Ehe und Probleme, die diese Verbindung nach sich ziehen kann

Wir als Ehepaar kommen immer und immer wieder mit Paaren in Berührung, die enorme Beziehungsprobleme haben. Es zieht sich irgendwie wie ein roter Faden durch unsere Ehe, als würden wir die Paare mit Problemen “magisch” anziehen. Und wir fühlen uns in den meisten Fällen dazu berufen, zu helfen. Manchmal reicht es schon, wenn man ein offenes Ohr schenkt und einfach nur zuhört.

Unter gläubigen Christen ist die Ehescheidung weiterhin ziemlich verpönt. Wenn man jemand geheiratet hat, ist dies eine lebenslang besiegelte Verbindung und Probleme sollte es keine geben (dürfen) und wenn ja, wird eher selten darüber gesprochen. Wahrscheinlich aus Scham. „Mit Gottes Hilfe ist alles möglich und man muss nur fest genug auf Gott vertrauen, dann wird das schon (wieder)“ (Manche gehen sogar so weit und lehnen Therapeuten ab). So die Auffassung einiger meiner Mitchristen und doch wird sich auch unter Christen munter geschieden. Warum? Das ist die Frage. Ich möchte nun folgend einfach mal ein paar biblische Ansätze und Grundsätze durchspielen. Ihr könnt, wenn ihr mögt, dann weiter in der Bibel nachlesen und euch selbst weitere Gedanken dazu machen. Ich werde den Text mit Bibelversen zu dem Thema spicken, damit ihr ein paar Anhaltspunkte habt.

Bild von Scott Webb auf Pixabay

Die Ehe bedeutet laut biblischen Werten Monogamie. Ein Mann und eine Frau heiraten und versprechen sich, ein Leben lang zusammen zu bleiben und sich treu zu sein. Mit dem Akt der Sexualität verschmelzen sie dann auch körperlich Ebene und so sind Körper, Geiste und Seele eins. Für immer. Bis, dass der Tod sie scheidet.

Darum verlässt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.
1. Mose 2,24 (HFA)

Nur ist es leider so, dass es auch in christlichen Kreisen, laut meinem Empfinden gehäuft, immer wieder zu Scheidungen kommt. Doch warum ist das so? Dieser Frage gehen mein Mann und ich oft nach. Ist es die Sache mit dem Sex? Wird Sex unter den jungen Christen als zu hoch angesetzt? Von wegen, heiraten, damit man endlich Sex haben darf? Und dann folgend ist es gar nicht so, wie sie es sich erwarten? In der Bibel steht, dass man sich einen Ehepartner suchen soll, wenn man nicht ohne Sex leben kann.

Darauf antworte ich: Damit niemand zu einem sexuell unmoralischen Leben verleitet wird, ist es besser, wenn jeder Mann seine Frau und jede Frau ihren Mann hat.
1. Korinther 7,2 (HFA)

Ist es vielleicht das Überangebot an potenziellen Partnern? In den Zeiten vom Internet und diversen Partner- und Sexbörsen und auch Pornografie Angeboten ist es sehr leicht geworden, fremdzugehen. Besonders Männern ist Sexualität häufig sehr wichtig (obwohl neue Studien belegen, dass es mittlerweile ausgeglichen ist) und wenn die eigene Frau gerade nicht (aus welchen Gründen auch immer) verfügbar ist, oder sich ihrem Ehemann aus Eigensucht oder falschen Moralvorstellungen verweigert, kann es sein, dass sich der Mann einen Ersatz für den Akt an sich sucht.

Achtet die Ehe und haltet euch als Ehepartner die Treue. Gott wird jeden verurteilen, der sexuell unmoralisch lebt und die Ehe bricht.
Hebräer 13,4 (HFA)

Doch ich sage euch: Schon wer eine Frau mit begehrlichen Blicken ansieht, der hat im Herzen mit ihr die Ehe gebrochen.
Matthäus 5,28 (HFA)

Ist es, weil man zu viel über mögliche Optionen nachdenkt oder redet, falls es nicht klappen sollte? Immer einen Ausweg im Hinterkopf, falls die Ehe schiefgehen sollte? Zum Beispiel einen Ehevertrag aufsetzen, oder auf getrennte Konten bestehen, oder dass die Frau auch weiterhin zum Arbeiten geht soll/ will, um unabhängig zu bleiben, nur damit im Falle eines Falles alles geregelt ist? Dass man keine Verbindlichkeiten mehr eingehen möchte?

Ihr gehört nun zu Gott. Da passt es selbstverständlich nicht mehr, sich sexuell unmoralisch zu verhalten, ausschweifend zu leben oder alles haben zu wollen. Über so etwas sollt ihr nicht einmal reden!
Epheser 5,3 (HFA)

Wie viel Wert hat die Ehe allgemein noch unter den Christen? Wird sie als Last oder Segen empfunden? Es gibt so viele Ehepaare, die außerhalb über ihren Partner motzen und lästern. Welche Werte haben die Christen allgemein? Legen sie z.B. Wert auf einen gläubigen Partner? Oder ist es ihnen egal und Hauptsache heiraten, damit man Sex haben darf oder nicht mehr alleine ist? Was natürlich vollkommen legitim ist, denn der Mensch ist ein sexuelles Wesen und auch nicht unbedingt für das ständige Alleinsein erschaffen. Nicht umsonst schuf uns Gott als Beziehungswesen! Die Ehe ist die höchste Beziehungsebene für den Menschen.

Also trennt euch ganz entschieden von einem Lebensstil, wie er für diese Welt kennzeichnend ist! Trennt euch von sexueller Unmoral und Ausschweifungen, von Leidenschaften und Lastern, aber auch von der Habgier, die den Besitz für das Wichtigste hält und ihn zu ihrem Gott macht!
Kolosser 3,5 (HFA)

Fühlt man sich von seinem Umfeld unter Druck gesetzt, heiraten zu müssen, wenn man in einem bestimmten Alter ist? Oder Nachwuchs zu bekommen und deswegen zu heiraten? Ist es überhaupt noch eine Option ohne Sex zu leben? Oder hat die Sexualität inzwischen so einen hohen Stellenwert eingenommen, dass sich niemand mehr vorstellen kann, ein Leben lang darauf zu verzichten? Man wird überall zugeballert mit Sexualität. Werbung, Serien, Filme, Romane, soziale Netzwerke. Ist die Sexualität inzwischen zu einem Muss, zu einer Art Gott geworden?

Bild von Denis Doukhan auf Pixabay

Jeder von uns wird immer wieder in Versuchung geführt werden. Auch wir als Ehepaar erlebten schon einige Anfechtungen. Es liegt jedoch an uns, ob wir der Versuchung erliegen, oder ob wir es mit Gottes Hilfe überwinden, dem zugrunde muss jedoch ein starker Glaube und Einigkeit zwischen den Eheleuten liegen.

Was eurem Glauben bisher an Prüfungen zugemutet wurde, überstieg nicht eure Kraft. Gott steht treu zu euch. Er wird auch weiterhin nicht zulassen, dass die Versuchung größer ist, als ihr es ertragen könnt. Wenn euer Glaube auf die Probe gestellt wird, schafft Gott auch die Möglichkeit, sie zu bestehen.
1. Korinther 10,13 (HFA)

Für mich als Frau ist es auch wichtig, mich dem Mann nicht zu entziehen. Die Frau, die diesen Beitrag jetzt liest, kennt es vermutlich: Man hat es gerade total stressig, die Kinder nerven, man hat irgendein Projekt im Kopf, die Hormone spielen verrückt und dann kommt auch noch der Mann daher und will Sex. Zum Haare raufen! Die erste Reaktion darauf ist da ganz klar häufig erst einmal die Ablehnung der Frau. Wenn dies jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg und immer wieder geschieht, ist das für einen Mann sehr hart. Er versteht die Welt nicht mehr und denkt sich folgend auch, die Frau würde ihn nicht mehr genügend lieben (gibt es natürlich auch umgekehrt). Ich las vor einiger Zeit einen Vers dazu, der mich dazumal schwer schlucken ließ.

Keiner soll sich dem Ehepartner verweigern, außer beide wollen eine Zeit lang verzichten, um für das Gebet frei zu sein. Danach kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht in Versuchung führen kann, weil ihr euch nicht enthalten könnt.
1. Korinther 7,5 (HFA)

Besonders der letzte Satz- damit Satan einen nicht in Versuchung führen kann- stimmt. Wenn wir länger nicht beieinander waren, schießen einem diverse, nicht ganz so schöne Dinge durch den Kopf. Vermutlich kenne das viele und ich möchte da heute auch gar nicht näher darauf eingehen.

Denn wer sich mit einer Hure einlässt, der wird ein Leib mit ihr. Ist euch das nicht klar? Es heißt ja schon in der Heiligen Schrift von Mann und Frau: »Die zwei werden eins sein mit Leib und Seele.«
1. Korinther 6,16 (HFA)

Das Wort Hure wird in der Bibel nicht nur für die Frau genannt, wie wir sie heute als Prostituierte kennen, sondern eine Hure ist eine Frau, die sich schick kleidet, den Männern schöne Augen macht, Geschenke annimmt und einfordert, und den Männern Honig ums Maul schmiert, um im Gegenzug mit ihnen auch zu schlafen. Quasi ihre Reize einsetzt, um Männer zu Fall zu bringen. Das ist heute nicht anders, als früher. Es gibt die Frauen, die vorsätzlich einen Mann verführen, der nicht ihr Ehemann ist und zu Fall bringen, um sich zu bereichern. Es ist also nicht immer und überall der Mann allein daran schuld, wenn ein sexuelles Fehlverhalten vorliegt. Dafür benötigt es immer noch zwei!
Aber, wie oben schon beschreiben: wenn die Frau sich ihrem Mann ständig entzieht (was sehr häufig vorkommt), wird sich der Mann früher oder später Gedanken um Alternativen machen und manche lassen ihren Gedanken Taten folgen. Ich sage nicht, dass es korrekt ist, absolut nicht, aber es ist eine logische Konsequenz, wenn in einer Ehe einer einseitig die „eheliche Pflicht“ der Sexualität aufkündigt.

Sexualität ist die körperliche Verbindung zwischen Mann und Frau, welche jedoch auch einen noch viel tieferen Sinn hat. Gott macht nichts ohne Grund! Neben der Tatsache, dass es sich sehr gut zur Fortpflanzung eignet und daher jeder Mensch diesen Trieb hat, macht es selbstverständlich Spaß und man fühlt sich danach befriedigt. Und wenn einer diese Verbindung einseitig kappt und mit jemand anderem ins Bett geht, verbindet er sich mit dieser Person ebenfalls und bricht dadurch die Ehe mit seiner Frau oder seinem Mann.

Wie gesagt, es sind ein paar einzelne Gedanken dazu. Jedes Ehepaar hat seine ganz eigene Lebenssituation und auch Probleme. Manchmal liegen auch ganz andere Gründe für eine Scheidung vor, wie zum Beispiel Gewalt, wie jemand anmerkte. Irgendwann demnächst möchte ich die Ehescheidung auch noch ausführlich biblisch beleuchten, mit allem Für und Wider. In einem meiner letzten Beiträge widmete ich mich allerdings schon einmal kurz dem Thema: https://andererseits.at/2020/04/14/glaeubige-und-unglaeubige-zusammen-in-einer-ehe/

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Bild von congerdesign auf Pixabay, Anni Side | andererseits.at und Bild von Denis Doukhan auf Pixabay

2 Replies to “Ehe und Probleme, die diese Verbindung nach sich ziehen kann”

  1. Diese Erfahrungen habe ich auch gemacht, ja, wenn ich keine Lust habe, dann …. ja ich kann mir selber aktiv Gedanken machen und auch viel dazu beitragen, dass mein Mann sich nach mir sehnt. Und dann? Dann kommt meistens die Lust auf meinen Mann, denn er freut sich wie ein Schuljunge voller Spannung darauf, wenn ich ihm sage, dass ich etwas mit ihm vorhabe… und dann reichen oft Kleinigkeiten um die Schieflage zu korrigieren. wichtig ist dass wir uns als Paar bewusst sind, dass Wir unterschiedliche Bedürfnisse haben. Ich muss nicht immer bekommen… ich sollte vielmehr geben wollen, denn wennschon mit der Erwartung heirate, dass mir der Andere etwas geben soll, sollte ich gar nicht heiraten, denn das ich will geben sollte die Triebfeder sein
    MF

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