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Musik, ein Weg ins Herz- übers ICF und deren Musik

Während ich diesen Blogbeitrag schrieb, hörte ich im Hintergrund den Worship Song COLLIDE von Debi Sita, die vor anderthalb Jahren an Krebs verstorben ist. Ich liebte ihre Stimme und die Power die bei dieser Sängerin dahintersteckte und trauerte damals sehr mit. Der Nachruf, der vom ICF Zürich dieses Jahr auf YouTube veröffentlicht wurde, war wunderschön und wir können uns sicher sein, Debi Sita irgendwann im Himmel wiedersehen zu dürfen. Sie lebte für Jesus und für die Musik, es war ihre Gabe, ihr Talent und sie setzte es kompromisslos zu hundert Prozent für Jesus ein. Sehr beeindruckend!

Wie mir das ICF mit seiner Musik, einen neuen Zugang zum Glauben zeigte.

Das ICF (International Christian Fellowship) nimmt einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen ein. Als ein Freund mich mit Anfang zwanzig in die Schweiz in eine Celebration (Gottesdienst) mitnahm, war ich zwar gläubig, aber nicht mehr mit dem ganzen Herzen dabei. Ich ließ mich einige Monate zuvor in einer anderen Freikirche taufen, war innerlich jedoch immer noch nicht so erfüllt, wie es meiner Ansicht nach sein sollte, es war, als ob mir weiterhin etwas fehlen würde.
Ich liebte Musik über alles, denn es half mir, meine Stimmungen zu sortieren. Damals war mein Leben recht unstet, denn es war familiär einiges geschehen, was ich noch nicht verarbeitet hatte. Meistens war meine Grundstimmung innerlich recht aggressiv, was sich über meinen Musikgeschmack äußerte, womöglich da ich nie gelernt hatte, meine Gefühle und Empfindungen verbal zu kommunizieren. Ich hörte vorzugsweise harten Metal, mit weichen Tönen konnte ich nicht wirklich viel anfangen, obwohl ich diverse Rhythmen schon mochte. Die Musik in den Gottesdiensten, die ich kannte, war recht einschläfernd: Ruhige Gitarren- und Klaviermusik, ab und zu mit einem Schlaginstrument gemischt. Sehr einschläfernd und absolut nicht mein Fall!
ABER DANN kam ich ins ICF und war von Anfang an begeistert. Sowas kannte ich nicht! Poppig und rockig und vor allem Englisch wurde dort Worship (Lobpreis) gemacht und man konnte sogar währenddessen tanzen! Ich liebte tanzen, beziehungsweise Bewegung zu Musik…

Alter Schwede, das war etwas komplett Neues und faszinierendes für mich. Und dann noch die Predigt, die danach bei mir einschlug wie eine Bombe. Da wurde nicht mit hochgestochenen und sehr gewählten Worten gepredigt, sondern so, wie einem der Mund gewachsen war, jung und spritzig. Während des ersten Gottesdienstes zählte ich, wie oft der Prediger das Wort „geil“ verwendete, ich weiß zwar nicht mehr wie oft, aber es war sehr oft und ich wusste erst nicht, ob ich begeistert oder bestürzt sein sollte, denn das Wort geil wurde bei uns als böses sexuelles Wort eingestuft… Während es in der Schweiz damals einfach nur die Bedeutung von „toll, super, klasse“, hatte. Alles in allem war es etwas ganz anderes, als ich bis dahin gewohnt war und unter einer der ersten Predigten kam vor, dass das ICF keine anderen theologischen Ansätze verurteilen würde, was ich sehr gut fand. Ich kannte den Krieg zwischen den freikirchlichen Gemeinden nur zu gut, bei dem die Brüder über die Charismatiker schimpften und die Liberalen gegen die Konservativen und man sich gegenseitig Irrlehren vorwarf . Meistens ging es um irgendwelche kleinen Passagen in der Bibel, über die man sich stritt. Etwas, was ich nach wie vor nicht verstehen kann. Das stieß, und stößt mich auch heute noch, zutiefst ab.
Erst vor kurzem via Instagram wieder so einen Beitrag gelesen, der gegen die modernen Freikirchen a la Hillsong, ICF usw. stach, mit übrigens sehr falschen Behauptungen. Ich dachte mir nur, diese Person war noch nie in so einer Art Freikirche! Für mein persönliches Glaubensleben war das ICF damals eine Rettung. Heute gehen wir allerdings nicht mehr dorthin, nicht wegen der Kirchenform an sich, sondern wegen menschlichem Versagen. Ob wir das irgendwann überwinden werden, mal sehen!

Als das ICF hier Vorort gegründet wurde, suchte der Gründungsleiter das Gespräch mit dem örtlichen katholischen Pfarrer und es entwickelte sich eine friedliche Koexistenz, während eine örtliche Freikirche ein Problem hatte, weil sie Angst bekamen, das ICF würde ihnen alle jungen Leute klauen. Was schlussendlich auch teilweise der Fall war. Allerdings ist das nun auch schon wieder einige Jahre her und die Wogen haben sich geglättet.

Für manche ist diese Gemeindeform gar nichts, für mich ist es nach wie vor, vor allem musikalisch, das einzige was mich interessiert. Jeder hat einen anderen Zugang zum Glauben! Für mich war es der Weg über die Musik. Wie sagt man so schön: Die Wege des Herrn sind unergründlich und Gott wusste, dass er mich über Musik packen kann. Theologisch ist am ICF nichts auszusetzen, wie ich finde. Die Grundtheologie ist sehr konservativ, besonders im sexuellen Bereich, was ich biblisch absolut nachvollziehen kann. Klar, ab und an gibt es schon Kritikpunkte, aber das liegt eher an dem örtlichen Leiter, als an der Kirchenform ICF.

Wenn ein ICF in eurer Nähe ist, geht einfach mal hin und lasst es für euch wirken! Wer möchte, kann mir dann gerne hier drunter einen Kommentar hinterlassen. Würde mich freuen!


https://www.livenet.ch/news/schweiz/348893-sie_blieb_bis_zum_schluss_eine_leidenschaftliche_anbeterin.html

Bild mit freundlicher Genehmigung von Anni Side | andererseits.at

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