Die Macht unserer Zunge in Krisenzeiten

Zuletzt bin ich mir im privaten Umfeld mal wieder der Macht meiner Worte bewusst geworden. Und ich fragte mich: Darf man wirklich ALLES frei und fröhlich und öffentlich sagen? Mein Ergebnis: Dürfen ja, aber man muss auch mit den Konsequenzen rechnen, die da wären Ablehnung, bis sogar hin zu Hass, weil man etwas ausgesprochen hat, was anderen nicht passt, was sie beleidigt und beschämt hat. Die Tage las ich öfter in der Bibel Verse, wonach wir uns der Macht unserer Worte bewusst sein sollen. Unsere Zunge, unser Mund kann Leben retten, oder Leben zerstören. Besonders wir Christen, die wir meinen (gut, nicht alle), wir hätten die Weisheit mit dem Löffel gefressen, sind manchmal zu vorschnell mit Worten und vor allem Verurteilungen und reagieren eben nicht weise.

Genau das bekam ich in den letzten Wochen, letzten Monaten besonders im Netz, in den sozialen Netzwerken, mit. Christen, die sich über Anfeindungen beschweren, aber denen gar nicht bewusst ist, dass sie vielleicht auch einfach mal den Mund hätten halten sollten. Ich gebe zu, es ist in so machen Situationen schwer. Da benötigt es ein hohes Maß an Selbstkontrolle und Weisheit. Vor allem, stellt man sich automatisch immer wieder die Frage: Sind die sozialen Netzwerke überhaupt dafür geeignet, alles loszuwerden, was einem im Kopf umherschwirrt?

Ladet alle eure Sorgen bei Gott ab, denn er sorgt für euch. Seid besonnen und wachsam! Denn der Teufel, euer Todfeind, läuft wie ein brüllender Löwe um euch herum. Er wartet nur darauf, dass er einen von euch verschlingen kann. Stark und fest im Glauben sollt ihr seine Angriffe abwehren. Und denkt daran, dass alle Brüder und Schwestern auf der Welt diese Leiden ertragen müssen.

1.Petrus 5,7-9

Wir haben derzeit zu viel Zeit

Ausgelöst durch die Coronakrise, verbringen wir viel mehr Zeit zu Hause, haben nichts Sinnvolles zu tun und verbringen unsere Zeit im Internet. Der Ton wird rauer, die Menschen sind angespannt, ängstlich, verärgert und das zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten und Religionen. Besonders der Kampf gegen Religionen, oder auch Religion gegen Menschen (Ungläubige), der sich zuletzt hier in Europa verstärkt hat, kann einem Sorgen bereiten. Die Angst vor dem Tod ist allgegenwärtig. Und wenn man vor dem Tod keine Angst hat, dann ist es die Angst vor der Existenz, weil vielleicht durch Kurzarbeit nicht mehr genügend Geld reinkommt, da man von Branchen lebt, die derzeit lahmgelegt sind.

Es sind heftige Zeiten. Keiner weiß, wie lange es dauern wird. Die Menschen sind angespannt.

Ein Mensch kann ohne Sex leben aber nicht ohne Nähe. Du kannst viel Sex haben, aber emotional verhungern. Was das Herz sättigt, ist aber Nähe: tiefe Gespräche, lange Umarmungen, sich selbst Spüren, Stille, die Natur und – allem voran – die Nähe und Liebe Gottes.

Dr. Johannes Hartl

Der Mensch ist ein Beziehungswesen. Wir benötigen anderen Menschen um uns Wohlzufühlen, wir benötigen Gesellschaft und Berührungen (nicht unbedingt Sex). Wenn all dies über eine längere Zeit fehlt, wird der Mensch unruhig, traurig, depressiv, aggressiv. Was dann folgt, sehen wir an der Vielfalt der Verschwörungstheorien und an den Anfeindungen im Netz. Viele Menschen sind einsam, sitzen in diesen Zeiten alleine in ihren Wohnungen. Was ist dann die logische Schlussfolgerung? Man will einen Schuldigen für diese Misere finden.
Das sieht man an der Aggressivität bestimmter Personengruppen, die für ihre Sache derzeit so vehement kämpfen, dass Sachbeschädigungen und Rufmord für sie kein Unding mehr sind, und natürlich an dem Aufbegehren gegenüber unseren Regierungen, die gefühlt gar nichts mehr richtig machen können. Ich mag Twitter, Facebook und Co schon gar nicht mehr öffnen, weil ich jedes Mal nur noch schlimmere Sachen lese. Gut, das war vor der Coronakrise auch schon so, aber jetzt ist es nochmals um ein Vielfaches verstärkt.

In dieser Situation ist es wohltuend, wenn man Menschen um sich hat, die einen beruhigen, einem Mut zusprechen, die der ganzen Angespanntheit etwas die dicke Luft nehmen. Menschen, die es noch befeuern, die Angst und Panik weiterverbreiten, alles ungefiltert weiterleiten, tragen zur Verstärkung der angespannten Lage bei.

Quelle: Facebook

Die Grenzen der Meinungsfreiheit

Ich bin der Ansicht, die Meinungsfreiheit hat Grenzen. Aber diese Grenzen sollte jeder für sich selbst definieren, nicht der Gesetzgeber. Wir sollten uns immer fragen: „Was richten meine Worte an? Sind diese für mein Gegenüber hilfreich?“ Jetzt magst du dir sagen: “Ja, ich habe mit allem, was ich sage recht! Das MUSS gesagt werden, denn sonst sagt es niemand.” Ich kenne diese Gedanken, denn manchmal ist man so frustriert von all dem Mist auf dieser Welt, dass man sich denkt: Sagt mal, wie doof seid ihr eigentlich alle da draußen? Da muss doch mal was gesagt werden! Allerdings sagt die Bibel ganz klar, dass wir auf das achten sollen, was aus unserem Mund kommt und dass wir uns nicht über unsere Mitmenschen erheben sollen. Wir sind NICHT klüger, besser, schlauer, als alle um uns herum! Alle Weisheit kommt von Gott, er ist unser Mentor, unser Vater, unser Leitfaden. ER allein steht über allem. Wenn wir das sprechen, was er in unseren Mund gelegt hat, dann wird es keinen Schaden anrichten. Davon bin ich fest überzeugt. Doch sobald wir selbst sprechen, unserer Wut, Hilflosigkeit u.v.m. freien Lauf lassen, hinterlässt es verbrannte Erde.

Hält sich jemand von euch für klug und weise? Dann soll das an seinem ganzen Leben abzulesen sein, an seiner Freundlichkeit und Güte. Sie sind Kennzeichen der wahren Weisheit. Seid ihr aber gehässig, voller Neid und Streitsucht, dann braucht ihr euch auf eure angebliche Weisheit nichts einzubilden. In Wirklichkeit verdreht ihr so die Wahrheit. Eine solche Weisheit kann niemals von Gott kommen. Sie ist irdisch, ungeistlich, ja teuflisch. Wo Neid und Streitsucht herrschen, da gerät alles in Unordnung; da wird jeder Gemeinheit Tür und Tor geöffnet. Die Weisheit aber, die von Gott kommt, ist vor allem aufrichtig; außerdem sucht sie den Frieden, sie ist freundlich, bereit nachzugeben und lässt sich etwas sagen. Sie hat Mitleid mit anderen und bewirkt Gutes; sie ist unparteiisch, ohne Vorurteile und ohne alle Heuchelei. Nur wer selbst Frieden stiftet, wird die Gerechtigkeit ernten, die dort aufgeht, wo Frieden herrscht.

Jakobus 3,13-18

Bild mit freundlicher Genehmigung von Anni Side | andererseits.at

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