Verschiedene Möglichkeiten zu evangelisieren

Evangelisation gehört zum Christentum dazu. Jeder Christ ist dazu aufgerufen, seinen Mitmenschen diese Möglichkeit der Erlösung weiterzugeben. Aber vielleicht geht es dir wie mir und dir zieht es innerlich allein bei dem Wort Evangelisation alles zusammen. Warum? Vielleicht, weil viele Evangelisation mit in der Fußgängerzone stehen und Leute anquatschen in Verbindung bringen. Ich möchte nun heute mal die verschiedenen Arten der Evangelisation beleuchten, allerdings erhebe ich keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Die eben schon angesprochen Art der Evangelisation kennt wohl jeder, der in einer Freikirche groß geworden ist. Im Sommer stellt man sich in die Fußgängerzone, meistens mit einem Missionsteam im Hintergrund welches extra für den Zweck geordert wurde. Einige werden wohl die Evangelisationsbusse kennen, mit den Ständen und Schirmen vorne dran, vollgepackt mit Traktaten. Leute werden angequatscht und ihnen bei Interesse Gebet u. v. m. angeboten. Und auch wenn ich da früher öfter mal mit dabei war, meine damalige Jugendgruppe hat da immer mit Begeisterung mitgemacht, fühlte ich mich bei jedem Einsatz unwohl. Das war nichts für mich. Ich quatsche nicht einfach Menschen an und erzähle ihnen von Jesus, wahrscheinlich, weil ich selbst auch nicht einfach so angequatscht werden möchte. Klar, es gab einige Erfolgsgeschichten. Nach jedem Missionseinsatz waren ein paar Menschen mehr in den Gemeinden. Es hat also funktioniert, doch natürlich nicht bei jedem.

Manchmal, wenn ganz viel Ressourcen in die Hand genommen wurden, wurde ein ganzes Evangelisationsevent organisiert, die sogenannte Zeltmission. Ein riesiges Zelt wurde aufgebaut, mit Bühne und irgendein bekannter Prediger stand als Starprediger fest, welcher die Massen von Gott überzeugen sollte. Als ich ein Kind war, war noch nicht ganz so viel mit Multimedia, all das kam alles erst ein paar Jahre später auf. In meiner Jugend fing es dann an, mit Übertragungen von Events auf Leinwand, der Starprediger war also nicht mehr Vorort, sondern ein Evangeliationsevent wurde groß als Übertragung beworben. Alles in allem war mir das aber schon immer irgendwie suspekt, keine Ahnung warum. Wenn man dann am Schluss aufgerufen wurde, nach vorne zu kommen und Gebet in Anspruch zu nehmen, sträubte sich alles in mir. Aber auch hier wurden immer mal wieder ein paar Menschen angesprochen, die so ihren Zugang zum Glauben fanden.

Eine andere Art der Evangelisation ist die persönliche Beziehung zu einem Menschen. Man freundet sich mit Menschen seiner Wahl an, natürlich ist beiderseitige Sympathie vorhanden und irgendwann wird in den Gesprächen automatisch über den Glauben gesprochen. In einer guten Freundschaft erzählt man sich in der Regel, was einen bewegt und so wird man auch über seine Glaubensgrundsätze sprechen. Hierbei sollte kein Vorsatz dabei sein, denn sonst ist es keine richtige Freundschaft, sondern einfach der Wunsch, so viele Menschen wie möglich in die rettenden Arme Jesu zu ziehen.

Manche Menschen lassen sich nur auf dem intellektuellen Weg vom Evangelium überzeugen und da wäre der Weg über Fachliteratur oder Fachvorträge. Theologische Abhandlungen, wissenschaftliche Vorträge und Literatur u. v. m. Auch das ist ein Weg, der sehr interessant ist. Diese Menschen müssen vom Verstand her davon überzeugt sein, dass der biblisch-göttliche Weg, der bessere Weg ist. Ich persönlich denke, dass gerade dies der schwerste Weg ist, allerdings weiß man danach auch ganz genau, für was man einsteht.
Wer nicht ganz so auf der intellektuellen Ebene schwimmt, aber trotzdem gerne liest, oder Filme sieht, der kann mitunter auch über Romane, Geschichten, Lebensberichte u.a. in Buch- oder Filmform für den Glauben an Gott interessiert werden.

Ein weiterer Weg wäre, die ganz persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen mit Gott, die einen davon überzeugen, dass es Gott einfach geben muss. Da gibt es mehrere Wege. Man liest, aus welchen Gründen auch immer, die Bibel und auf einmal erkennt man die Wahrheit. Ein Weg, der sehr speziell ist, dass Jesus einem einen persönlich zeigt, mit einem redet, im Traum erscheint, solche Zeugnisse hört man häufig aus Gebieten auf dieser Erde, die sehr arm sind, die keinen Zugang zu Schulbildung und somit nicht lesen können. Häufig wissen die Menschen noch gar nichts von Jesus und erfahren erst in weiterer Folge häufig von Missionaren, wer da mit ihnen gesprochen hat, aber sie glauben an diese höhere Macht.

Es gibt Menschen, bei denen kommt man mit Reden nicht weiter, auch lesen sie nicht gerne und Freunde haben sie womöglich auch genügend. Allerdings benötigen sie in einem Bereich ihres Lebens vielleicht ganz dringend Hilfe und ich kann diesem Menschen in diesem Bereich „zufällig“ gerade helfen. Das wäre dann der ganz persönliche Einsatz an den Mitmenschen, ohne Gegenleistung zu erwarten. Seine persönlichen Zeit- und Kraftressourcen für einen anderen Menschen investieren und ihm Gutes tun, unentgeltlich. Der Lohn dafür, was wir im Reich Gottes investieren bekommen wir nicht auf Erden, sondern später bei Gott im Himmel.

Und noch der ganz moderne Weg: Übers Internet. Blogs, Webseiten, Social Media u. v. m. Dort finden sich viele christliche Profile, die das Wort Gottes, den Glauben, weitergeben. Für die heutige Jugend ein wichtiges Element, denn die Jugend informiert sich größtenteils im Internet über alle möglichen Dinge des Lebens.

Alles in allem komme ich zu der Erkenntnis, dass Gott IMMER einen Weg findet, sich den Menschen zu zeigen, egal woher dieser Mensch kommt, welchen kulturellen oder intellektuellen Hintergrund er hat und demzufolge gibt es nicht nur einen Weg, die Menschen zu erreichen. Es gibt nicht nur einen Weg für die Evangelisation, denn sie ist so unterschiedlich wie wir sind. Und jeder von uns findet mit Gottes Hilfe seinen Weg, wie er seinen Mitmenschen den Glauben weitergeben kann.

Manchmal setzt Gott Menschen ein, um sich zu zeigen, manchmal erledigt er es auch persönlich. Aber ich denke, in jedem Menschen, der bereit ist, darauf einzulassen, besteht tief in seinem inneren ein ungestillter Hunger nach mehr. Ein Mensch, der sich auf Gott einlässt, ist innerlich darauf vorbereitet. Eine tiefe Sehnsucht nach Liebe und Annahme, oder auch das Verlangen zu Wissen, was es sonst noch gibt nach diesem Leben hier, ob das wirklich alles war. Wir, die wir uns Christen nennen, müssen nur bereit sein, zur rechten Zeit das richtige zu sagen oder zu tun. Hier spielt das Hören auf den Heiligen Geist eine große Rolle. Eine Auslegung, die mir mal sehr geholfen hat, in dem Zusammenhang war, dass wenn du das absolut zwingende Gefühl hast, etwas tun zu müssen, dann kann es vom Heiligen Geist kommen, allerdings sollte man bevor man es ausspricht oder zur Tat schreitet innerlich überprüfen. Schädigt oder beleidigt es das Gegenüber, oder hilft es ihm? Auch Mahnung kann Hilfe sein, um einen Menschen wieder auf den rechten Pfad zu bringen, aber nicht jede Mahnung, die man ausspricht, kommt auch vom Heiligen Geist. Manchmal ist es einfach nur die eigene Wut, die aus einem spricht und Wut zerstört. Worte haben große Macht. Worte können zerstören oder aufbauen. Ich bin mir sicher, dass wenn einem der Heilige Geist Worte in den Mund legt, oder eine Aufgabe aufs Herz legt, dient es den Mitmenschen immer zu Ihrem Besten!

Bild mit freundlicher Genehmigung von Bild von Jeff Jacobs auf Pixabay

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