kein ICH, sondern nur ein WIR. Und ich bin sehr froh, dass wir in dem Punkt wirklich gleich ticken, sonst würde ich das nicht tun. OK, dann wären wir erst gar nicht zusammengekommen, denn eines unserer ersten Kennenlerngespräche drehte sich um ein sexuelles Thema, was in Folge auch dafür sorgte, dass wir beide zusammenkamen. Das Thema Sex zieht sich also von Beginn an durch unsere Beziehung. Und wir möchten anderen Ehepaaren mit unseren Erfahrungen und Erkenntnissen helfen, wenn möglich. Aber klar, auch wir sind nicht perfekt, absolut nicht. Auch bei uns gibt es immer wieder Probleme, die bearbeitet werden müssen, damit unsere Ehe das bleibt, was sie ist: glücklich. Was ganz klar auch eine befriedigende und regelmäßige Paarsexualität mit einschließt. Und ich hoffe, dass der Blog dazu beiträgt, dass die Christen, so verschieden sie sind, (wieder) Spaß an ihrer Sexualität haben.

Einmal in der Woche erscheint auf schoenerlieben.blog ein neuer Blogbeitrag, von verschiedenen Autoren.
Wenn es euch interessiert, abonniert den Blog! Als Dankeschön erhaltet ihr sogar einen 5 Euro Gutschein von Schönerlieben für den Sexshop.

Ich erhalte für diese Werbung und für meine Autorentätigkeit auf schoenerlieben.blog keine Bezahlung!

schönerlieben Blogfeed:

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Bilder mit freundlicher Genehmigung von Bild von Klaus Hausmann auf Pixabay und Anni Side | andererseits.at

4 Replies to “Christsein und der Sexualität frönen: Ein Widerspruch?”

  1. Hallo!

    Erscheinen alle deine Beiträge für „schöner lieben“ auch auf diesem Blog oder muss man den Blog von „schöner lieben“ abonnieren, um keinen von deinen Texten zu verpassen?

    1. Gute Frage! Dies überlege ich mir derzeit. Bei einem Text, den ich schon schrieb, bin ich mir fast zu hundert Prozent sicher, dass ich diesen NUR auf schönerlieben veröffentlichen werde. Also, den Blog zu abonnieren ist keine schlechte Idee! 🙂 Allerdings wird es wohl noch eine Weile dauern, bis ich diesen für schönerlieben freigeben werde.

  2. Es ist kein Widerspruch. Sexualität darf und kann jeder Christ genießen. Es ist für mich eine geniale Erfindung Gottes. Mann und Frau können, sollen sich immer wieder auf dem nicht immer leichten Weg des Miteinanders aneinader erfreuen. Wenn man bedenkt, was Gott sich da ausgedacht hat, man kanns kaum mit Worten beschreiben was da abläuft- einfach Spitze! Beim vollen Erleben von dem was der gemeinsame Akt an Energie frei gibt, ist es eine Erfüllung ohnes gleich.
    Ich weiß, daß viele Ehepaar weit von dem entfernt sind. Es ist eine große Not. Auch vor christlichen Gemeinden macht das nicht halt.
    Von einem Hotelbesitzer weiß ich,daß er einmal im Jahr eine Pfarrertagung in seinem Hotel hat. Im Angebot seines TV-Programmes hat er auch Softpornos. Er sagte:" Zu keiner Zeit des Jahres macht er mehr Umsatz mit diesen Filmen, als dann, wenn die Pfarrer da sind". Das ist traurige Realität. Wenns im Bett nicht mehr so läuft, flüchten sich viele in die Internetpornographie. Das ist ja so einfach. Ein Freund sagt mir jetzt erst;"Meine Frau legt die Latte so hoch (gewisse Bedingungen die er erst erfüllen muß), das ist mir zu anstrengend.
    Dabei gibt doch die Bibel praktische Hinweise. Wir sollen uns gegenseitig nicht dem anderen verweigern. Das ist gefährlich. Wenn ich zuhause nicht mehr satt werde,such ich woanders. Ein ganz wichtiger Punkt, reden,reden und immer wieder reden.
    Meine Erfahrung ist, daß man mit anderen gut über alle Probleme reden kann. Die schwersten Gespräche sind die mit dem eigenen Partner. Wir kennen ein christliches Ehepaar, die stellen sich täglich die Fragen:" Wie geht es dir heute, seelich,körperlich,sexuell."
    Man blendet das sexuell nicht aus(zur Nachahmung empfohlen). Sicher kann man das nicht alles "anordnen". Das sexuelle Erfüllung funkioniert und vor allem , beiderseitig beglückend ist, kann oft ein längerer Weg sein. Das kann nur in einer gegenseitigen Liebesbeziehung geschehen.Auch in einem Lebensstil der täglichen Vergebung. Gerade die Frau braucht "den Kopf frei" bei dieser Thematik.
    Das sind sicher alles keine Neuheiten,die ich hier schreibe. Man kann das in klugen Büchern sicher noch viel ausfühlicher nachlesen.
    Und sicher gibt es noch vieles, was noch unberührt geblieben ist. aber deshalb gibt es ja solche Blog
    s, die auf ein Thema gebündelt sind. Und darum können wir uns noch auf viele interessante Beiträge freuen.

    1. Danke für deinen Kommentar und ja, du hast so was von vollkommen recht! Ich lese derzeit ein Buch von Dr. Kevin Leman über das Thema, welches ich dann folgend noch vorstellen werde. Sehr empfehlenswert!

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