Wort oder Tat? Was Christsein heute bedeuten kann

Ehrlich gesagt, kenne ich keine einzige Predigt von Pastor Olaf Latzel, ich bekam bisher immer nur Auszüge zu lesen oder zu hören und ich konnte bisher nichts davon ablehnen, denn es war alles biblisch korrekt. Nun ist es jedoch so, dass er für seine biblische Korrektheit und auch für seine zuweilen recht direkte und derbe Ausdrucksweise immer mehr ins Kreuzfeuer gerät. Derzeit soll er wegen des Vorwurfes der Volksverhetzung angeklagt werden.

Was war geschehen? Er sprach sich gegen Homosexualität aus. Ja mehr noch, er sagte aus, dass alle anderen Religionen falsch seien. Wie ich immer wieder las, waren seine Gottesdienste immer brechend voll, eine Eigenart, denn normalerweise werden die Gotteshäuser immer leerer und die Menschen wenden sich immer mehr von Gott ab. Anscheinend lieben die Gläubigen seine direkte und klare Art zu predigen. Nun will ihn die Kirchenleitung suspendieren.

Es startete eine Petition für Pastor Olaf Latzel, die verhindern soll, dass er seines Amtes als Pastor enthoben wird. Diese bekam innerhalb kürzester Zeit mehrere tausend Unterstützer. Eine Tatsache, die den Gegner absolut nicht passt und ich las schon unzählige Onlinezeitungsartikel, die sich gegen Olaf Latzel richteten. Ich unterschrieb diese Petition übrigens auch, einfach, weil ich der Ansicht bin, dass jemand, der Gottes Worte predigt unterstützt werden muss. Das traurigste ist, dass selbst sogenannte Mitchristen gegen ihn sind. Dieses Thema ist ein Pulverfass, wie ein Artikel auf jesus.de richtig beschrieb.

Link zur Petition: https://www.openpetition.eu/petition/online/solidaritaetsbekundung-mit-bremens-pastor-olaf-latzel

Mit der Unterstützung dieser Petition drückte ich nicht aus, dass ich mit allem einverstanden bin, was Olaf Latzel von sich gibt, kann ich gar nicht, weil ich gar nicht alles weiß, was er bisher alles von sich gab, aber ich wollte meine Solidarität ausdrücken, für Gläubige, Prediger und Pastoren, die sich nicht scheuen trotz aller Widerstände, Gottes Worten treu zu bleiben. Vieles was in dieser Welt, von den Menschen als gut und richtig erachtet wird, gerechtfertigt wird, ist nicht das, was Gott möchte. Ich denke, wir befinden uns auf einem Scheideweg, der immer klarer wird. Jetzt geht es darum, für welchen Weg wir uns entscheiden. Bleiben wir bei Gott, seinem Wort, seinem Geist, oder lassen wir uns von der Welt und somit Satan einlullen?

Eigentlich ist es nicht zum Lachen, aber irgendwie muss ich schon grinsen, dass eine Kirche, die sich auf ihren Gründungsvater Martin Luther beruft und auch stolz auf dessen Werke ist, so mit einem Pastor umspringt. Soweit ich weiß, wählte Herr Luther auch nicht immer so liebreizende und nette Worte, wenn es darum ging, die Menschen auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen. Und wenn ich mir die Bibel so durchlese, besonders so einige eindrückliche Worte der Apostel, ist da auch nicht immer alles heiter Sonnenschein.

Christsein bekommt bei uns immer mehr eine neue Dimension, denn es bedeutet, dass man möglicherweise verleumdet, angegriffen, verurteilt wird. Bei uns war lange Friede und wir mussten uns nicht großartig für unseren Glauben rechtfertigen und für unsere Standpunkte einstehen, dies ändert sich derzeit massiv. Selbst christliche Gruppierungen, die sich darauf spezialisiert haben, den Menschen Gutes zu tun, stehen unter Kritik. Gutes sollen Sie bitte weiterhin tun, aber nichts mehr von Jesus erzählen. Besonders unter Kritik sind dabei christliche Kinderhilfsnetzwerke.
Ich bin treue Abonnentin und Unterstützerin von Open Doors, dem weltweit größten Hilfsnetzwerk für verfolgte Christen. Die Geschichten, die ich dort lese, treiben mir regelmäßig die Tränen in die Augen und mir ist es unverständlich, wie die Christen hier, ihren Glauben so als Nebensache behandeln, ja mehr noch, ihren Vater im Himmel immer und immer wieder verleugnen, indem sie seine Worte nicht ernst nehmen.

(Jesus) Ich sage euch: Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir Menschen für Gott gewinnt, der führt sie in die Irre.«

Lukas 11,23

Woran erkennt man einen Christen? Daran, dass seine Worte und Taten im Einklang sind. Es hilft natürlich nichts, sich nur auf Gottes Wort, die Bibel zu versteifen und nur mit erhobenem Zeigefinger herumzulaufen. Den Worten müssen Taten folgen. Wie das bei Pastor Olaf Latzel ist, kann ich nicht sagen, dies ist ein großer Nachteil des Internets. Wie geht er mit seinen Gemeindemitgliedern um? Setzt er sich für Minderheiten ein? Macht er Wohltätigkeitsarbeit? Führt er Menschen zu Jesus? Lebt er die Liebe Gottes zu den Menschen? All dies kann ich nicht beurteilen.

Worte und Werke müssen im Einklang sein, sonst wird man unglaubwürdig. Und doch ist das eine ohne das andere nichts wert.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Bild von Wokandapix auf Pixabay

2 Replies to “Wort oder Tat? Was Christsein heute bedeuten kann”

  1. Liebe Frau Side,
    da Sie in Ihrem Beitrag auch Open Doors erwähnt haben, bin ich – als Zuständiger für die Pressearbeit bei Open Doors – auf Ihren Beitrag aufmerksam geworden. Danke zuerst dafür, dass Sie sich an die Seite verfolgter Christen stellen!

    Danke auch für den Beitrag zu Olaf Latzel. Uns erreichen dazu zahlreiche Anfragen.
    Ich bin dankbar für Verkündiger wie Olaf Latzel, die sich dafür entschieden haben, Gottes Wort – und damit auch Gottes Anspruch und Sichtweise – nicht zu verwässern. Und gewiss ist das zuweilen unangenehm für manche Menschen, wenn ihre Sichtweise und Einordnung von Themen konfrontiert wird.

    Sie haben sich vorsichtig in Ihrem Beitrag geäußert, da Ihnen nicht alle Informationen zu einer Person oder Sache vorliegen.
    Nun ist es so, dass Pastor Latzel eine Anklage wegen Volksverhetzung droht. Das ist keine Kleinigkeit. Derzeit ermittelt die Bremer Staatsanwaltschaft wegen möglicher Volksverhetzung. Das ist eine Straftat. Die Frankfurter Rundschau berichtet dazu wie folgt:

    Zitat: [Auf einem „Eheseminar“ hatte Latzel gesagt: „Überall laufen diese Verbrecher rum vom Christopher Street Day, feiern ihre Parties“. Dazu erklärte er am Sonntag, mit „Verbrechern“ habe er nur jene „militanten Aggressoren“ gemeint, die ihn und seine Gemeinde St. Martini immer wieder attackiert und diffamiert hätten, etwa mit Morddrohungen, Sprühparolen wie „God is gay“ oder einer Gottesdienst-Störung durch küssende Homo-Paare. Sollte der Eindruck entstanden sein, er halte alle Homosexuellen für Verbrecher, entschuldige er sich.
    Seine anderen Aussagen relativierte er nicht, zum Beispiel, dass gelebte Homosexualität laut Bibel ein „todeswürdiges Verbrechen“ sei, auch wenn man deshalb niemanden umbringen müsse. Ferner hatte er von einer „teuflischen“ Homo-Lobby gesprochen.* (https://www.fr.de/politik/bremen-pastor-nennt-homosexuelle-verbrecher-staatsanwaltschaft-ermittelt-13715673.html)%5D Zitat Ende.

    Unbenommen davon, dass es viele Meinungen, Strömungen und Haltungen bei Gruppen gibt, die man kritisieren kann, gilt für uns – als Nachfolger von Jesus – auf uns selbst zu achten, und unsere Haltung zu prüfen. Zu unserem Umgang mit „Ungläubigen“ und auch mit Anhängern bestimmter Gruppen (religiöse, politische, ideologische, etc.) geben das Neue Testament und insbesondere Jesus viele Hinweise. „Seid nun barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Und richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden; und verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden. Lasst los, und ihr werdet losgelassen werden“ (Lk. 6,27-37).
    „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde“ (Joh. 3,17).
    Das bedeutet nicht, dass wir Sünde schönreden. Es bedeutet aber, dass unsere Aufgabe als Gemeinde und Christen darin besteht, das Evangelium der Errettung in Christus Jesus zu verkündigen. Und die Menschen „werden die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird sie freimachen“.

    Bei Open Doors haben wir zusammen mit unseren verfolgten Brüder und Schwestern von Jesus gelernt, wie wir mit „Gegnern“, z.B. Verfolgern umgehen. Bruder Andrew, der Gründer von Open Doors hat dies so formuliert: Wir sind nicht „gegen“ Gruppen oder Regierungen oder Ideologien, wir sind „für“ Jesus. Und darauf fokussieren wir uns.
    Die Worte von Jesus „Liebt eure Feinde, betet für die, die euch verfolgen und beleidigen“ weisen auf unsere Haltung hin. Eine pauschale Verurteilung einer ganzen Gruppe, d.h. auch ganze Gruppen zu kritisieren, wird die Anhänger dieser Gruppen wegtreiben und fernhalten von der Verkündigung des Evangeliums. Sie werden dann im Gegenzug uns – die Gemeinde Jesu – noch mehr kritisieren und gegen uns agieren. Die Gräben werden tiefer, die Mauern werden höher.

    Nun ist wichtig, dass wir alle für Pastor Olaf Latzel und seine Familie und seine Gemeinde beten, dass Gott ihnen Schutz und Trost und Weisheit und überfließende Liebe schenke.

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