Demut und Gott dienen in den heutigen Zeiten

Heute ging es in meiner Bibellese um Demut, ihr könnt es auf meinem Instagram Kanal unter dem heutigen Tag nachlesen, dort greife ich täglich meine Bibellese kurz auf. (1.Petrus 5,6) Wie es so häufig bei mir ist, lese ich gerade das in der Bibel, was mich auch beschäftigt und dieses Thema geht mir zuweilen oft durch den Kopf. Da ich viel in den sozialen Netzwerken unterwegs bin und mich dort auch mit meinen Mitmenschen und Mitchristen unterhalte, bekomme ich sehr oft ziemlich konträre Meinungen bezüglich biblischen Aussagen zu lesen. Manchmal mische ich mich ein, manchmal überlese ich es, wobei ich letzteres immer häufiger übe, denn es bringt nichts, sich im Netz auf Diskussionen einzulassen. Mich kostet es Nerven, viele Nerven, aber bringen tut es nichts, denn es endet meistens in Besserwisserei. Wie könnte ich mich diesbezüglich nun demütig verhalten? Vertrauen, dass Gott sich einmischt, wenn ich Meinungen lese, die so wie ich empfinde, völlig falsch und unbiblisch sind? Bin ich dazu befugt, einen anderen Menschen auf, so wie ich es empfinde, eine Irrlehre hinzuweisen? Beten, dass Gott mir Erkenntnis darüber schenkt, ob vielleicht meine Meinung falsch ist? Mir selbst eingestehen, dass ich da nichts ausrichten kann, da meine Meinung bei diesem Menschen völlig irrelevant ist und nichts bringt außer Ärger? Oder mich in Demut üben, in dem Wissen, dass ich im Grunde gar nichts weiß? Dass mein Wissen bezüglich der biblischen Wahrheiten nur ein Sandkorn an einem riesigen Strand ist?

Was ist Demut?

Demut bedeutet, dass man sich eingesteht, dass man ganz unten ist, dass man im Grunde nichts weiß, nicht kann, nichts ist, im Angesicht Gottes. Dass man auf volle Hilfe und Unterstützung Jesu angewiesen ist, aber nicht das Recht auf Hilfe und Unterstützung Jesu hat, wenn man ihm nicht zu hundert Prozent vertraut. Wer demütig ist, ist ein Diener, einer der unter allen anderen steht, der auch zuweilen ein Fußabtreter ist, fies und gemein behandelt werden darf, ohne sich wehren zu können und zu dürfen, ohne Bestrafung zu fürchten. Seinem Herrn und Meister ohne Widerworte dient und alles tut, was dieser verlangt, ohne auf Gegenleistung zu hoffen. Ein demütiger Mensch gesteht sich also ein, dass er ohne seinen Herrn und Meister, ohne Gott, ein nichts ist. Ein Knecht, ein Mensch, der Weisungen aufführt, ohne zu fragen, warum er das tun soll, er macht es einfach.
Es gibt schlechte Herren und gute Herren, wir kenne es aus den Erzählungen des Sklaventums früherer Zeiten, aber auch heute noch sind viele Menschen auf dieser Welt Sklaven, es ist kein Phänomen der Vergangenheit. Schlechte Herren nutzen ihre Knechte und Diener ohne Rücksicht auf Verluste aus und schinden sie bis in den häufig grausamen Tod. Gute Herren hingegen achten auf ihre Bediensteten und geben ihnen sogar Privilegien, wenn die Diener artig und gehorsam ihren Dienst ausführen und den Dienern und Knechten geht es folgend bei ihrem Herrn gut. Und genau so stelle ich mir Gott vor, denn er verlangt von uns nichts, was uns untergehen, was uns scheitern, lässt. Er stellt uns nicht bloß, haut uns keine rein, wenn wir sowieso schon am Boden liegen, er verweigert uns keine Nahrung, kein Dach über dem Kopf, keine Bekleidung, er sorgt sich um unsere Wünsche und Bedürfnisse und wenn wir ihn bitten, dann gibt er es uns. ABER er verlangt volle Demut, Hingabe und Vertrauen von uns.

Wie ist es im alltäglichen Leben?

Auf den sozialen Netzwerken geht es sehr häufig um die Selbstdarstellung von Schönheit, von Leistung, von Können des jeweiligen Menschen. Besonders Instagram ist u.a. quasi dafür geschaffen, dass der jeweilige Mensch sich selbst zelebriert, in Szene setzt, sich selbst darstellt. Das gibt mir schon zu denken. Ich behaupte nicht, dass ich besser bin und ich möchte hier nun auch nicht den Anschein erwecken, ich sei besser als alle anderen, denn das bin ich absolut nicht. Ich bin von einer vollkommenen Demut vor Gott noch weit entfernt. Vor allem, weil mein innerer Mensch es nicht zulassen möchte. Wir wurden dazu getrimmt, uns selbst etwas wert zu sein, unsere Talente, unsere Gaben, unsere Befähigungen vor den Menschen hervorzuheben, damit wir weiterkommen, erfolgreich werden können. Beruflicher Erfolg, ein gutes Einkommen und hohe Bildung sind sehr häufig die oberste Priorität. Wer vor den Menschen etwas gelten will, muss sich selbst bewerben, hervorheben, alles dafür tun, um Wissen zu erhalten. Etwas, was mir schon immer Schwierigkeiten bereitete und doch musste ich es erlernen, denn nur so kann man etwas erreichen, wurde mir eingebläut. Nicht umsonst kreide ich unser Schulsystem, welches nur auf Leistung getrimmt ist so oft an, und vor allem die Hervorhebung von Menschen mit Studium, die, so scheint es mir, einen höheren Stand haben, als jemand, der tagtäglich mit Händen schwer für seinen Lebensunterhalt arbeitet. Aber gut, anderes Thema.

In der Bibel steht, dass wer vor den Menschen etwas gelten will, vor Gott nichts gilt. (Lukas 16,15) Demzufolge sollte unsere erste Sorge sein, vor Gott gut dazustehen, nicht vor den Menschen. Wer Gottes Weisungen einhält, sich demütig unter Gott stellt, der ist von Gott hoch angesehen und es wird ihm ein großer Glauben bescheinigt. Jesus selbst diente den Menschen, er stellte sich ganz unter sie, er wurde für uns ermordet, er starb für uns und Jesus sagte, dass wer groß sein und der Erste unter den Menschen sein will, der soll ganz unten beginnen. (Markus 10,43-45)

Puh. Harte Kost, oder? Man muss quasi alle menschlichen Bestrebungen ablegen um etwas gelten zu wollen, wenn man Gott gefallen und dienen möchte. Und das in einer Zeit, in der Selbstdarstellung, das Auskosten und Erreichen der eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Ziele oberste Priorität hat. Selbst so manche kirchliche Gemeinschaft beugt sich den menschlichen Bedürfnissen und stellt diese über Gott und seine Anweisungen und Gebote. Christen biedern sich den Menschen an, reden ihnen nach dem Mund, versuchen Gott in menschliche Regelwerke hinzuquetschen und Gott unter sie und ihre Bedürfnisse zu stellen. Ja, wir sollen den Menschen dienen, denn auch das ist ein Gebot Gottes, aber das können wir erst ausführen, wenn wir uns zuallererst unter Gottes Weisungen und Gebote stellen. Denn nur so können wir den Gelüsten unseres menschlichen Fleisches nicht erliegen (Galater 5,16-17) und die Früchte es Geistes leben (Galater 5,22). Aus rein menschlicher Kraft können wir Gott nie gerecht werden, wir müssen all unsere Kraft, unser inneres Aufbäumen, unsere Selbstherrlichkeit, unseren inneren Drang etwas gelten zu wollen, ablegen und uns ganz Gott ergeben, erst dann, sind wir dazu befähigt, Gott zu dienen und einen Dienst an den Menschen zu übernehmen.

Mein Weg dahin ist noch lang, aber ich habe mein ganzes Leben lang Zeit dafür und ich bin mir sicher, Gott lässt mir diese Zeit. Jeder Tag ist neu dafür geschaffen, um mich weiter in das Angesicht Gottes zu begeben. Gott gibt keinen von uns auf, er liebt uns, will nur das Beste für uns und das Beste ist nun mal, wenn wir uns voll und ganz auf die Knie vor ihm gehen, ihm zu hundert Prozent vertrauen, dass er es gut mit uns meint und uns von ihm führen lassen.

AMEN


https://de.wikipedia.org/wiki/Demut

Bild mit freundlicher Genehmigung von Bild von Constance Kowalik auf Pixabay

One Reply to “Demut und Gott dienen in den heutigen Zeiten”

  1. Liebe Anni,
    Deine Worte sind wieder wunderbar zu diesem Thema. Sicher tut es uns gut, wenn wir gelobt werden oder Erfolg haben.Wir freuen uns darüber. Ein Satz aus der Werbebranche lautet:” Nichts ist erotischer als Erfolg”! Ich will es nicht alles schlecht reden.Ich habe 30 Jahre als selbständiger Handwerker gearbeitet.Ich habe alles kennengelernt. Erfolg,Gelingen von Arbeiten, aber auch Mißlingen von Arbeiten. Da fühlst du dich so schlecht und als Versager.Wie gut daß das Fundament meines Lebens der Glaube an Jesus Christus ist.
    Bei allem Erfolg und Gutem habe ich immer gesagt: “Danke Herr ,es ist deine Gnade.Und bei allem Niederlagen wußte ich ,daß Gott mich trotzdem liebt. Seine unbegreifliche Liebe ist immer da. Und sie ist BEDINGUNSLOS!!!
    Jesus hat es seinen Jüngern selbst in der Fußwaschung gezeigt.Wir möchten den anderen lieber mal so richtig den Kopf waschen. Jesus kam zum DIENEN und nicht zum Herrschen.Er kniet sich hin und ihm sind die geringsten Arbeiten nicht zu schlecht.Für den Nächsten.
    Da brauchts immer wieder viel Gnade dazu!

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