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Worte haben Macht!

Das ist die Überschrift der Andacht Reihe, die ich vor ein paar Tagen über die You Version Bibelapp begann. Mir hat der Titel gut gefallen und ich dachte mir instinktiv, dass dies ein gutes Thema für mich wäre. Wie gut, erkenne ich seit ein paar Tagen. Es ist auch für mich als Bloggerin, die auf geschriebene Worte setzt, ein enorm wichtiges Thema.

Wer täglich über meine gelesenen Bibelstellen informiert werden möchte, dem empfehle ich, meinen Social Media Kanälen zu folgen, dort schreibe ich fast jeden Morgen (ich behalte mir Pausen vor) nach meiner Andacht eine kurze Zusammenfassung, was ich aus meiner Bibellese mitgenommen habe. Irgendwie tut mir das gut, denn so kann ich auch für mich persönlich, die gelesenen Worte verfestigen. Es ist also nicht nur für euch, sondern auch für mich wichtig.

Worte sind enorm von Bedeutung. Worte können einen Menschen zerstören, oder ihn aufbauen und fördern. Im Jakobusbrief heißt es zum Beispiel, dass die Zunge Gift sein kann. Im Markusevangelium lesen wir, dass man daran was aus unserem Mund kommt, erkennen kann, was für ein Mensch wir sind und in den Sprüchen steht, wie sehr gedankenlose Worte verletzen können und wie Worte über Leben oder Tod entschieden können. Viele Stellen in der Bibel zeigen auf, wie hoch die Bedeutung unserer Worte sind. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich bin ein Mensch, der gerne unbedachte Worte von sich gibt. Vielleicht schreibe ich deswegen lieber, da ich dabei meine Worte besser unter Kontrolle habe, wer weiß. Doch auch hier „geht der Gaul manchmal mit mir durch“, besonders, wenn es Themen sind, in die ich emotional stark verstrickt bin.

Geschriebene Worte und Unsicherheiten

Auch überlege ich seit einer ganzen Weile, was ich mit diesem Blog hier eigentlich mache. Klar, ich schreibe gerne, ich setze mich zuweilen gerne mit der Bibel auseinander, mit den Worten, die ich dort lese und interpretiere diese aber unterschätze hierbei aber oft, wie viele das dann lesen. Besonders die Beiträge über Sexualität, Beziehung/ Ehe und auch Feminismus sind selbst unter meinen Mitchristen stark umkämpft, weil ich wohl nicht mainstreamkonform schreibe, oder, keine Ahnung. Ich lese in der Bibel, sinniere, denke darüber nach, was dort steht und vergleiche es mit dem, was heute für gut und richtig erachtet wird, auch unter meinen Mitchristen, natürlich nicht bei allen. Während einige in vielen Dingen mit mir komplett auf einer Wellenlänge schwimmen, lehnen es andere radikal ab. Damit muss ich leben. Die Christenheit wird sich untereinander nie einig sein! War sie zu biblischen Zeiten nicht und wird es auch heute nicht sein. Das muss einem bewusst sein und was noch dazu kommt, jeder lebt in einem anderen Lebensumfeld, mit unterschiedlichen Prägungen. Ich lebe in einem stark katholisch geprägten Umfeld und ich habe andere Prioritäten, als wenn jemand irgendwo im hohen Norden Deutschlands lebt, der mit dem Katholischen nichts anfangen kann, weil es dort eher evangelisch geprägt ist und die Protestanten seit vielen Jahrzehnten die Bibel in diesen mir speziell wichtigen Themen anders interpretieren. Auch wenn ich oft die Stirn runzeln muss, weil ich vieles als biblisch nicht richtig erachte, muss ich doch lernen, diesen Menschen einfach ihren Weg zu lassen. Ich kenne ihre Lebensumstände, Erfahrungen und Prägungen nicht. Ich habe keine Ahnung, wie sie zu ihrer Auffassung kommen und ich habe ehrlich gesagt auch nicht die Muße, mich da hineinzuleben, diese Menschen verstehen zu wollen, denn dafür ist mein eigenes Leben umtriebig genug.

Meine Aufgabe ist, in dem Lebensumfeld zu wirken, in dem ich, in dem wir, leben. Natürlich ist es schön, wenn meinen Blog auch Menschen lesen, fernab von meiner Realität und ich immer mal wieder mitbekomme, wie es anderswo zugeht, aber es hat keinen Einfluss auf mein Leben Vorort, mit seinen ganz speziellen Regelungen und Problemen. Wer mir auf Social Media folgt, speziell Twitter, der bekommt immer mal wieder mit, was bei mir los ist, über was ich mir Gedanken mache, wie sehr mich die Probleme der Christen hier zum Teil auch vereinnahmen. Ganz speziell hier in meiner Region liegt noch viel Arbeit vor den Christen, da in der Vergangenheit enorm viele Fehler gemacht wurden, die nun dafür sorgen, dass meine Generation häufig am Glauben verzweifelt. Hierbei liegt mein Fokus ganz klar auf den Freikirchenchristen meiner Generation, denn ich bin in den regionalen Freikirchen groß geworden. Ich durchlief fast alle theologischen Spektren, von den ultrakonservativen Brüdern, bis hin zu den “abgespacten” Charismatikern. Und genau das macht es auch so schwierig, da es nicht DIE Freikirche gibt. Es sind so viele unterschiedliche Ausrichtungen, die ihren Fokus auf unterschiedliche Dinge legen, dass man sie nicht zusammenfassen kann. Manche harmlos und mache auch stark bis ganz Richtung Sekte. Aber darüber schreibe ich in einem der folgenden Blogbeiträge mehr.

Was sind eure Gedanken dazu? Gerne in den Kommentaren, freue mich!

Bild mit freundlicher Genehmigung von Anni Side | andererseits.at

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