Familie in diesen Zeiten

Zuletzt aktualisiert am 18. Juni 2020 von Anni Side

Mir fiel auf, dass sich die letzten Beiträge hier auf dem Blog ständig sehr stark um Sexualität, Ehe und Glaube drehten und es eigentlich dem breiten Spektrum, welches ich auf diesem Blog abdecken möchte, gar nicht mehr gerecht wird. Ich schrieb zeitweise viel über Stoffwindeln und deren Anwendung, was sich jedoch mit der Zeit erledigte, da es von meiner Seite aus einfach nichts mehr Neues zu berichten gab und schloss das Thema dann auch mit einem Blogbeitrag ab. Ich wickle immer noch mit Stoffwindeln und bin nach wie vor begeistert davon und empfehle es allen werdenden Eltern, die ich kenne. Im Moment ist meine Schwägerin schwanger und sie ist sehr interessiert an dem Thema und ich freue mich, sie folgend beraten zu dürfen. Dennoch ist es keine Hauptthematik mehr von mir.

Wie das so ist, was einen beschäftigt, über das schreibt man und demzufolge beschäftigte ich mich in den letzten Monaten sehr stark mit unserer Ehe, unserer Sexualität und meinem Glauben an den Gott der Bibel. Aber es gehört natürlich noch viel mehr zu mir dazu. Ein ganz großer Teil meines Lebens machen ganz klar meine Kinder aus, drei Stück an der Zahl. Sie sind immer da, sind immer präsent, wenn ich schreibe, wenn ich denke, wenn ich fröhlich bin, wenn ich traurig bin, wenn ich schlafe, wenn ich koche, wenn ich ruhe. Immer. Um sie drehen sich in etwa achtzig Prozent meines Tages. Jetzt durch die Coronakrise sogar noch viel intensiver, da seit nun mittlerweile über acht Wochen alle Kinder ständig zu Hause sind, vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Kein Kindergarten, keine Oma, die mich, die uns, entlasten könnten. Und ja, wir genießen die Zeit, genossen sie. Seit heute hat es ein Ende, denn der Große darf wieder in den Kindergarten und ja, ich bin froh, denn es war auch enorm anstrengend für mich. Langsam merke ich, wie mir die Luft ausgeht. Mein Mann war nicht in Kurzarbeit, wie viele andere Familienväter, sondern ging ganz normal zum Arbeiten und ich war den ganzen Tag zu Hause bei den Kindern.
Ich bin Hausfrau, aus Überzeugung. Hausfrau und Mutter. Zwei von meinen drei Kindern betreue ich Vollzeit zu Hause, der Älteste geht in den Kindergarten. Demzufolge bin ich es gewohnt, viel mit den Kindern zu Hause zu sein, dennoch war es eine andere Zeit, denn normalerweise gibt es noch die Oma, zu der die Kinder ungefähr einmal in der Woche für ein paar Stunden am Nachmittag gehen, und mir damit eine kleine Auszeit verschaffen. Allerdings konnte ich in den letzten Wochen mehr meinen Hobbys nachgehen, als zuvor, da alle Termine wegfielen. Es waren zwar nicht viele Termine, aber sie fielen im Wochenverlauf auf.

Zuerst las ich ganz viel, dann nähte ich ganz viel und dann begann ich wieder viel zu schreiben. Ist bei mir irgendwie so eine Eigenart, ich kann nur eine Sache intensiv betreiben. Und wenn die Kinder viel Zeit benötigen, habe ich logischerweise für nichts anderes mehr Zeit.

Die Kinder zu Hause, eine große Umstellung?

Ich war und bin schon immer der Meinung gewesen, dass ein Kind unter drei Jahren nichts im Kindergarten verloren hat, in Vollzeitbetreuung. Wer die älteren Beiträge dieses Blogs kennt, der weiß auch warum. Ab drei Jahren schicke ich meine Kinder dann in den Kindergarten, wenn sie denn dann auch gehen wollen.
Eigentlich wäre mein Zweiter schon vier Jahre alt und würde folgend auch schon in den Kindergarten gehen. Ach, wie freute ich mich im vergangenen Sommer auf diese Zeit! Nur noch ein Kind daheim, endlich mal wieder mehr Zeit um gemütlich was machen zu können: mehr Zeit für Freundinnen, zum Schreiben, zum Lesen, zum Shoppen, Radtouren, Laufen, …. Alles was mit mehreren Kindern, und vor allem kleinen Kindern, anstrengend ist. Pustekuchen! Während er zu Beginn wirklich sehr gerne in den Kindergarten ging, änderte sich das nach etwa zwei Monaten.
Es begann mit der normalen Bitte, nicht in den Kindergarten zu müssen und einer Erzählung, wonach er anscheinend nicht mitjausen durfte, ihm verboten wurde, seinen Rucksack mit an den Esstisch zu nehmen. Wir hakten bei den Erzieherinnen nach, die wussten jedoch von nichts und wir übergingen die Bitte unseres Zweitgeborenen. Aus seiner einfachen Bitte nicht gehen zu müssen, wurde mit der Zeit ein Flehen, als wir das immer noch übergingen, wurde irgendwann Wut, Frustration, Schreien und zornige Ablehnung daraus. Er weigerte sich mit Händen und Füßen, sich am Morgen anziehen zu müssen. Es war jeden Morgen ein Kampf. Nachdem ich einmal richtiggehend gezwungen hatte zu gehen, konnte ich nicht mehr und sagte zu meinem Mann, dass ich ihn nicht mehr in den Kindergarten schicke.
Ich hatte Mitleid mit ihm und auch keine Nerven mehr. Nachdem er dann einen Monat lang nicht mehr in den Kindergarten ging und auf Nachfrage jedes Mal ablehnte, meldeten wir ihn schlussendlich dann ganz ab. So hatte ich dann also wieder zwei Kinder in Vollzeit zur Betreuung zu Hause. Eine Zweijährige und einen inzwischen Vierjährigen.

Manchmal fragte ich mich, was wir hätten tun sollen, wenn ich hätte arbeiten gehen müssen. Zum Glück bin ich Hausfrau, ich denke es mir immer wieder. Mein Mann geht am Morgen so früh aus dem Haus, dass ich das ganze Morgengeschäft alleine erledigen muss. Nicht wie in manch anderen Familien, in denen der Mann am Morgen noch Zeit hat, die Kinder in den Kindergarten oder in die Schule zu bringen. Warum erwähne ich das? Weil ich das an manchen Tagen sehr bedauerte und ich eifersüchtig auf die Frauen war, die das hatten. Eine große Erleuchtung für mich war, als wir beschlossen, dass unser Ältester den Kindergartenweg alleine bewältigen kann und ich so nicht mehr jeden morgen alle drei Kinder gleichzeitig fertigmachen musste.
Für kommendes Schuljahr haben wir unseren Zweiten nun wieder für den Kindergarten angemeldet. Wir sind gespannt! Er sagt selber, dass er wieder gehen möchte. Unser Erster geht dann zur Schule und die beiden können zusammen denselben Weg laufen. Schule und Kindergarten sind direkt nebeneinander.  Ich hoffe und bete, dass es ihm gefällt. Das Jahr darauf würde nämlich dann schon die Tochter in den Kindergarten kommen und für den Zweiten würde das Pflichtkindergartenjahr starten. In Österreich ist das letzte Kindergartenjahr vor der Schule Pflicht.

Also waren der Lockdown und die Vollzeitbetreuung aller Kinder im Grunde keine große Umstellung für mich. Trotzdem merkt man es, wenn alle Kinder ständig zu Hause sind. Allerdings war ich dann doch froh, noch kein Schulkind im Haus zu haben. Ich bin nämlich nicht die Art von Mutter, die gerne mit den Kindern an den Tisch sitzt und ihnen geduldig etwas immer und immer wieder erklärt… Kann nicht jeder! Aber dafür gibt es ja zum Glück Pädagogen.

Ja… Das bin auch ich. Und eigentlich ist es mein Hauptberuf: Hausfrau und Mutter. Das Bloggerleben ist mein Ausgleich und läuft nebenher. Dort schreibe ich auf, was mich außer den Kindern sonst noch so beschäftigt. Eine Weile überlegte ich, nur über Kinder zu schreiben, über Erziehung und über alles was eine Mutter so beschäftigt, unterließ es aber dann. Auch, weil es schon so viele Mamablogs gibt. Das ist für mich irgendwie intimer, als wenn ich über Sex schreibe und möchte für diese Gedanken kein so großes Publikum. Eigentlich lustig. Was sagt das über mich aus? Wohl, dass die Kinder vor meiner Sexualität kommen und ja, das stimmt. Eine Tatsache, die dem Mann häufig nicht so gut gefällt, aber die Kinder sind halt auch öfter da, als der Mann! Ganz logisch. 😉

Bild mit freundlicher Genehmigung von Bild von tookapic auf Pixabay

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