(Kein) Sex vor der Ehe!?

Was hat es mit diesem Gesetz auf sich, dass alle konservativen Kirchen und Gemeinden regelmäßig predigen? Was bedeutet das überhaupt? Ist dieser Spruch überhaupt richtig?

Als mein Mann und ich uns kennenlernten, kamen wir ziemlich schnell auf das Thema Sex. Klar, wir waren beide Mitte zwanzig, also voll in der Blüte unseres Sexualtriebs und hatten uns aufgrund unserer Glaubensüberzeugung bis dahin sexuell zurückgehalten. Klar, wie es theoretisch vonstattengeht, das wussten wir. Dies herauszufinden ist in der heutigen Zeit ja auch kein Hexenwerk mehr. Was also tun?

1Kor 7,9 Aber, wenn ihnen das zu schwerfällt, sollen sie heiraten. Das ist besser, als wenn sie von unbefriedigtem Verlangen verzehrt werden.

Wir haben uns von Anfang an dazu entschieden, unsere Beziehung unter Gottes Führung zu stellen. Wir waren und sind der Meinung, dass nur dies das ultimative Rezept für eine langanhaltende, glückliche und gute Ehe ist. Uns war von Anfang an klar: Wir wollen nicht nur “einfach so” zusammen sein, sondern mit der festen Absicht auch einmal zu heiraten.

Ob man jemand heiraten möchte oder nicht, das findet man übrigens ziemlich fix heraus, wenn man will, unserer Meinung nach. Ich sage nur reden, reden, reden…! Wir sprachen wirklich über alles und das sehr ehrlich und ausführlich. Darüber, wie wir unsere Zukunft vorstellen, was unsere Wünsche und Ziele im Leben sind und ob diese kompatibel miteinander sind. Wo Abweichungen waren und ob wir damit leben könnten, wenn es in dem ein oder anderen Punkt nicht so werden wird, wie wir es uns erhoffen. Wenn wir bei etwas unterschiedlicher Meinung waren (auch heute noch), reden und diskutieren wir so lange darüber, bis es für beide passte. Dies geht im Übrigen meistens relativ schnell.
Ich zeige ihm bis heute meine Social-Media-Aktivitäten, wenn es sich gerade ergibt oder erzähle es ihm, zum Beispiel, mit wem ich mich über was unterhalten habe. Ich finde es einfach wichtig meinen Mann in alles mit einzubinden, besonders da er auf keinem einzigen sozialen Netzwerk angemeldet ist und ich dort auch viel mit meinen Mitmenschen kommuniziere. Er macht das genauso und erzählt mir alles, was ihn beschäftigt. So sind wir immer auf demselben Wissensstand. Geheimnisse? Haben wir voreinander nicht.

Wir haben die Bibel hergenommen und uns lang und breit und ausführlich mit dem Thema beschäftigt um herauszufinden, was Gottes Wille für uns ist.

1Kor 7,2 Ich dagegen sage: Damit ihr nicht der Unzucht verfallt, soll jeder Mann seine Ehefrau haben und jede Frau ihren Ehemann.

Dabei ist uns eins klar geworden. Der Slogan “Kein Sex vor der Ehe” ist nicht falsch, aber auch nicht richtig. Erklärung folgt:

Eph 5,31 Ihr kennt das Wort: »Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben. Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele.«

Für uns war klar, nachdem wir einige Bibelstellen über Ehe gelesen haben. Der Sexualakt zwischen Mann und Frau ist gleich Ehe!

Die Bibel redet auch von “ein Fleisch werden”. Vor Gott gehören mit dieser körperlich, fleischlichen Verbindung Mann und Frau unwiederbringlich auf dieser Welt zusammen.
Alles andere. Der Gang in die Kirche oder Kirchengemeinde seiner Wahl, um sich vom Pastor oder Pfarrer den ehelichen Segen abholen zu lassen, ist zwar ein schöner und traditioneller Brauch, müsste aber nicht zwingend sein. Allerdings ist es immer schön, mit einem Segen in die Ehe zu starten und daher absolut empfehlenswert. Um die Ehe vor dem Staat fixieren zu lassen, ist der Gang zum Standesamt jedoch wichtig. Denn in der Bibel steht auch, dass man die Gesetze des Landes, in dem man lebt, achten soll. Und vor dem Gesetz ist man erst dann verheiratet, mit allen Rechten und Pflichten, wenn man auf dem Standesamt war.

Wer sich mal die Zeit nimmt und alles in der Bibel heraussucht über Hochzeiten, der wird relativ schnell feststellen, dass dort meistens nur die Hochzeitsfeiern beschrieben werden. Lustig, oder? Die Trauzeremonie an sich wird so gut wie nie beschrieben. Im Alten Testament steht etwas davon, dass der Vater die Braut ihrem Zukünftigen übergibt. Also, gefeiert wurde immer ordentlich, ausladend und öffentlich! Eine Hochzeit ist ein Freudenfest! Zwei Menschen beschließen, ihr Leben miteinander zu verbringen. Fortan sind sie eins vor Gott, gehören zusammen. Was jedoch zu biblischen Zeiten zwingend war, dass die Frau als Jungfrau in die Ehe startete und es wurde auch erst nach dem, bzw. die Frischvermählten zogen sich während des Festes zurück, Fest miteinander geschlafen.

Soweit so gut. Was heißt das also konkret? Wenn ich mit einem Mann, aus freien Stücken, aus Liebe und Leidenschaft, schlafe, dann bin ich mit ihm vor Gott verheiratet. So verstanden wir dies. Und wir sind der Ansicht, dass man eigentlich diese Aussage den jungen Leuten lehren sollte und ihnen nicht nur einfach das Gebot “Kein Sex vor der Ehe”, hinwerfen.

Wenn man sich von dem Sexualpartner dann trennt, weil es halt irgendwie nicht passt, oder man sich mehr liebt, oder weswegen auch immer und sich einen neuen Sexualpartner sucht, begeht man Ehebruch.

Lk 16,18 Das bedeutet zum Beispiel: Wer sich von seiner Frau trennt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch. Und wer eine Geschiedene heiratet, wird zum Ehebrecher.«


Röm 7,3 Wenn sie sich also zu Lebzeiten ihres Mannes mit einem anderen einlässt, nennt man sie zu Recht eine Ehebrecherin. Stirbt aber der Mann, so ist sie frei von dem Gesetz, das sie an ihren Mann bindet. Sie begeht keinen Ehebruch, wenn sie sich einem anderen hingibt.


Mt 5,32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau trennt, außer sie hat ihrerseits die Ehe gebrochen, der treibt sie in den Ehebruch. Und wer eine Geschiedene heiratet, wird zum Ehebrecher.«

Deswegen sollte man sorgsam mit sich, seinem Körper und seiner Sexualität umgehen!
Wenn man dann noch in die Tiefen der Bedeutung von Sexualität, also von “ein Fleisch werden” eintaucht, wird einem zusätzlich noch klar, dass dies noch viel mehr bedeutet, als körperliche Lust und Lustbefriedigung. Man wird als Mann und Frau vor Gott eins, mit Körper, Geist und Seele.

Da es unter den Christen immer wieder zu Differenzen bei dem Thema kommt, möchte ich sagen, dass dies unser Weg war mit dem Ganzen umzugehen! Jedes Paar muss das selbst mit sich und Gott ausmachen!


Wem das Thema Sexualität in seiner (zukünftigen) christlichen Ehe wichtig ist, oder in einer schon bestehenden Ehe es zu Problemen damit kommt, dem empfehle ich den neuen Blog von Schönerlieben: schoenerlieben.blog. Dort findet ihr Gedankenanreize, Lösungswege, Informationen, Erfahrungsberichte und vieles mehr, rund um die christlich-eheliche Sexualität, von verschiedenen Autoren. Eine Autorin davon bin ich.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Bild von stokpic auf Pixabay

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