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Wie oft Sex in einer Ehe?

Zuletzt aktualisiert am 20. September 2020 von Anni Side

Heute möchte ich mich mit einem Thema beschäftigen, welches die Gemüter immer wieder bewegt und auch beunruhigt. Bei meiner letzten Buchvorstellung1 zum Thema Sex, wurde dem Autor von diversen Leserinnen meines Blogs vorgeworfen, er wäre sexistisch und frauenfeindlich, da er davon schreibt, dass mehrmals pro Woche Sex in eine Ehe gehöre, wenn man eine gesunde Ehe führen möchte und die Frau sich dazu durchringen solle. Auch, dass sehr häufig an der Frau der Fortbestand einer Ehe liege. Eine andere Autorin2, die sich mit dem weiblichen Lustempfinden beschäftigt schreibt, dass für den Anfang, damit die Ehe wieder in Schwung kommt, einmal die Woche Sex mehr oder weniger notwendig wäre, damit das sexuelle Lustempfinden wieder angeregt wird.

Größtenteils Frauen, aber auch Männer kommentierten immer mal wieder, dass sie das vollkommen überzogen fänden und ich machte mir Gedanken dazu. Wie ich von einem Freund weiß, der zuletzt einen Ehevorbereitungskurs in einer Freikirche zusammen mit seiner Zukünftigen absolvierte, hat das Thema Sex nicht viel Platz in solchen Kursen (ob alle Kurse so sind, keine Ahnung, wir machten keinen) und doch wäre es so wichtig. Die beiden wollen sich bis zur Ehe enthalten, was ich sehr bewundernswert finde, denn wir haben es nicht geschafft. Wir wollten es auch nicht schaffen und wie es bei jeder frischen Beziehung ist, am Anfang ist das Sexleben seeeehr ausgefüllt.
Doch dann zieht irgendwann der Alltag ein, eventuell kommen ein oder mehrere Kinder hinzu, der Job ist anstrengend und vieles mehr und man entfernt sich als Paar voneinander, was man auch an dem gemeinsamen Sexualleben erkennen kann. Je weniger Sex in einer Ehe, desto schlechter die Paarbeziehung, ein Leitgedanke, den ich aus eigener Erfahrung mittragen kann.
Die Zeiten, in denen man sich gerne körperlich verbindet, schwinden, werden immer weniger, was vielleicht nicht weiter schlimm ist, falls beide so empfinden. Aber meistens ist das eben nicht so und ein Partner fühlt sich an den Rand gesetzt, sexuell unausgefüllt und in weiterer Folge sexuell frustriert. Was dann kommt, kann man an einer Hand abzählen. Zuerst nimmt die Selbstbefriedung zu, wenn das nicht mehr reicht, der Konsum von Pornografie und falls es in weiterer Folge nicht besser wird, weichen einige aus und suchen sich andere Sexualpartner, nicht selten Prostituierte. Das kommt bei Christen nicht vor? Oh… Dass ihr euch da mal nicht täuscht! Christen haben vielleicht eine höhere Hemmschwelle, dann wirklich zu einer Prostituierten zu gehen, oder Fremdzugehen, aber wenn einen der Partner über längere Zeit immer wieder abweist und das sexuelle Verlangen hoch ist, ist es nur eine Frage der Zeit. Die USA sind immer noch ziemlich christlich-konservativ geprägt, was Sexualität angeht, und die Pornoindustrie boomt dort, wie in keinem anderen Land. Auch hierzulande sind Pornoseiten die Seiten im Netz, mit den meisten Aufrufen.
Was das Auge sieht und sich im Gehirn manifestiert, will man irgendwann auch in echt ausprobieren. Das gilt übrigens nicht nur für den Bereich der Sexualität. Also ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis ein regelmäßiger Konsument von Pornografie diese Handlungen auch in die Tat umsetzen möchte. Falls der eigene Ehepartner dafür nicht zur Verfügung steht oder stehen will, werden sich Alternativen gesucht.

Gut, das kann man jetzt verurteilen und die Person einen schlechten Christen schelten, oder mal nachhaken, wie es so weit kommen konnte. Besonders, wenn die Person schon verheiratet ist. Eine Paartherapie wäre in so einem Fall eventuell keine schlechte Idee.

In der Bibel steht, wer sich nicht enthalten kann, der soll heiraten (1.Korinther 7,9). Im Umkehrschluss bedeutet das für mich, wer verheiratet ist, der ist sich und seinem Partner Sexualität schuldig, denn sonst hätte man nicht heiraten brauchen. Ja mehr noch, biblisch gesehen ist sexuelle Enthaltung in der Ehe nicht vorgesehen und es wird sogar davor gewarnt (1.Korinther 7,5). Wie oft jedoch die eheliche Sexualität vollzogen wird, das müssen die jeweiligen Eheleute natürlich untereinander klären.
Aus heutiger Sicht würde ich empfehlen, dass man seine sexuellen Erwartungen mit seinem zukünftigen Partner bespricht, BEVOR man miteinander in die Kiste hüpft, heiratet. Wenn zum Beispiel die Frau sagt: „Ja, ich würde sehr gerne mit dir schlafen, du bist körperlich sehr anziehend für mich, aber einmal im Monat Sex reicht mir“, und der Mann sagt: „Ich würde unglaublich gerne mit dir schlafen, aber ich hätte gerne dreimal in der Woche Sex“, sind die beiden sexuell nicht kompatibel und in weiterer Folge wird es mit ziemlicher Sicherheit Probleme geben. Gut, falls man noch nie Sex hatte, weiß man nicht was man möchte, das ist auch klar. Dennoch kann man es vielleicht daran abschätzen, wie oft man an Sex denkt, wie oft das Verlangen und die Lust aufkommt und wie sehr und oft man den eventuell zukünftigen Partner körperlich begehrt.

Mir ist jedoch klar, dass man solche Gespräche von einem jungen Paar, welches noch in der Blüte seines sexuellen Lustempfindens steht, die kaum die Finger voneinander lassen können und sich auf den körperlichen Akt freuen wie sonst auf nichts, wohl eher weniger verlangen kann, wenn es konstruktiv sein soll.

Die Regel „Kein Sex vor der Ehe“ könnte man auch gleichsetzen mit „Keinen Wechsel der Sexualpartner, sondern bei einem bleiben“. Denn, je mehr Sexualpartner man im Leben hatte und man sich dann fest binden möchte, desto schwerer tut man sich, da hohe Erwartungen vorhanden sind, besser gesagt, im Kopf hat, wie alle davor im Bett waren und man vergleicht ganz automatisch. So jedenfalls die Theorie, denn da kann ich persönlich nicht mitsprechen. Ich hatte in meinem Leben bisher nur einen Sexualpartner und der ist heute mein Ehemann und darüber bin ich sehr froh.

Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit eine Onlinediskussion mit mehreren Männern, die es nicht verstehen konnten, dass man nur einen Sexualpartner im Leben hatte oder auch hat. Man muss an möglichst vielen Frauen testen, ob man sexuell kompatibel sei! Und, nur wenn man testet, weiß man auch, was man will! Ich meinte dann, ich habe lieber einen Neuwagen, als einen Gebrauchtwagen mit tausend Macken, der ständig in der Werkstatt steht. Sie meinten, ein gut eingefahrener Gebrauchtwagen habe viele Vorteile gegenüber einem Neuwagen. Gut… Wenn sie meinen… Wenn das viele Testen jedoch so erfolgreich wäre, würde es nicht so viele Trennungen und Scheidungen geben.

Dazu muss gesagt sein, dass auch für einen Christen die Sexualität einen sehr hohen Stellenwert hat, denn die körperliche Verbindung zwischen Mann und Frau hat Auswirkungen auf die geistige Ebene. Man verbindet sich mit Körper, Geist und Seele und gehört ab dann auf dieser Erde für IMMER zusammen. Das sollte jedem bewusst sein, der sich der körperlichen Lust mit einem anderen Menschen hingibt.

Selbstverständlich kann man im Vorne herein nicht alles planen. Es gibt Lebensumstände, die die Sexualität ganz natürlich einschränken, wie die Geburt eines Kindes, oder Krankheiten, die im Laufe des Lebens auf einen zukommen, die entweder das Lustempfinden beeinträchtigen oder einen körperlich so einschränken, dass man nicht mehr in der Lage ist, sich körperlich mit seinem Partner zu vereinigen. Solche Szenarien sollte man vorher womöglich auch noch besprechen: “Was machst du, mein geliebter zukünftiger Partner, wenn ich nicht mehr in der Lage bin, mit dir zu schlafen? Was tust du dann? Akzeptierst du es, oder bist du dann frustriert, weil dir Sex absolut wichtig ist und du ohne nicht leben kannst? Würdest du dir einen anderen Sexualpartner suchen, oder weiterhin bei mir bleiben und dafür auf Sex verzichten?”

Man könnte nun sagen, falls diese Fragen jemand mit Nein beantwortet, dass die Liebe nicht ausreichend ist, aber so weit würde ich persönlich nicht gehen, denn jeder Mensch hat einen anderen Zugang zu Sex. Wenn jemand nach so einer Besprechung die Beziehung beendet, wäre es nur ehrlich und beide hätten die Chance sich erneut zu verlieben, in einen Partner, der dieselben Ansprüche an die Paarsexualität hat.
Oder, der Part, der weniger sexuelles Lustempfinden hat, erklärt sich bereit, öfter als er selbst wollen würde, mit seinem Partner zu schlafen, oder man einigt sich auf einen Mittelweg.

Es klingt für frische Paare immer etwas lustig und auch sind manche erschüttert, aber mit den Jahren schwindet die Lust auch mal. Man muss die Tage planen, an denen man Sex hat, man muss sich bewusst Zeit dafür freiräumen, damit der Alltag oder die Kinder einen zeitlich nicht auffressen und man sich am Ende trennt, weil man keine gemeinsame Zeit mehr hatte. Das ist übrigens gar nicht so selten! Und ich würde raten, innerhalb einer bestehenden Ehe immer wieder mit seinem Partner über seine aktuell sexuellen Erwartungen zu sprechen, weil diese sich im Laufe des Lebens auch verändern können. So vermeidet man sexuelle Frustration und Missverständnisse, die im schlimmsten Fall in einer Trennung enden.

Manche sagen, dass ich mit dem Thema übertreiben würde, da Sex doch nicht so wichtig sei. Dann denke ich mir, dass dieser Person Sexualität demzufolge nicht so wichtig ist und ich hoffe, dass dessen Partner dies genauso empfindet. Im Grunde ist eine Beziehung, eine Ehe, ohne Sex eine gute Freundschaft und wenn man nur befreundet ist, braucht man nicht zu heiraten. Sexualität gehört unabdingbar zu einer Ehe, es ist das, was eine Freundschaft von einer festen Beziehung unterscheidet. Jedenfalls für einen Christen. Experimente wie Freundschaft plus, Polygamie, ohne Trauung zusammenleben, oder es als ganz natürlich ansehen, zu einer Prostituierten zu gehen, empfinde ich als überzeugte Christin nicht mit dem Christentum vereinbar. Da muss man sich dann überlegen, wie wichtig einem sein Glaube eigentlich ist und falls einem dieser wichtig ist, dementsprechend einen Kurswechsel im Leben durchführen.


Weiterführende Links:

1 https://andererseits.at/2020/05/17/licht-an-socken-aus-ein-erfuelltes-sexleben-auf-basis-einer-guten-ehe-buchempfehlung/

2 https://andererseits.at/2019/12/01/buchvorstellung-liebeslust-unverschaemt-und-echt-geniessen/

Bild mit freundlicher Genehmigung von Anni Side | andererseits.at

2 Replies to “Wie oft Sex in einer Ehe?”

  1. https://www.erf.de/themen/leben/guten-sex-kann-man-lernen/6866-542-5416?utm_source=nl_weekly&utm_medium=email&utm_campaign=%23tausendDank
    Hallo, viele Fragen kann man bei diesem Artikel lernen.Meine Frau und ich haben nie über wie oft nachgedacht. Wir waren in jungen Jahren einfach spontan, und wenn es uns so war und die Umstände waren güstig, dann haben wir es einfach gemacht.Und es hat uns gut getan. Jetzt sind wir beide Rentner und erfreuen uns immer noch auf diesen Gebiet aneinander.Das wichtigste daran ist ,daß wir das beide auch noch wollen. Es tut uns beiden wirklich gut. Und gesund ist es außerdem!
    Menschen sind sexuelle Wesen. Die Sexualorgane erfüllen einen ureigenen Zweck, stellen etwa die gesunde Funktionalität der Körper-Hirn-Einheit sicher. Erlebte Lust, entweder in der Selbstliebe oder in einer Paarbeziehung, setzt einen Cocktail aus Hormonen und anderen Botenstoffen frei, der nicht nur für Lusterleben und Liebesbindung sorgt, sondern auch körperliches und emotionales Wohlbefinden und ein starkes Selbstbewusstsein bewirkt. Ein Orgasmus erhöht den Grundumsatz des normalen Hormoncocktails im Körper um den Faktor 1000. Die Wirkung hält bis 48 Stunden an.
    Wenn der Sex mindestens zwanzig Minuten dauert, wird die Produktion des Botenstoffes Dopamin angeregt. Dopamin bewirkt einen intensiven und anhaltenden Stressabbau. Auch die Ausschüttung von Endorphinen nimmt mit der Sex-Dauer zu. Die opiumähnliche Substanz führt zu einem Glücksgefühl und lässt Schmerzen vergessen, besonders Kopf- und Gelenkschmerzen.
    Sex verbessert die Prostata-Gesundheit. Samenflüssigkeit wird zu etwa dreißig Prozent in der Prostata erzeugt. Beim Orgasmus zieht sich die Wandmuskulatur der Prostata zusammen und die Samenflüssigkeit wird in die Harnröhre gepumpt. Leidet der Mann an einer Entzündung der Prostata, fördert jede Ejakulation das Ausschwemmen infektiöser Keime aus den unteren Harn- und Spermawegen.
    Sex kann den Zyklus regulieren. Wer einen unregelmäßigen Zyklus hat, sollte mindestens einmal pro Woche Sex haben.
    Sex ist ein Jungbrunnen. Beim Sex wird Somatropin, ein Wachstumshormon aus der Hypophyse (einer Hormondrüse) ausgeschüttet. Das macht die Haut elastischer und lässt einen jünger aussehen.
    Sex stärkt die Abwehrkräfte. Frauen, die mehr Sex haben, haben mehr Antikörper im Blut – und somit ein stärkeres Immunsystem.
    Der Gesundheit zuliebe sollte man sich häufig küssen. Küssen regt die Speichelproduktion für längere Zeit an. Speichel ist reich an körpereigenen Antikörpern, welche viele Krankheitserregerbekämpfen. Speichelfluss führt außerdem zu schöneren Zähnen. Auch Samenflüssigkeit macht die Zähne schön, denn sie enthält Zink und Calcium. Beides beugt Karies vor.
    Sex macht intelligent. Grund dafür ist, dass wir uns dabei entspannen und das Gehirn mehr Nervenzellen produzieren kann.
    Sex ist ein Schlafmittel. Orgasmen senken das Stresshormon Cortisol und steigern die Östrogenwerte, was uns nach dem Sex in einen tiefen Schlaf fallen lässt.
    Ich denke, es ist erst einmal genug. Erst mal wieder verdauen und nachdenken. Viele Brüße,Bernd!

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