Nicht Menschen bewundern, Gott bewundern!

Und schon wieder ist es geschehen, ein Mensch, ein Leser, schrieb, er sei von meiner Meinung im Zusammenhang mit einem Thema enttäuscht, er hätte mich bewundert. Ich weiß nicht, ob ihm die Manipulation bewusst war, aber ich vermute nicht. Vielleicht dachte der Leser, er würde mir was bedeuten, keine Ahnung was in den Köpfen der Leute im Netz vor sich geht, aber ich schrieb zurück, dass ich nicht bewundert werden möchte. Darauf folgend dachte ich mir, ich muss mal einen “kurzen” Blogbeitrag darüber schreiben.

Vornehmlich Männer schreiben mich häufiger mal an und drücken ihre Bewunderung aus, vor allem darüber, dass ich so offen über Sex schreiben würde. Ich weiß, dass ich in dem Punkt besonders unter Christinnen heraussteche, aber für mich ist das nichts Besonderes darüber zu schreiben und auch zu sprechen und ich möchte dafür auch keine Bewunderung von anderen Männern! Aber ich danke ihnen trotzdem dafür, denn ich fühlte mich schon immer den Männern mehr verbunden als den Frauen, rein platonisch gesehen. Die Bewunderung und Unterstützung von meinem Mann reicht mir allerdings als Bestätigung, dass ich das Richtige tue. Klar, jeder Mensch wünscht sich Bestätigung, aber ich möchte keine Bewunderung von wildfremden Menschen im Netz, denn das sind Köpfe (Profilbilder) mit Namen, die ich sonst nicht kenne.
Natürlich ist es schön Fans zu haben, die deinen Blog mit Freude lesen und ich bedanke mich auch bei all meinen Fans, allerdings muss ich sagen, dass manche wirklich merkwürdig sind. In irgendeinem Blogbeitrag schrieb ich es schon einmal (ich schreibe soviel, dass ich häufig nicht mehr weiß, wann ich was geschrieben habe): Erst wird man von manchen hochbejubelt, fast schon bedrängt, aber sobald man etwas von sich gibt, was demjenigen nicht passt, wird man kritisiert und beschimpft. Zu Beginn meiner Bloggerzeit bin ich damit gar nicht zurechtgekommen. Bis ich meine eigene Einstellung änderte. Ich schreibe, was ich auf dem Herzen habe, manchmal gehe ich recht heftige Themen an, die ich biblisch für mich herausgearbeitet habe und die Erkenntnisse teilen möchte, manchmal einfach nur einfache Berichte über gewisse Themen, oder Dinge die mir wichtig sind. Dieser Blog hat Themen-mäßig keinen roten Faden, keine Leitlinie, ich schreibe, was ich auf dem Herzen habe und das möchte ich beibehalten. Auch möchte ich beibehalten, dass ich auch das veröffentliche, was ich auf dem Herzen habe, denn häufig halte ich mich auch zurück, weil ich ganz genau weiß, dass etliche damit wieder nicht einverstanden sind. Dennoch bin ich in den letzten Jahren mutiger geworden und auch meine Einstellung zu Leserkommentaren hat sich geändert.

Am Anfang und auch noch lange danach, war mir sehr wichtig, was meine Leser von meinen Texten halten. Jeder Autor bekommt gerne Feedback und er freut sich über Lob und Anerkennung für sein Schreiben. Mit der Zeit merkte ich allerdings, dass mich das auslaugt. Vor allem, die negativen Kommentare, die Kritik, die alles auseinander pflücken, was ich schreibe. Nun stand ich vor der Wahl, nichts mehr schreiben, was im Kern kritisiert werden könnte, oder die Kommentare nicht mehr an sich heranlassen. Ich entschied mich für letzteres. Warum? Weil man im Netz sonst nicht mehr fertig wird. Meine Texte werden im Durchschnitt hundertmal gelesen. Mal mehr, mal weniger. Wenn ich jetzt auf jeden Kommentar eingehen würde, hätte ich kein Privatleben mehr. Und, da bin ich ehrlich, mir gehen die Kommentare zum Teil sehr zu Herzen. Ich bin ein hochsensibler Mensch, der sich ständig um alles Gedanken macht und ich bin sehr Gefühls-orientiert.

Ich verstehe, warum diverse Menschen aufgrund meiner Texte beleidigt sein könnten, aber nicht, dass sie es sind. Es sind meine Worte, meine Erkenntnisse, wer damit ein Problem hat, soll den Blog zu machen und in anderen Blogs lesen, die seine Meinung untermauern. Ich mache mich nicht abhängig von der Meinung anderer, da bin ich ziemlich stur. Ich höre mir gerne andere Meinungen an, wenn diese angenehm vorgetragen werden (Stichwort: Konstruktive Kritik), aber ob ich die dann auch annehme, entscheide ich für mich ganz alleine. Wer dann nicht damit zurechtkommt, dass ich dessen Meinung nicht teile und annehme, ist im Netz dann folgend häufig beleidigt und manche werden sogar aggressiv und persönlich beleidigend. Das ist das, was ich in den letzten Jahren erleben musste. Manchmal gehen dann meine Emotionen mit mir durch und ich handle nicht besonders christlich und schieße genauso zurück. Aber gut, ich bin auch nur ein Mensch, nicht Gott. Wer von mir erwartet, dass ich immer nett, liebevoll, höflich, gerecht bin, der ist bei mir an der falschen Adresse.
Auch wurde mir schon vorgeworfen, nicht kritikfähig zu sein und heute MUSS man Kritik aushalten können, wer das nicht kann, der sollte sich zurückziehen. Oh ihr lieben Leute, ich bin mit ständiger Kritik aufgewachsen, von klein auf, musste ich mich mit Kritik um meine Person auseinandersetzen und ich nahm und nehme mir ALLES zu Herzen. Aber es ist selbstzerstörerisch auf jede Kritik zu hören. Es mag Menschen geben, die können Kritik an der eigenen Person ohne Gefühlsregung abhaken, aber es gibt Menschen, die zerfleischen sich selbst, wenn sie kritisiert werden, werden unsicher und ihr Selbstbild gerät ins Wanken. Wer solchen Menschen vorwirft, nicht kritikfähig zu sein, weil sie negativ auf Kritik reagieren, wirft ihnen noch mehr Gründe vor die Füße, sich selbst zu hassen. Wer nun auf Kritik nicht reagiert, sie von sich fernhält, ist nicht hochmütig und meint alles zu wissen, der Mensch schützt sich einfach selbst. Und wie wir alle wissen wird mit Kritik absolut nicht gespart. Nicht umsonst wird in der modernen Kindererziehung eher das Loben und die Anerkennung in den Vordergrund gerückt, als die Kritik. Für ein gesundes Selbstbewusstsein unserer Kinder. Gut, da muss man auch aufpassen, dass es nicht schon wieder ins Negative abdriftet, aber im Grunde ist es richtig. Aufbauend, anstatt niederdrückend.

Ich schreibe gut, ich schreibe gerne, ich schreibe viel, das ist mein Talent, Texte zu verfassen, allerdings bin ich sonst ein Mensch, der nicht gerne mit Menschen interagiert. Warum meint ihr, verstecke ich mich im Netz hinter einem Pseudonym? Ich möchte keinen Trubel um meine Person, ich möchte Ruhe im Privatleben. Auch ein Grund, warum man nicht viele Bilder von mir im Netz findet. Ein paar gibt es, aber nicht viele. Aber vielleicht dann doch mehr, als bei anderen. Ich versuche es ausgewogen zu halten.

Gott gefallen

Was ich jedoch möchte, ist, Gott zu gefallen. Er ist mein Schöpfer, mein Vater, mein Herr. Er ist der Grund, warum ich lebe, er ist der Grund, warum ich dieses Talent des Schreibens habe, er ist der Grund, warum ich trotz meiner Verletzungen Familie leben kann. Er ist der Grund, warum ich nicht aufgebe und das, was in der Bibel steht, auch so rüberbringe, wie er es mir sagt. Ich habe nie behauptet, dass ich alles weiß, aber ich weiß, dass Gott alles weiß und wenn er mir Erkenntnisse schenkt und ich den Drang habe, es aufzuschreiben, dass es in dem Moment das Richtige ist.
Ich musste schon viele Streitgespräche über aktuelle Glaubensthemen führen: Frauen in der Kirche, Homosexualität, Ehe und Familie, Kirchenleitung, Stellung der Frau in der Ehe usw. und meine biblischen Erkenntnisse unterscheiden sich oft extrem davon, was so einige Frauen forcieren, die in vorderster Reihe bei der Meinungsbildung in den christlichen Medien und Kirchen sitzen. Zum Glück gibt es jedoch auch viele, die mit demselben Geist wie ich die Bibel lesen. Immer wieder kommen mir Bibelstellen in den Sinn, wonach am Ende viele vom richtigen Weg abkommen und es viele falsche Propheten geben wird, die die Menschen in die Irre leiten. Und ich sehe viele falsche Propheten, die weltliche Meinungen mit biblischen Meinungen vermischen und sich daraus ein Weltbild konstruieren, welches jedoch nach näherer Betrachtung nicht Gottes Weltbild standhält. Was ich darauffolgend jedoch herausfand war, dass diese Menschen gar nicht den Anspruch haben, biblisch zu handeln. Für diese Menschen ist die Bibel ein Leitfaden, der nicht zwingend so umgesetzt werden muss. Wer bei mir so argumentiert, ist raus. Wer Gott liebt, möchte sich an seine Weisungen und Gebote halten und studiert die Bibel, liest sich rein, atmet die Worte quasi ein und möchte dadurch lernen, wie Gott ist, um ihm ähnlicher zu werden.

Merke: Ich habe nie gesagt, dass ich perfekt bin, dass ich das Wissen mit dem goldenen Löffel gefressen habe, ich bin ein Mensch wie jeder andere auch, mit Fehlern und Schwächen und auch ich werde noch hunderttausendmal in meinem Leben gegen Gottes Gebote und Gesetze verstoßen. ABER ich habe Jesus im Herzen, meinen Fürsprecher vor Gott, der mich unterstützt, der mich liebt und der mit dem Heiligen Geist dafür sorgt, dass ich wieder auf den richtigen Weg zurückkomme. Kein Mensch ist ohne Fehler und Schwächen, auch ein Christ nicht, aber wir haben den entscheidenden Vorteil, dass wir immer wieder zu Jesus kommen und uns erneuern lassen können. Wer dies zulässt, wird im Glauben immer weiter wachsen dürfen.

Wer den Menschen gefallen möchte und Gottes Worte so hindreht, dass sie kompatibel mit menschlich-weltlichen Werten sind, hat vor Gott verloren. Es muss umgekehrt sein, erst Gott gefallen, seine Weisungen und Gebote für wahr und richtig erachten, daran aus tiefstem Herzen glauben und dann sich um die Menschen kümmern. Denn nur das ist die Basis um ein guter Menschenfischer zu werden und das ist der Auftrag, den wir als Christen haben, die Menschen zu Gott zu führen und sie nicht in der sündigen Welt belassen. Alles, was nicht von Gott kommt, ist Sünde. Sünde trennt den Menschen von Gott und nur durch Jesus hat der Mensch die Chance zu Gott zu kommen. Wie? Das legt Gott jedem selbst ins Herz. Manche sind besser im Reden, manche im Helfen, manche im Singen, manche im Beten, manche im Schreiben, manche im Handeln. Jeder hat Gaben und Talente, die er für seine Mitmenschen einsetzen kann und die diese näher zu Gott bringen sollten. Wo Gott einen einsetzt, das muss jeder Mensch selbst von Gott in Erfahrung bringen, indem er auf seinen Geist hört. Politik (egal in welcher politischen Strömung), Ehrenamt, Arbeit, Gemeinde, Mission, Familie,… jeder hat sein Betätigungsfeld von Gott bekommen. Manche sind mit öffentlichem Ruhm belegt, manche mit viel Kritik belegt, manche ganz unten und unscheinbar. Mir persönlich ist unten und unscheinbar lieber, auch wenn es mit diesem Blog nicht ganz so sehr klappt… Aber Gott schenkt jedem die notwendige Kraft, den Dienst für ihn meistern zu können, wenn wir uns fest an ihn halten und ihm vertrauen.

Den Fokus ganz auf Gott, auf unseren Schöpfer und unser Leben so ausrichten, damit ER zufrieden ist. So können wir mit allem umgehen, mit Ruhm, aber auch Ablehnung und Feindseligkeiten. Wir können nicht zwei Herren dienen. Wer den Menschen gefallen, wer von Menschen bewundert werden möchte, wird scheitern.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Bild von Barbara Jackson auf Pixabay

4 Replies to “Nicht Menschen bewundern, Gott bewundern!”

  1. Menschen sind eben so: heute bewundern sie dich, morgen verfluchen sie dich. Nur Gott weicht niemals von Seinem Wort und Seinem Denken. Es tut zwar der Seele gut, dass man bewundert wird, aber es schmerzt ihr auch, wenn die Bewunderer auf einmal zu Feinden werden. Ich bin deswegen auch vorsichtig, wenn jemand mich bewundert, weil ich aus Erfahrung dann weiß, dass die Person mich schon bald wieder vergisst. Gott vergisst mich aber niemals und seiner Bewunderung ist mir genug.

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